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Ein Bild mit Symbolcharakter: Pep Guardiola 2013 bei seinem Amtsantritt bei Bayern München. Die Besitzer der Trikots im Hintergrund spielen allesamt nicht mehr beim deutschen Rekordmeister. 
Ein Bild mit Symbolcharakter: Pep Guardiola 2013 bei seinem Amtsantritt bei Bayern München. Die Besitzer der Trikots im Hintergrund spielen allesamt nicht mehr beim deutschen Rekordmeister. Bild: Bongarts

Dieses Foto macht den Bayern-Fans grosse Angst – wie Pep Guardiola im «Mia san mia»-Herz herumstochert 

15.07.2015, 14:3315.07.2015, 16:38

Claudio Pizzarro, Toni Kroos, Mario Mandzukic, Mario Gomez, Xherdan Shaqiri, Bastian Schweinsteiger: Am 25. Juni 2013 steht Pep Guardiola in der Bayern-Kabine stolz vor den Wandporträts seiner Schützlinge – es ist der Tag des Amtsantritts des Katalanen. Der Trainer ist bis heute geblieben, die sechs Spieler auf den Fotos im Hintergrund sind gegangen. Sogar der Spind von Identifikationsfigur Bastian Schweinsteiger ist seit einigen Tagen leer. 

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Mach den Pep: Ein Wisch und die Spieler sind weg.bild: bongarts

Beim deutschen Rekordmeister findet momentan ein Umbruch statt, und das bringt manch ein Bayern-Fan auf die Palme. «Identifikationsfiguren kann man nicht einfach so auf dem Transfermarkt kaufen», so der Tenor.

Was die Fans damit meinen, ist klar: In der Saison 2013/2014 wurde das Bayern-Mittelfeld noch von Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos orchestriert, in der kommenden Saison werden auf dieser Position voraussichtlich Xabi Alonso, Thiago Alcantara und Javi Martinez das Sagen haben. In der Münchner Schaltzentrale spricht man nicht mehr Deutsch, sondern Spanisch. Aus «Mia san mia» wird «Nosotros somos nosotros». 

Freude daran hat der Bayern-Anhang wenig: An der Teampräsentation am vergangenen Wochenende wurde die Verkündung des Schweinsteiger-Transfers mit einem gellenden Pfeifkonzert goutiert. «Leider ist auch bei jeder Identifikationsfigur die Karriere irgendwann zu Ende», sagte Karl Heinz Rummenigge über das Mikrofon der Allianz Arena. 

Paradigmenwechsel an der Säbenerstrasse

Pep Guardiola hat im Nu Deutsch gelernt, in seiner ersten Saison das Double geholt und wurde auch in der vergangenen Spielzeit wieder Deutscher Meister. Trotz Sommerhitze weht dem Katalanen dieser Tage aber ein eisiger Wind entgegen. Mit dem zweimaligen Verpassen des Champions-League-Titels hat die Kritik der Fans wenig zu tun. Erfolg ist bei Bayern zwar wichtig, aber nicht um jeden Preis. 

«Mach, was du willst!»
Pep Guardiola zu Bastian Schweinsteiger vor dessen Wechsel zu Manchester Unitedquelle: spiegel online

Die Bayern-Fans sind stolz darauf, den europäischen Topteams die Stange halten zu können, ohne dabei massenweise Personal aus dem Ausland einkaufen zu müssen. Wenn schon Einkaufstour, dann meistens nur innerhalb der heimischen Bundesliga

Bei der Teampräsentation am vergangenen Wochenende waren beim Empfang Guardiolas viele Pfiffe zu hören. 
Bei der Teampräsentation am vergangenen Wochenende waren beim Empfang Guardiolas viele Pfiffe zu hören. Bild: EPA/DPA

Doch das Trio um Vorstandschef Karl Heinz Rummenigge, Sportvorstand Matthias Sammer und Coach Pep Guardiola scheint nun einen anderen Weg einzuschlagen. Nur zwölf der aktuell 27 Spieler im Bayern-Kader sind Deutsche, wovon lediglich Manuel Neuer, Philipp Lahm und Jérôme Boateng wohl eine Stammplatzgarantie haben. 

Statt eine Dynastie um Weltmeister wie Mario Götze, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos aufzubauen, holt sich Pep Guardiola lieber Spieler wie den brasilianischen 30-Millionen-Mann Douglas Costa an Bord.

Ein weltmeisterliches Trio: Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller, vor kurzem noch alle bei Bayern unter Vertrag.
Ein weltmeisterliches Trio: Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller, vor kurzem noch alle bei Bayern unter Vertrag.Bild: AP/AFP Pool

Der Champions-League-Titel muss her

Pep Guardiolas Vertrag bei Bayern München läuft bis nächsten Sommer. Die Zeichen stehen seit dem vorzeitigen Pokal- und Champions-League-Aus von diesem Frühjahr stark auf Abschied. Doch eine Saison bleibt dem Katalanen noch, um mit einem Sieg in der Königsklasse dennoch in die Annalen der Münchner Klubgeschichte einzugehen. 

Für dieses Ziel geht er über Leichen. Wenn es sein muss, wird sogar der Teamarzt suspendiert. Dass die Identität so verloren geht, wird stillschweigend akzeptiert. In der Abwesenheit von Uli Hoeness – und das ist angesichts der Unzufriedenheit der Fans etwas heiss – heisst es zurzeit auch bei den Bayern: Erfolg um jeden Preis.

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