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Switzerland's Xherdan Shaqiri kicks the ball away from Germany's Serge Gnabry during the UEFA Nations League soccer match between Germany and Switzerland in Cologne, Germany, Tuesday, Oct. 13, 2020. (AP Photo/Martin Meissner)

Xherdan Shaqiri war gegen Deutschland das belebende Element. Bild: keystone

Nati nach 3:3 gegen Deutschland enttäuscht: «Wenn du drei Tore machst, musst du siegen»



Deutschland – Schweiz 3:3

Als Schiedsrichter Buquet nach 94 Minuten die Partie in der leeren Kölner Arena abpfiff, wussten beide Teams nicht recht, ob sie sich über das Remis freuen oder ärgern sollten. Die Schweizer verpassten es in einem zeitweise wilden und spektakulären Spiel, trotz einer 2:0- und einer 3:2-Führung den ersten Sieg in diesem Jahr einzufahren – den erst zweiten gegen Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

«Wir haben gute und weniger gute Sachen gezeigt. Wenn du drei Tore machst gegen Deutschland, musst du auch siegen. Es ist schade, wir werden in letzter Zeit nicht für unsere Leistungen belohnt. Jeder weiss, das Shaqiri uns enorme Qualität nach vorne bringen kann. Er ist ein Schlüsselspieler, den wir unbedingt brauchen. Es müssen aber alle Verantwortung übernehmen.»

Granit Xhaka.

Der Gastgeber hingegen hatte sich nach einem schwachen Start zurück in die Partie gekämpft und stand in der Schlussphase dem Sieg näher. Drei von Toni Kroos getretene Freistösse aus idealer Position kamen aber nicht auf das Tor von Yann Sommer. Und Julian Draxler vergab in der 81. Minute die letzte gute Chance des Spiels aus spitzem Winkel.

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Gavranovic bringt die Schweiz in Führung. Video: streamable

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Freuler erhöht für die Schweiz. Video: streamable

Den beiden zuletzt in der Kritik stehenden Nationaltrainern hilft Vladimir Petkovic der Punktgewinn mehr, auch wenn der Schweiz in der Nations League nach dem 1:0-Sieg der Ukraine gegen Spanien der Abstieg droht. Die Schweizer rehabilitierten sich für einen beim 0:1 in Spanien defensiv zwar sehr soliden, offensiv aber biederen Auftritt und schossen im fünften Spiel des Jahres erstmals mehr als ein Tor.

«Es war ein schwieriges Spiel. Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Nach vorne haben wir viel Gutes gemacht. Leider gab es auch ein paar Fehler zu viel.»

Mario Gavranovic

Für die Mannschaft von Joachim Löw ist das neuerliche Remis gegen die Schweiz als Enttäuschung zu werten, die sich im Umbruch befindende DFB-Auswahl konnte trotz der Rückkehr des Bayern-Blocks um Captain Manuel Neuer zum wiederholten Mal nicht restlos überzeugen. Die Kritik an Löw wird nicht abflachen – obwohl dieser in der Abwehr erstmals seit längerem wieder auf eine Viererkette setzte.

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Timo Werner verkürzt für Deutschland. Video: streamable

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Havertz gleicht aus. Video: streamable

Die Partie hätte fraglos Zuschauer verdient gehabt, boten doch beide Teams von Beginn an ein Spektakel. Bereits nach knapp fünf Minuten hatte die Schweiz in Führung gelegen. Im Anschluss an einen Corner rückte die deutsche Abwehr zu wenig schnell auf, so dass der Kopfball von Remo Freuler bei dem nicht im Offside stehenden Gavranovic landete, der Neuer mit dem Kopf überwand. Beim 2:0 war Freuler der Hauptdarsteller, als er einen Querpass von Haris Seferovic mit einem gekonnten Heber verwertete. Und unmittelbar nach dem 2:2 traf Gavranovic erneut, als der Tessiner mit einem Abstauber im 25. Länderspiel sein 10. Tor erzielte (56.).

«Wir haben heute zu viele Geschenke gemacht. Das ist schade, denn wir haben ein gutes Spiel gemacht und viele Chancen herausgespielt. Wenn man eine Ausrede suchen will, wird man beim Platz fündig. Die Unterlage war nicht so gut. Schade, gab es nicht die drei Punkte, aber ich bin insgesamt trotzdem zufrieden.»

Vladimir Petkovic

Petkovic hatte im Gegensatz zur Partie gegen Spanien von Beginn an auf Xherdan Shaqiri gesetzt. Der 29-Jährige vom FC Liverpool rechtfertigte seine Nominierung solange die Kräfte reichten. Bereits nach 70 Sekunden wurde er das erste Mal gefoult, danach sorgte er immer wieder für Unruhe in der deutschen Hintermannschaft, die wie bereits im Hinspiel unsicher wirkte. Shaqiri hatte auch die erste Torchance des Spiels, als er nach vier Minuten von Freuler bedient wurde und am gut reagierenden Neuer scheiterte. Der anschliessende, von Shaqiri geschlagene Corner führte zum Führungstreffer.

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Gavranovic zum Zweiten! Die Schweiz führt wieder. Video: streamable

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Gnabry mit der Hacke – 3:3. Video: streamable

«Er war ein sehr guter Match von mir. Ich hatte Freude auf dem Platz. Schade, reichte es am Ende nicht zum Sieg, aber auch insgesamt hat die Mannschaft gut gespielt.»

Xherdan Shaqiri

So erfreulich die Schweizer Offensivleistung war, in der Defensive schlichen sich deutlich mehr Nachlässigkeiten als zuletzt ein. Fabian Schär zog in seinem 57. Länderspiel einen schwachen Tag ein. Beim 1:2 verlor er den entscheidenden Zweikampf, das 2:2 leitete er mit einem kapitalen Fehlpass auf Torschütze Kai Havertz ein. Und beim 3:3 konnte er Timo Werner nicht stoppen, dessen Querpass Serge Gnabry mit dem Absatz herrlich in die lange Torecke ablenkte (60.). Sekunden vor Schluss sah der Verteidiger von Newcastle nach einem neuerlichen Foul noch die Gelb-Rote Karte.

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Das Ende eines schwierigen Abends: Fabian Schär fliegt vom Platz. Video: streamable

Deutschland - Schweiz 3:3 (1:2)
Köln. - Keine Zuschauer. - SR Buquet (FRA).
Tore: 5. Gavranovic (Freuler) 0:1. 26. Freuler (Seferovic) 0:2. 28. Werner 1:2. 55. Havertz 2:2. 56. Gavranovic (Seferovic) 2:3. 60. Gnabry (Werner) 3:3.
Deutschland: Neuer; Klostermann, Ginter (77. Can), Rüdiger, Gosens (58. Halstenberg); Kimmich, Kroos; Goretzka; Havertz (77. Draxler), Werner, Gnabry.
Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Rodriguez; Widmer, Freuler (85. Benito), Xhaka, Zuber (66. Fernandes); Shaqiri (66. Sow); Gavranovic (75. Mehmedi), Seferovic (85. Itten).
Bemerkungen: Schweiz ohne Akanji und Steffen (beide positiv auf Corona getestet) sowie Aebischer, Ajeti, Embolo, Lang, Mbabu und Zakaria (alle verletzt). 100. Länderspiel von Kroos. 49. Pfostenschuss von Havertz. 93. Gelb-Rote Karte gegen Schär wegen Fouls.
Verwarnungen: 28. Schär (Foul). 36. Gosens (Foul). 50. Gavranovic (Foul). 51. Xhaka (Foul). 66. Kroos (Foul).

Ukraine – Spanien 1:0

Die Ukraine kam im Heimspiel gegen Spanien etwas überraschend und entgegen dem Spielverlauf zum zweiten Sieg in der Schweizer Gruppe 4 der Nations League. Die Osteuropäer schlugen den Favoriten 1:0, nachdem sie vor einem Monat in Spanien noch 0:4 deklassiert worden waren.

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Der überraschende Siegtreffer durch Zygankow. Video: streamable

Das gewohnt defensiv eingestellte Heimteam liess mehrere spanische Angriffswellen über sich ergehen und schlug dann in der Schlussphase selbst zu: Nach einem Zuspiel von Stürmerstar Andrej Jarmolenko traf der kurz zuvor eingewechselte Viktor Zygankow in der 76. Minute zum 1:0.

Zuvor stand vor allem der ukrainische Torhüter Georgi Buschtschan im Brennpunkt. Der Ersatzkeeper, der schon am Samstag gegen Deutschland mehrere gute Paraden gezeigt hatte (bei einem der beiden Gegentore aber sehr schlecht ausgesehen hatte), machte eine Vielzahl von spanischen Abschlüssen zunichte.

Ukraine - Spanien 1:0 (0:0)
Kiew. - 10'000 Zuschauer. - SR Gil (POL).
Tor: 76. Zygankow 1:0.
Ukraine: Buschtschan; Karawajew, Sabarnyi, Mykolenko, Sobol; Sydortschuk (60. Kowalenko), Makarenko, Schaparenko; Jarmolenko, Jaremtschuk, Subkow (65. Zygankow).
Spanien: De Gea; Navas, Ramos, Pau Torres, Reguilon; Merino (47. Ceballos), Rodri (58. Oyarzabal), Canales (73. Olmo); Traoré, Rodrigo, Fati (58. Ferran Torres). (abu/sda)

Die Tabelle

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