«Es ist vorbei»: Lucien Favre gibt Rücktritt bekannt
Nach insgesamt 824 Spielen ist Schluss. Lucien Favre hat seine Karriere offiziell für beendet erklärt. Der 68-jährige Waadtländer hat sich nach eigenen Worten bereits vor geraumer Zeit vom Fussball verabschiedet, erklärte er nun gegenüber dem Blick.
Favre stand zuletzt bei OGC Nizza unter Vertrag. Sein Aus dort im Januar 2023 war damit bereits der finale Vorhang für eine bemerkenswerte Trainerlaufbahn. «Es ist gut für mich, so wie es ist», sagte Favre nun. Er habe sich schon vor längerer Zeit dazu entschieden, «weil ich gespürt habe: Alles ist gemacht, es ist genug».
An Angeboten mangelte es danach offenbar nicht. Anfragen habe es weiterhin gegeben, «aus Europa, aus Saudi-Arabien». Favres Reaktion: höflich, aber unmissverständlich – so wie er auch als Trainer auftrat. «Ich habe dankend abgelehnt, weil es definitiv fertig ist.» Die Botschaft sei bei den meisten angekommen. Und falls doch noch jemand nachfrage, gelte weiterhin:
Der Gedanke, noch mit 70 Jahren an der Seitenlinie zu stehen, schrecke ihn eher ab, bekräftigt Favre. Auch eine Rolle abseits des Trainerjobs reize ihn nicht.
Dabei blickt Favre auf eine äusserst erfolgreiche Karriere zurück. In der Schweiz feierte er mit dem FC Zürich zwei Meisterschaften, in Deutschland führte er Hertha Berlin und Borussia Mönchengladbach in neue oder seit langem nicht mehr denkbare Tabellensphären.
Besonders in Gladbach geniesst Favre Legendenstatus. Ab 2011 coachte er die «Fohlen» für insgesamt 189 Spiele über viereinhalb Jahre. Er entwickelte Gladbach, gemeinsam mit dem heutigen Sportsvorstand von Bayern München, Max Eberl, vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Teilnehmer.
Mit Borussia Dortmund gewann Favre später den Superpokal und zwei Vizemeisterschaften, teils mit Vereinsrekorden. Sein Punkteschnitt von 2,02 macht ihn statistisch zu einem der erfolgreichsten BVB-Trainer überhaupt – besser sogar als Klubikonen wie Jürgen Klopp oder Ottmar Hitzfeld. Nur der heutige englische Nationaltrainer Thomas Tuchel weist mit 2,12 einen noch besseren Schnitt auf. Trotzdem wurde er bei Dortmund nie ganz glücklich, was auch seiner öffentlich zurückhaltenden Art geschuldet war.
Auch in Nizza in Frankreich, wo Favre vor und nach seiner bei Dortmund amtete, konnte er Erfolge verbuchen. Favres Fachkompetenz ist im Profifussball unumstritten – nun hat er sich offiziell entschieden, diese nicht mehr bei einem Verein einzubringen. (watson.de/con)
