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Germany's players react following the UEFA Nations League soccer match between Spain and Germany in Seville, Spain, Tuesday, Nov. 17, 2020. Spain won the match 6-0. (AP Photo/Miguel Morenatti)
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0:6 gegen Spanien – die deutschen Spieler können darüber nicht lachen. Bild: keystone

«Hier die Heatmap von #ESPGER» – die besten Twitter-Reaktionen zum Deutschland-Debakel



Deutschland hat in der Nations League eine historische 0:6-Niederlage gegen Spanien kassiert. Die höchste Niederlage seit 1931 (0:6 gegen Österreich) verfolgte Bundestrainer Joachim Löw geschockt und versteinert von der Seitenlinie. Danach fehlten ihm die Worte. Im ARD-Interview nach Schlusspfiff stammelte der Weltmeister-Trainer von 2014 nur vor sich hin, als er nach Gründen für das Debakel suchte. Gleich elf Mal benutzte er das Wort «irgendwie» – die Bild hatte nachgezählt.

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Das ARD-Interview mit Jogi Löw. Video: streamable

Anders als der Bundestrainer hatten die zahlreichen TV-Experten und Ex-Spieler nach der 0:6-Klatsche schnell eine Erklärung für die Niederlage bereit. Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und gar Mesut Özil – sie alle bemängelten, dass der Mannschaft von Jogi Löw die Führungsspieler fehlten und forderten deshalb die Rückkehr von Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels in die DFB-Elf.

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Alle Tore des Spiels. Video: YouTube/DAZN Länderspiele

Bastian Schweinsteiger (ARD):

«Entsetzlich! Ein Nackenschlag! Was mich gestört hat, ist, dass man sich nicht gewehrt hat. Es hat sich nicht als Team angefühlt. Keine Kommandos. Man hat nur die Spanier sprechen gehört. Man muss nicht von heute auf morgen alles umwerfen, aber gewisse Fragen muss man sich schon stellen. Man muss was verändern. So darf man nicht als deutsche Nationalmannschaft auftreten. Es gibt gewisse Werte, die eine deutsche Nationalmannschaft vertreten muss. Und das habe ich heute auf dem Platz nicht gesehen.
[...]
Ich weiss, dass Spieler wie Jérôme Boateng oder Thomas Müller das Triple gewonnen haben mit dem FC Bayern München. Sie sind die beste Mannschaft Europas. Die spielen in der ersten Elf, die haben Qualität. Das sind deutsche Spieler. Warum nicht für die Nationalmannschaft? Der Bundestrainer und sein Team haben eine Meinung dazu, ich persönlich habe leider eine andere.»

Lothar Matthäus (BILD):

«So ein Gesamtversagen habe ich noch nie gesehen! Es wird weiter die Diskussion um Hummels und Boateng geben. Man braucht diese Führungsspieler nach so einer Niederlage! In Sachen Teamführung wird Müller genannt werden. Die Spanier hatten nur Begleitschutz. Da fehlt so ein Lautsprecher wie Müller. Aber ich glaube nicht, dass Jogi Löw von seiner Meinung bei den dreien abweicht. [...] Eine Fehleranalyse muss Löw gar nicht machen. Die Videositzung würde acht Stunden dauern!»

Jürgen Klinsmann (ESPN):

«Das grösste Fragezeichen ist sicherlich das Thema Führung. Wer ist der echte Anführer dieser Mannschaft? Niemand auf dem Platz ausser Manuel Neuer als Torhüter hat diesen Schritt gemacht in den vergangenen zwei Jahren. Das ist wirklich traurig zu sehen. Es fehlt ein Anführer, eine Persönlichkeit, die nach dem zweiten oder dritten Tor ein Signal setzt. Thomas Müller wäre so ein Typ. Leroy Sané, Serge Gnabry – die alle folgen Müller auf dem Platz, deswegen sind die Bayern seit ich weiss nicht wie lange ungeschlagen in der Champions League. Das ist ein grosses, grosses Problem für das deutsche Team nur sechs oder sieben Monate vor dem EM-Start.»

Mesut Özil:

Die besten Reaktionen auf Twitter:

Auch die deutschen Fans trauerten den von Löw aussortierten Weltmeistern Müller, Boateng und Hummels nach. Auf Twitter liessen sie zudem kein gutes Haar an der Mannschaft und an Bundestrainer Jogi Löw – natürlich kamen dabei auch Spott und Häme nicht zu kurz.

(pre)

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