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epa06776140 Swiss national team player Granit Xhaka (C, bottom) suffers an injury during a training session in Lugano, Switzerland, 31 May 2018. The Swiss national team prepares for the FIFA World Cup 2018 taking place in Russia from 14 June until 15 July 2018.  EPA/GABRIELE PUTZU

Der Moment des Schocks: Granit Xhaka liegt im Training mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Bild: EPA/KEYSTONE

Wie es zum Verletzungs-Schock mit Granit Xhaka kam – und was das für die Nati bedeutet

Wie schlimm ist die Knie-Verletzung von Granit Xhaka wirklich? Protokoll eines kleinen Dramas, 17 Tage vor der WM.

etienne wuillemin, lugano



Und dann ist nur noch Schock. Granit Xhaka liegt am Boden. Schmerzverzerrt sein Gesicht. Die Mitspieler stehen um ihn herum. Alle blicken auf sein linkes Knie. Momente der Ungewissheit.

Was ist passiert?

Es regnet und regnet und regnet in Lugano. Längst ist der Rasen unbespielbar. Dann kommt es zum fatalen Zweikampf. Valon Behrami will Granit Xhaka vom Ball trennen. Die beiden prallen zusammen, Xhaka hängt mit dem Knie ein, stürzt auf den Boden und bleibt liegen.

Swiss national team player Granit Xhaka, center,  leaves the pitch injured during a training session in Lugano, Switzerland, Thursday, May 31, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Xhaka musste den Platz gestützt von Kollegen verlassen. Bild: TI-PRESS

Nach langen Minuten des Wartens wird Xhaka von seinen Teamkollegen und Betreuern gestützt. Er verlässt den Platz humpelnd. Sein Knie wird einbandagiert. Sofort wird er zurück ins Team-Hotel gefahren. Team-Arzt Pierre Etienne Fournier und das Physiotherapeuten-Team untersuchen Xhaka. Dieser klagt über Schmerzen im Aussenbereich des linken Knies. Es droht die Horror-Diagnose Kreuzbandriss.

Für die weiteren Abklärungen wird ein MRI gemacht. Kurz nach 21 Uhr folgt die erste Diagnose: «Entwarnung bei Granit Xhaka: ‹Nur› eine schmerzhafte Knie-Prellung», meldet der Fussball-Verband. Die Bänder sind nicht betroffen.

«Ich bin erleichtert»

Granit Xhaka selbst reagierte auf dem Feld geschockt. Umso grösser sein Aufatmen nach den Untersuchungen: «Ich bin erleichtert», sagte er. Doch die Sorgen sind noch nicht überwunden. Es beginnt wohl ein langes «Playoff» um Xhakas Fitnesszustand. In 17 Tagen trifft die Schweiz in ihrem ersten WM-Spiel auf Brasilien

Das Knie von Xhaka wird in den nächsten Tagen intensiv behandelt. Ganz sicher fehlen wird er in einigen der kommenden Trainings sowie am Sonntag im Testspiel in Villareal gegen Spanien. Doch dies ist nach dem ersten Schrecken und Stunden der Unruhe eine gute Meldung.

«Er hat ein gesundes Selbstvertrauen und man spürt, dass er nichts für unmöglich hält.»

Valon Behrami über Granit Xhaka

Eine WM, bei der Xhaka nicht im Vollbesitz der Kräfte agiert, würde das Team von Vladimir Petkovic hart treffen. Der Trainer hat seine Equipe seit der Ausmusterung von Ex-Captain Gökhan Inler um Xhaka herum gebaut. Dieser hat die Verantwortung nie gescheut. Und das Vertrauen mit stets guten Leistungen zurückgezahlt. Am Nachmittag noch schwärmte Valon Behrami im Team-Hotel der Schweizer von Xhakas Vorzügen. «Er will immer besser werden. Immer mehr Verantwortung übernehmen. Er hat ein gesundes Selbstvertrauen und man spürt, dass er nichts für unmöglich hält.»

Ein Grund dafür ist der Weltmeistertitel mit der U17 im November 2009. Xhaka war Teil jener Equipe, die als erste in der SFV-Geschichte einen Titel errang. «Damals besiegten wir Brasilien in der Vorrunde – und im Achtelfinal die Deutschen», sagte Xhaka erst kürzlich. Und auch: «Vieles von damals erinnert mich an die Ausgangslage von heute an der WM.» In der Tat spielt die Schweiz in der Vorrunde unter anderem gegen Brasilien. Und die Deutschen wären ein möglicher Gegner im Achtelfinal.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Schweizer Nationalteam in der Vorbereitung vor einer Endrunde von Verletzungsproblemen heimgesucht wird.

Nationalspieler Marco Streller liegt im Spital, von Besuchern umringt, nach der erfolgten Operation des gebrochenen Schienbeins im Bruderholzspital am Pfingstmontag 31. Mai 2004. (KEYSTONE/Dominik Pluess)

2004: Marco Streller liegt mit gebrochenem Bein im Spital.  Bild: KEYSTONE

2004 erlitt Marco Streller nach einem Zusammenprall mit Marco Zwyssig einen Schienbeinbruch. 2008 erwischte Gelson Fernandes mit einem üblen Einsteigen den Knöchel von Tranquillo Barnetta. Dieser kam für die EM im eigenen Land nicht mehr in Form. 2010 verletzte sich Alex Frei im letzten Training vor dem Abflug an die WM nach Südafrika am Knöchel. Das folgende Hin und Her half weder dem Team noch Frei selbst.

«Kämpfen, beissen, leiden.»

Granit Xhaka

Und nun also das Bangen um Granit Xhaka. Der Stratege und sein persönlicher Aufschwung in den letzten Jahren sind Gründe, warum die Schweiz zuversichtlich an die WM reist. Xhaka sagte: «Es wird mühsam sein, gegen uns zu spielen. Wir werden bis zur Schmerzgrenze kämpfen, beissen, leiden.» Das gilt wohl nun vor allem auch für ihn selbst.

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