Sport
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epa07954113 Referee Tobias Stieler (C) checks the VAR video review during the German Bundesliga soccer match between VfL Wolfsburg and FC Augsburg in Wolfsburg, Germany, 27 October 2019.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION:  The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Alles regulär? Der Ref überprüft eine Strafraum-Szene bei Wolfsburg – Augsburg. Bild: EPA

Für mehr Transparenz – Hands-, Offside- und VAR-Regeln auf dem Prüfstand



Auf dem Platz ist das Hands derzeit das grösste Ärgernis des Fussballs. Auf diese Saison hin waren die Regeln angepasst worden mit dem Ziel einer Vereinfachung. Weil damit aber niemand zufrieden ist, könnte das Handspiel im Regelbuch bald neu definiert werden.

Auch die Offsideregel steht in der heutigen Form – im Zusammenhang mit dem Videoschiedsrichter – auf der Kippe und beim VAR könnte es Neuerungen geben. Im Fokus steht der Zuschauer im Stadion und im TV, dem Entscheide begründet werden sollen.

Handspiel

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kündigte an, dass man das Thema behandeln müsse. Er erzählte im «Daily Mirror» von einer Tagung mit Trainern wie Jürgen Klopp, Pep Guardiola oder Zinédine Zidane:

«Alle Topcoaches unserer europäischen Teams waren da und unser Schiedsrichter-Chef zeigt ein Handspiel. Er fragt: ‹Handspiel, oder nicht?› Der halbe Raum sagt ‹Ja›. Die andere Hälfte sagt ‹Nein›. Also sag mir, wie eindeutig die Regel ist? Wir wissen es nicht.»

Unparteiische könnten nicht wissen, ob ein Hands absichtlich erfolgt sei oder nicht. «Der Schiedsrichter ist kein Psychiater.» Einen Vorschlag, wie die Handsregel erneuert werden könnte, machte Ceferin nicht.

Offside

Fast nach jeder Premier-League-Runde machen Standbilder die Runde, auf denen mit Linien ein Offside angezeigt wird. Dumm nur, dass es sich manchmal um zwei Millimeter zu handeln scheint und der Zeitpunkt der Ballabgabe durchaus auch zwischen zwei Bildern einer Videoaufnahme sein könnte (Filmmaterial besteht ja aus vielen Einzelbildern). Es lässt sich also trotz Technik nicht immer zweifellos sagen, ob ein Spieler offside ist oder nicht. UEFA-Präsident Ceferin sagt:

«Wenn man eine lange Nase hat, ist man heutzutage im Abseits. Die Linien werden ja auch von den Videoassistenten gezeichnet. So gesehen ist es eine subjektive Zeichnung von objektiven Kriterien.»

FILE - In this Thursday, Feb. 7, 2019 file photo, UEFA President Aleksander Ceferin listens to reporter's questions during a press conference at the end of the 43rd UEFA congress in Rome. Ceferin told leaders from European leagues not to forget the importance of big clubs in generating cash during a private meeting in which plans were detailed for a closed-off Champions League favoring the elite. A recording and images obtained by The Associated Press from the meeting at the UEFA headquarters on Wednesday, May 8 highlights the schism between clubs and leagues over the ability to influence UEFA as it considers revamping its club competitions starting with the 2024-25 season. (AP Photo/Alessandra Tarantino, file)

Will Probleme lösen: Aleksander Ceferin. Bild: AP

Ceferin schlägt eine Toleranzgrenze von 10 bis 20 Zentimetern vor. Man werde dies mit der Schiedsrichter-Abteilung diskutieren, kündigte der Slowene an.

«Es ist okay, wenn ein Spieler nicht offside ist, auch wenn er es einen Zentimeter ist. Denn bei der Regel geht es eigentlich darum, dass man sich einen Vorteil verschafft. Und den hat man mit einem Zentimeter nicht.»

VAR

Gemäss der ARD missfällt Ceferin der VAR generell. Der Fussball brauche auch weiterhin eine gewisse Unsicherheit:

«Das Spiel verändert sich und wir haben Angst, dass es sich zu sehr verändert. Die Schiedsrichter sollten die Verantwortung haben. Nicht irgendwelche Leute, die versteckt in einem Übertragungswagen oder in einem Gebäude 500 Kilometer vom Stadion entfernt sitzen.»

Auch mit der unterschiedlichen Handhabung des VAR hat Ceferin Mühe. «In England gibt es Schiedsrichter, die nichts am Bildschirm anschauen, während sie in Italien alles eine halbe Stunde lang prüfen. Es ist ein Chaos.»

Das International Football Association Board (IFAB) ist jenes Gremium, das über die Fussballregeln entscheidet. Es hat bei seiner jüngsten Sitzung diese Woche festgestellt, dass mehr Transparenz dem Video-Schiedsrichter helfen könnte. Deshalb sollen nun verschiedene Massnahmen getestet werden, damit Spieler und Zuschauer die Entscheide besser verstehen können:

abspielen

Im Rugby hören TV-Zuschauer häufig den Schiedsrichter sprechen. Video: YouTube/Andrew Forde

«Manchmal können Fans oder Spieler die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wir überlegen, wie man das verbessern kann», sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud zur ARD. Ende Februar will man entscheiden, ob die Testphase tatsächlich gestartet wird.

Für UEFA-Präsident Aleksander Ceferin ist klar, dass es kein Zurück gibt und der Videoschiedsrichter bleiben wird. Er schilderte ein Beispiel aus der jüngsten EM-Qualifikation, wo noch ohne VAR gespielt wurde:

«Slowenien, meine Heimat, ist ausgeschieden. Ich war im Stadion und es gab ein klares Hands. Ich war so wütend, es war wirklich eindeutig! Aber der Schiedsrichter hat es nicht gegeben. Wir hätten uns sonst für die EM qualifiziert.»

So ist das Ende 2019 mit dem Videobeweis: Ist ein VAR da, ärgert man sich darüber, wie pingelig die Regeln umgesetzt werden. Und fehlt der VAR, ärgert man sich darüber, dass die Regeln nicht pingelig umgesetzt werden.

Schrille, kuriose und schlicht hässliche Trikots

Schiedsrichter testen Videoassistenten VAR in der Praxis

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • GenerationY 05.12.2019 18:32
    Highlight Highlight Also eine Toleranz bei Offside...🙈 Die Regel ist eine der wenigen, die sich klar bestimmen lässt. Bitte einfach so lassen!

    Mit einer Toleranz gibt es weiterhin knappe Entscheide und die gleichen Diskussionen. Dann einfach, weil Spieler X wegen 2 Millimetern in-/ausserhalb Toleranz stand bei Ballabgabe.
  • RemoAchilles 05.12.2019 15:41
    Highlight Highlight Der Weltsport Fussball wird immer mehr zerstört. Grund dafür sind aber weder Hands- oder Offsideregeln, geschweige vom VAR.

    Es sind die TV-Rechte die den Sport vermiesen
  • Harri Hirsch 05.12.2019 14:33
    Highlight Highlight Toleranzgrenze 10-20 cm...

    Wie jetzt? 10 oder 20 cm? Oder vielleicht doch 25 oder 30? Warum nicht 50? Und dann beim einen 10, beim anderen 20?

    Nein, lasst es so wie es ist, es führt nur zu noch mehr Diskussionen. Waren das jetzt 15 oder doch eher 25 cm? Aber beim Gegner wurden 18,75 cm laufen gelassen bei uns wurde der Stürmer bei 13,8 cm zurück gepfiffen...usw.
  • chnobli1896 05.12.2019 13:19
    Highlight Highlight Handspiel: Ball an die Hand = Handspiel (ausser die Hand (nicht der Arm) ist direkt am Körper angelegt). Ball nicht an die Hand = Kein Handspiel

    Logisch gibt es dann Spieler die versuchen werden Leute anzuschiessen, spielt aber keine Rolle. Da muss man sich als Verteidiger drauf einstellen können.
    • Third_Lanark 05.12.2019 14:40
      Highlight Highlight Und wie soll man sich als Verteidiger darauf einstellen? Insem man sich vor dem Spiel beide Arme amputieren lässt?
    • chnobli1896 05.12.2019 15:38
      Highlight Highlight Die Hand am Körper halten.

      Dann ists wenigsten für alle fair.
    • Third_Lanark 05.12.2019 23:03
      Highlight Highlight Es kann ja wohl nicht im Sinne des Spiels sein, dass die Verteidiger ihre Arme verstecken müssen, um nicht angeschossen zu werden..
  • Lümmel 05.12.2019 12:25
    Highlight Highlight "Auf dem Platz ist das Hands derzeit das grösste Ärgernis des Fussballs."

    Nö, das sind nach wie vor die Schwalben. Warum wird dieser Beschiss immernoch toleriert? Der VAR hätte die Möglichkeit dies sofort zu bestrafen.
    • beautyq 05.12.2019 14:27
      Highlight Highlight Wer mehrmals pro Woche Fussball schaut, sieht kaum Schwalben. Diese sind ein auffälliges Problem, passieren aber nur alle paar Spiele.
    • Lümmel 05.12.2019 15:01
      Highlight Highlight @beautyq: Wer mehrmals pro Woche Fussball schaut, nimmt die Schwalben warscheinlich einfach nicht mehr wahr, weil er sich daran gewöhnt hat.
  • Noob 05.12.2019 12:09
    Highlight Highlight "Im Zweifel für den Angreifer" soll endlich fettgedruckt im Regelbuch hinterlegt und auch so gehandhabt werden. Dann braucht es diese 20cm Komfortzone auch nicht.
  • *sharky* 05.12.2019 12:00
    Highlight Highlight Was irgend ein Paul twittert ist unerheblich, vielleicht ist auch er 'fucked', seine Worte.
    Die Offside-Linie und -Regel ist IMHO sakrosankt, an der darf nicht herumgeschraubt werden.
    Ich verfolge recht viele PL Spiele, die Engländer meinten wohl, sie müssten das Rad neu erfinden.
    In keinem anderen Land, nicht einmal in Deutschland, war die Einführung vom VAR so miserabel.
    Vielleicht hätte die geldgeschwängerte PL eher von den Erfahrungen anderer Ligen profitieren sollen, wie La Liga z.B., wo es recht gut funktioniert.
    Wollen eher nicht, unterstelle ich den 'Grosskopferten' mal.
  • w'ever 05.12.2019 11:39
    Highlight Highlight die UEFA sollte doch gleich die ganze rugby produktion und bitte auch gleich deren schiedrichter auf die fussballer loslassen.
    • McStem 05.12.2019 15:20
      Highlight Highlight Wenn du die Rugbyschiedsrichter auf Fussballer loslässt gibt es in den ersten 10 Minuten mindestens 22 Platzverweise mit Gelbrot (alle wegen Reklamierens) ;)
    • w'ever 05.12.2019 16:15
      Highlight Highlight @mcstem
      genau darum. in den ersten spielen werden die spieler massenhaft vom feld fliegen. aber wenn die diven mal die marotten abgelegt haben, dann könnte der fussball wieder ein fantastisches spiel werden.
  • jaähä 05.12.2019 11:36
    Highlight Highlight Das wichtigste beim var ist, neben der korrekten Entscheidung, dass diese so schnell wie möglich getroffen wird. Mir geht dass immernoch zu langsam. Von diesen Zuschauer-integrier Methoden halte ich nichts. Ebenfalls sollte der Videoschiri eine Vollmacht besitzen und der Schiri selber nichts am Bildschirm nachschauen. Der beste var Entscheid ist einer, bei dem der Zuschauer erst gar nicht merkt, dass etwas überprüft wurde.
    • fandustic 05.12.2019 13:18
      Highlight Highlight Falsch, der Schiri auf dem Platz muss zwingend die Bilder anschauen, er ist schliesslich auch verantwortlich für die Spielleitung...gerade in der Premier League passiert dies überhaupt nicht. Hätte noch nie gesehen, dass sich ein Schiri mal an die Seitenlinie bemüht. Dort entscheidet alles der VAR. Darum funktioniert es dort auch nicht, respektive wird es noch viel mehr als sonst wo kritisiert.

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