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epa07975112 Napolis' Hirving Lozano celebrates after scoring a goal during the UEFA Champions League Group E soccer match between SSC Napoli and  FC Salzburg  at the San Paolo stadium in Naples, Italy, 5 November 2019.  EPA/CIRO FUSCO

Der einzige Lichtblick gestern: Lozano bejubelt seinen Treffer. Bild: EPA

Revolte in Napoli – Spieler laufen nach Remis gegen Salzburg davon, Ancelotti streikt

Nach dem 1:1 gegen Salzburg in der Champions League versinkt die SSC Napoli im Chaos. Die Spieler meutern, der Trainer schweigt und der Präsident steht mit abgesägten Hosen da.



Napoli ist in einer sportlichen Krise. Seit vier Spielen hat das Team aus der süditalienischen Hafenstadt nun nicht mehr gewonnen. Gestern kamen die «Azzurri» in der Champions League zuhause im San Paolo gegen Salzburg nicht über ein 1:1 hinaus.

Das Unentschieden gegen die Österreicher ist vielleicht auch eine Folge des Chaos, in dem der Klub gerade steckt. Präsident Aurelio De Laurentiis hatte die Mannschaft mitten in der Saison für die ganze Woche in ein Straf-Trainingslager geschickt, die Spieler wurden im eigenen Trainingszentrum Castel Volturno 35 Kilometer nördlich der Stadt kaserniert.

«Das Trainingslager ist keine Strafe, sondern eine Gelegenheit, damit sich die Spieler besser kennenlernen», begründete der extravagante Filmproduzent die Massnahme. Trainer Carlo Ancelotti sagte vor dem Spiel gegen Salzburg, man müsse die Entscheidung des Präsidenten akzeptieren. Nach dem 1:1 redete er nicht mehr. Ancelotti schwänzte die obligatorische Medienkonferenz, was eine Busse von der UEFA geben wird.

«Sag deinem Vater, dass wir nach Hause gehen»

Angefressen sind auch die Spieler. Sie liessen den Mannschafts-Car links liegen und sich in Privatautos nach Hause fahren statt zurück ins Trainingscamp. Zuvor war De Laurentiis in der Kabine gewesen, um nach dem Unentschieden gegen Salzburg zum Team zu sprechen. Er soll angeordnet haben, dass das Straf-Trainingslager trotz ansprechender Leistung wie vorgesehen weitergehen soll.

«Sag deinem Vater, dass wir nach Hause gehen», liess Captain Lorenzo Insigne dem Sohn von De Laurentiis ausrichten. Dries Mertens, Torschütze vom Dienst und seit 2013 in Napoli, soll danach der erste Spieler gewesen sein, der das Stadion auf eigene Faust verliess. Der Rest der Mannschaft sei dem Belgier dann gefolgt. Einige haben sich offenbar an ihre Anwälte gewandt, weil das Trainingslager während der Saison in ihren Augen vertragswidrig ist. «Das ist nichts anderes als eine Meuterei», hält die «Gazzetta dello Sport» fest. Die rosarote Sportzeitung befürchtet, dass die Hahnenkämpfe abseits des Rasens schwerwiegende Folgen für Napolis Saison haben könnten.

epa07953967 Napoli's head coach Carlo Ancelotti before the Italian Serie A soccer match between SPAL Ferrara and SSC Napoli at Paolo Mazza stadium in Ferrara, Italy, 27 October 2019.  EPA/SERENA CAMPANINI

Ungewisse Zukunft: Carlo Ancelotti. Bild: EPA

Ancelotti nach Argentinien?

Ancelotti und sein Trainerstab kehrten nach dem Spiel ohne Mannschaft nach Castel Volturno zurück. Am Fusse des Vesuv brodelt es. Und vielleicht wird Ancelotti schon bald die Konsequenzen ziehen und Napoli verlassen. Angeblich ist er Kandidat für den Trainerjob bei den Boca Juniors.

Zum Training heute erschienen die Spieler. Mertens und Koulibaly hätten zu den ersten gehört, berichten Reporter vor Ort, wollten aber nichts sagen. Präsident De Laurentiis hätte eigentlich Termine in Los Angeles, verschob diese aber, um die Situation bei Napoli zu klären. (ram)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 06.11.2019 18:41
    Highlight Highlight Also wenn Ancelloti dem Chaos entfliehen will, sollter er an die frische Luft, nicht nach Buenos Aires.
  • c_meier 06.11.2019 16:52
    Highlight Highlight wie immer: der Spieler soll spielen, der Trainer trainieren, der Manger managen und der Präsident präsidieren...
    ertwas anderes ist selten erfolgreich (Ausnahme: Sion im Cup)
  • P. Silie 06.11.2019 13:40
    Highlight Highlight Da blutet einem das Herz. Abgesehen von den 4 nicht gewonnenen Spielen muss man sich mal die Statistiken vor Augen halten - z.B. gestern. Auch in den Spielen vorher ist oftmals eine erdrückende Überlegenheit Napolis zu erkennen und dennoch hauts nicht ganz hin mit den Resultaten.

    Forza Napule!
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    • 54er 06.11.2019 14:11
      Highlight Highlight solche Spiele wie gestern Abend gibt es.. da hatte Salzburg einfach das Glück auf seiner Seite..

      Das Hauptproblem aber liegt schon länger beim Präsident!
    • P. Silie 06.11.2019 14:21
      Highlight Highlight @54er: Ich befürchte Sie haben recht. Wenn der Präsident sich zu sehr ins Fussballgeschäft selbst einbindet kommt es selten gut.

      Hier noch die Statistik zum Spiel gegen Cagliari wo man 0:1 verlor... Es gibt noch mehr solche Bilder diese Saison
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