Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04715214 Bayern Munich's players celebrate with the fans after winning the UEFA Champions League quarter final second leg soccer match between FC Bayern Munich and FC Porto at Allianz Arena stadium in Munich, Germany, 21 April 2015. Bayern performed the comeback of the season to massacre feeble Porto 6-1 and go through on an emphatic 7-4 aggregate.  EPA/PETER KNEFFEL

Zum Niederknien: Der Auftritt der Bayern in der heimischen Allianz Arena ist meisterlich. Aber nicht immer lehrbuchmässig. Bild: EPA/DPA

5 Lehrgrundsätze, die den Bayern jeder angehende Lehrer an der PH beibringen könnte

Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League setzt es für Porto gegen die überragenden Bayern eine derbe Klatsche ab. Die Partie kommt einer Lehrstunde gleich. Und in dieser haben die Bayern so einiges verkehrt gemacht.



Wenig kann man den Bayern nach der gestrigen Matchdemonstration vorhalten. In der Allianz Arena hält der deutsche Rekordmeister für den FC Porto eine 90-minütige Lehrstunde ab.

Allerdings haben die Münchner dabei geschlampt und fünf wichtige Lehrgrundsätze vergessen, die beispielsweise Studenten an der Pädagogischen Hochschule bereits im ersten Semester eingetrichtert bekommen:

1. Keine Entmutigungen im Lernprozess

Wer dem Schüler zu früh zu viel aufbürdet, zerstört dessen Lernmoral. Die gängige Abwehrhaltung «Das kann ich doch nie!» findet Einzug in seine Gedankenwelt und nimmt ihm den Mut, weiter an sich zu arbeiten.

Die fünf Tore waren eindeutig zu viel des Guten für eine Lektion. Besser wäre, die Demonstrationen auf verschiedene Lektionen zu verteilen, mit den nötigen Pausen dazwischen.

Football - Bayern Munich v Porto - UEFA Champions League Quarter Final Second Leg - Allianz Arena, Munich - Germany - 21/4/15
FC Porto's Fabiano concedes Bayern Munich's sixth goal scored by Xabi Alonso (not pictured)
Reuters / Michael Dalder

Gleich fünfmal muss Porto-Keeper Fabiano in einer Lektion hinter sich greifen. Seine Moral ist verständlicherweise am Boden. Bild: Michael Dalder/REUTERS

2. Kein schlampiges Auftreten

Der Schüler sollte sich den Lehrer als Vorbild nehmen können, und zwar in jeglichen Belangen. Dazu gehört auch der Auftritt vor der Klasse.

Löcher in der Hose wie gestern bei Bayern-Coach Pep Guardiola vermitteln einen falschen Eindruck und sollten dringlichst vermieden werden.

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: srf

3. Kein verfrühtes selbstständiges Lernen

Selbstständiges Arbeiten ist für jeden Schüler ein wichtiger Teilprozess in seiner Ausbildung. Allerdings muss dieser genau zur richtigen Zeit und dem Niveau des Schülers entsprechend einsetzen. Ein verfrühtes Einsetzen dieser Lernphase kann zu Unsicherheiten und damit einhergehenden, falschen Vorgehensweisen führen.

Nach den fünf Vorzeigebeispielen in der ersten Halbzeit haben die Bayern ihre Schüler bereits in der zweiten Lektion selber arbeiten lassen und nur noch sporadisch eingegriffen – viel zu früh für eine Klasse, die sich noch im Aufbau befindet.

MUNICH, GERMANY - APRIL 21:  Ivan Marcano and Casemiro of FC Porto react during the UEFA Champions League Quarter Final Second Leg match between FC Bayern Muenchen  and FC Porto at Allianz Arena on April 21, 2015 in Munich, Germany.  (Photo by Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

Bereits in der zweiten Lektion müssen die Portugiesen das Zepter in die Hand nehmen – und sind damit offensichtlich überfordert. Bild: Bongarts

4. Keine Machtkämpfe innerhalb der Lehrerschaft 

Wer in der Klasse den Lead hat, sollten die Lehrpersonen vor jeder Lektion festsetzen und auch so signalisieren. Klare Führungsverhältnisse sind wichtig und helfen bei der Orientierung.

Matchkämpfe, wie beispielsweise jener zwischen Dante und Mitchell Weiser, untergraben die Autorität beider Akteure.

Animiertes GIF GIF abspielen

Dante und Mitchell Weiser streiten vor der versammelten Klasse um den Ball. gif: srf

5. Keine unpassende Lernumgebung

Für eine rundum zufriedenstellende Lernumgebung müssen für die Schüler heimische Wohlfühlverhältnisse geschaffen werden. Schüler lernen am effektivsten in einer ihnen vertrauten Umgebung.

Will heissen: Die Schüler müssen wenn möglich ihre eigenen Eltern mitbringen können und nicht vor einer Meute fremder Eltern praktizieren müssen. Zudem dürfen die fremden Eltern nicht die Leistungen der Schüler kleinreden und bei der Spielstand-Nachfrage des Schuldirektors/Stadionsprechers bei «Porto» laut «Null» schreien. 

MUNICH, GERMANY - APRIL 21:  Bayern Munich players celebrate victory in front of the fans after the UEFA Champions League Quarter Final Second Leg match between FC Bayern Muenchen  and FC Porto at Allianz Arena on April 21, 2015 in Munich, Germany.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Die Lehrer haben unsinnigerweise ihre Eltern eingeladen – und die haben sich dann auch noch daneben benommen. Bild: Bongarts

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

23 kg Sprengstoff machen das legendäre Wankdorfstadion dem Erdboden gleich

3. August 2001: Unkraut, Moder und eine gemeingefährliche Elektrizitätsanlage. 47 Jahre nach dem Wunder von Bern hat das alte Wankdorfstadion seinen Dienst getan und wird gesprengt.

Um Punkt 15 Uhr ist es um das Wankdorfstadion geschehen. Fünf lange und drei kurze Hornstösse dröhnen als letztes Warnsignal über das Areal – dann zündet Sprengmeister Marco Zimmermann die 23-Kilogramm-Ladung des Sprengstoffs Gelamon. Rund viertausend Augenzeugen sehen, wie die ausgeweidete Fussballruine mit einem dumpfen Knall in sich zusammensackt.

Doch das Wankdorf wäre nicht das Wankdorf, wenn es sich widerstandslos ergeben würde. Trotz der akribischen Planung will sich einer der vier …

Artikel lesen
Link zum Artikel