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Nächster Stadion-Knall

Weil die Bedingungen zu schlecht sind: GC und FCZ lösen Stadion-Mietvertrag auf 

Es rockt wieder in der Stadtzürcher Fussballszene. GC und der FCZ haben den Stadionmietvertrag mit der Stadt per 31. Dezember 2014 fristgerecht auf Saisonende gekündigt. 

Die Stadt Zürich, Prunksitz des Weltfussballverbandes FIFA, ist die einzige wichtige Stadt auf diesem Planeten, die kein Fussballstadion hat. Sogar Mekka hat eine Fussball-Arena (König-Abdul-Aziz-Stadion für 38'000 Fans). GC und der FCZ spielen unter unvorteilhaften Bedingungen im Stadion Letzigrund. Einer multifunktionalen Arena, die sportlich eher für Leichtathletik und kommerziell für Konzerte konzipiert wurde. Die Arena wurde für die Fussball-EM 2008 neu gebaut – aber eben nicht als Fussballstadion, sondern nach wie vor mit dem Schwergewicht auf die Nutzung für Leichtathletik. 

Der Mietvertrag hätte sich ohne Kündigung per 31. Dezember automatisch um eine weitere Saison bis 2016 verlängert. Er wurde so konzipiert, weil bei der Unterzeichnung vor fünf Jahren beide Parteien (die Stadt Zürich und die beiden Fussballclubs) davon ausgegangen waren, dass ab 2016 ein neues Fussballstadion stehen würde. Das wird, nach dem Nein der Stimmbürger, nicht der Fall sein. Im nächsten Jahr wird ein Investoren-Wettbewerb ausgeschrieben. Aber Kenner rechnen nicht mit einem neuen Stadion vor dem Jahr 2021.  

30.11.2014; Zuerich; Fussball Super League - FC Zuerich - FC Basel; Die Mannschaften betreten das Stadion Letzigrund (Andreas Meier/freshfocus)

Der Letzigrund ist für Fussball einfach ungeeignet. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Ziel: Bessere Bedingungen

Das Ziel der beiden Stadtzürcher Klubs: Bessere Bedingungen. Es geht dabei nicht nur um die Stadionmiete. Das gesamte Paket soll neu ausgehandelt werden. Etwa auch die Sicherheitskosten und die Möglichkeit, Geld mit der Gastronomie zu verdienen. Schon 2011 hatte GC den Vertrag gekündigt und angedroht seine Heimspiele in Emmen oder Aarau auszutragen, der FCZ hatte danach eine tiefere Stadionmiete verlangt.

Zurzeit ist die Situation so, dass beide Klubs praktisch bei keinem Spiel Geld verdienen. Wenn es schlecht läuft, bleibt sogar bei ausverkauftem Haus, wegen der dann steigenden Sicherheitskosten (etwa gegen Basel), kein Geld in der Klubkasse. Zudem sind die baulichen Voraussetzungen in Bezug auf die Sicherheit für ein modernes Fussballstadion ungenügend und somit die Sicherheitskosten im Vergleich zu anderen Stadien unverhältnismässig hoch. 

30.11.2014; Zuerich; Fussball Super League - FC Zuerich - FC Basel; Panorama Foto des Stadion Letzigrund von der Haupttribuene aus gesehen (Andreas Meier/freshfocus)

Eine wirkliche Alternative bietet sich den Zürcher Klubs in der Stadionfrage nicht. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Pokerspiel mit einsehbaren Karten

Das Stadion gehört der Stadt. Die ganze Stadion-Mietgeschichte ist also ein Politikum sondergleichen und die Verhandlungen sind hoch heikel. Sowohl für FCZ-Obmann Ancillo Canepa, wie für GC-Präsident Stephan Anliker ist es ein Verhandlungs-Pokerspiel mit umgekehrten, für den Gegner jederzeit einsehbaren Karten: Eine Stadion-Alternative gibt es für den FCZ und GC eigentlich nicht. Es kann davon ausgegangen werden, dass in den nun anlaufenden Verhandlungen mit einem Wegzug in eine andere Arena spekuliert wird. Aber eben: Wohin? 

So wie GC und der FCZ synchron den Mietvertrag gekündigt haben, so wollen die Verantwortlichen auch gemeinsam die Verhandlungen führen und sich nicht auseinanderdividieren lassen. Affaire à suivre. 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Hopper 19.12.2014 22:56
    Highlight Highlight Ja de letzi isch en scheiss, mir isch klar das du das weisch, doch die zit gaht au verbi, hauptsach ewigs hopper sie..
  • tonofbasel 19.12.2014 14:06
    Highlight Highlight Bleibt wohl nur noch Winti als Option..zumindestens könnten GC und FCZ wieder mal in ein richtig geiles Fussballstadion spielen..
  • Androider 19.12.2014 13:11
    Highlight Highlight Also bei uns im Gersag wollen wir die bestimmt nicht!
  • Asmodeus 19.12.2014 12:25
    Highlight Highlight Die Frage stellt sich doch. "Wohin?"

    Aarau hat auch nicht wirklich ein SL-taugliches Stadion und die Sicherheit ist noch schwieriger zu gewährleisten als im Letzi.

    Nach St. Gallen können die beiden Vereine auch nicht für ihre Spiele fahren. Erst recht nicht beide.
    Basel und Bern fallen genauso flach. (Auch wenn die Vorstellung eines FCZ im Joggeli als Heimstadion geradezu urkomisch surreal ist).

    Ich vermute GC und FCZ versuchen mit den Verhandlungen Druck auf die Stadt selbst auszuüben. Eventuell müssen sie aber generell tiefer stapeln. Ausverkauft sind die Stadien eh nie.
    • Oberon 20.12.2014 00:20
      Highlight Highlight Wir kämpfen schon lange für unser neues Stadion in Aarau.
    • Asmodeus 21.12.2014 13:36
      Highlight Highlight Und wir hoffen Ihr erhaltet es irgendwann auch.

      Aber aktueller Stand könntet Ihr kaum noch GC oder den FCZ unterbringen. Besonders nicht falls es eine der Mannschaften in die Champions League oder den UEFA Cup schaffen sollte.
  • Boogie 19.12.2014 12:03
    Highlight Highlight Meine Güte, diese beiden Vereine sind richtige Heulsusen! Die ganze Zeit wird gejammert und gejammert. Und nur weil ihnen das Letzigrund Stadion irgendwie nicht passt soll nun noch ein weiteres defizitäres Stadion gebaut werden?
    • zettie94 19.12.2014 17:05
      Highlight Highlight Das Letzigrund ist nun mal als Fussballstadion etwa so gut geeignet, wie das Wembley als Schwimmhalle...
  • itsnoton 19.12.2014 10:59
    Highlight Highlight "...die einzige wichtige Stadt auf diesem Planeten" Ach so wichtig!
    • droelfmalbumst 19.12.2014 12:16
      Highlight Highlight zumindest in der schweiz die wichtigste :)
    • Asmodeus 19.12.2014 13:20
      Highlight Highlight Auch nur aus Sicht der Zürcher ;)

      Zürich ist die SVP der Schweiz. Hat zwar prozentual die meisten Mitglieder aber ist dafür bei allen Anderen umso unbeliebter ;)
    • hektor7 19.12.2014 13:20
      Highlight Highlight Vielleicht mal den Satz noch bis zum Ende lesen, Herr Magister...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dareos 19.12.2014 10:46
    Highlight Highlight Realistisch gesehen, wird sich da kaum gross etwas ändern und die Verhandlungen werden kaum gross gewinnbringend sein. Die Verantwortlichen des GC und des FCZ sollen ihre Zeit lieber investieren beim Stadtrat zu weibeln und endlich ein wenig Geschwindigkeit reinzubringen bei der dritten Projektausschreibung. Oder als Alternative würde auch einige Diskussionen mit der SPS gewinnbringender sein. Na ja... Somit können wir mal wieder ein neues Kapitel eröffnen im Zürcher Stadiondebakel.. HARDTURM JETZT!
  • droelfmalbumst 19.12.2014 10:46
    Highlight Highlight bünzlis und grüne.. hauptsache gegen ein stadion... einfach nur traurig.

    baut endlich ein anständiges stadion. 25'000 plätze. 1 stadion für FCZ und GC. fertig. was ist daran so schwierig????

    letzigrund gleich abreissen... für 1-2 leichtathletik events im jahr und 3-4 konzerte??? lool

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