GC-Sportchef Sutter redet nach weiterer Klatsche Klartext: «So reicht es nicht»
0:1, 2:3, 1:5, 0:5 und 0:4 – mit diesen Resultaten hat GC nun mittlerweile schon wieder fünf Spiele in Serie verloren. Das ist auch für den sonst so geduldigen Sportchef Alain Suter zu viel. Direkt nach Spielschluss heute Montag zu Hause gegen Sion holt er alle eigenen Spieler in die Garderobe, und redet ihnen gemeinsam mit Interimstrainer Gernot Messner ins Gewissen. «Wir hatten beide etwas zu sagen», erklärt der 58-Jährige.
Danach erscheint Sutter auch als einziger GC-Akteur zu den Interviews bei den TV-Stationen. Was in der Garderobe genau gesagt wurde, will er nicht verraten, und trotzdem redet Sutter Klartext. «So reicht es nicht, und das muss auch dem hinterletzten Spieler jetzt klar geworden sein», erklärt der Hoppers-Sportchef gegenüber TV-Sender Blue.
Es gehe ihm darum, dass GC in fünf Tagen ein unglaublich wichtiges Spiel gegen Winterthur habe, in dem es um alles oder nichts gehe. Und nach den Klatschen, die seine Mannschaft zuletzt kassiert hätte, sei es nötig gewesen, den Spielern klarzumachen, um was es gehe. «Sie müssen verstehen, dass jeder Einzelne eine Schippe drauflegen muss», sagt Sutter.
Besonders stark habe ihn geärgert, wie man heute nach dem zweiten Tor der Sittener zusammengebrochen sei. «Mich ärgert, dass wir uns nicht dagegen auflehnen, dass wir die Niederlage einfach über uns ergehen lassen», sagt Sutter.
Eine Sportchef-Standpauke – wenn es denn eine war – ist eines der letzten Mittel, die Alain Sutter noch hat, um sein Team wieder in die Spur zu bringen. Die Patrone Trainerwechsel hat der frühere Schweizer Nationalspieler bereits verschossen. Mitte März trennte er sich von Trainer Gerald Scheiblehner, dessen Kollege und «Schnupperstift» Gernot Messner (vorher GC U21) übernahm den Posten an der Seitenlinie. Messners Bilanz: zwei Spiele, null Punkte, null Tore, neun Gegentore. Das zog bereits den Spott des geschassten Scheiblehners nach sich.
Von der Trainerfrage will Sutter aber nichts wissen. «Trainerwechsel oder andere Massnahmen sind eine Unterstützung für die Spieler, dass sie neue Impulse erhalten», erklärt der Sportchef. Es sei unter Scheiblehner auch nicht schlecht gearbeitet worden, die Probleme seien ähnlich: gute Phasen, aber zu wenig Durchsetzungsvermögen. «Aber ich habe in meiner Karriere gelernt, dass die Spieler nun realisieren müssen, dass sie selbst die Verantwortung tragen», sagt Sutter.
Dafür brauche es aber auch Selbstvertrauen, und dieses komme nur mit Erfolgserlebnissen. «Wir haben kurze Phasen, in denen wir gut spielen. Aber jeder Schuss auf unser Tor geht momentan rein», klagt Sutter. In diesen Phasen werde nun definiert, wer von den Spielern bereit sei, sich diese Erfolgserlebnisse zu verdienen.
Gemäss Sutter kämen diese nämlich nur über den Zweikampf. Die Spieler seien sich immer noch nicht bewusst, dass jede Aktion zähle. «Wir müssen uns in jedem Zweikampf – egal ob offensiv oder defensiv, ob mit oder ohne Ball – durchsetzen.» Dieses Verständnis fehle im Moment immer noch. Und Sutter warnt: «Wir haben nicht mehr viel Zeit, das den Jungs beizubringen.»
