DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Die FCB-Fans auf der Kornhausbrücke in Bern im Jahr 2014 auf dem Weg ins Stade de Suisse zum Cupfinal gegen den FCZ. bild: keystone

Basler Fan-Protest gefährdet Cupfinal – doch jetzt soll eine Lösung da sein

Die FCB-Fans kündigten an, mit Fantasietickets zum Cupfinal zu reisen. Mit diesen wird man sie nicht reinlassen. Die Sicherheitslage wäre prekär, der Final drohte zu platzen

Sébastian Lavoyer / ch media



Am 19. Mai sollte in Bern der Cupfinal zwischen dem FC Thun und dem FC Basel steigen. Soweit der Plan des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Doch der Final ist gefährdet. Die Muttenzerkurve, der harte Kern der Basler Anhänger, will ohne offizielles Ticket nach Bern reisen.

Aus Protest gegen die SFV-Preispolitik und die Kombination von Eintritt und Sonderzug-Billett. Stattdessen, so der Plan der Ultras, wollen sie eigene Tickets im Retrolook verkaufen, gemeinsam nach Bern reisen, die Einnahmen dem SFV übergeben und im Gegenzug Einlass ins Stade de Suisse zu verlangen. Der Verband wird auf dieses Begehren aber niemals eingehen. Ansonsten würde er Tür und Tor für weitere derartige Aktionen öffnen. Daran ist er in keinsterweise interessiert.

Bild

Mit einem solchen Fantasieticket wollen die Basler Fans am Cupfinal den Eintritt verlangen. bild: zvg

Man stelle sich bloss vor: Mehreren tausend Fans aus Basel würde der Einlass verwehrt. Der Frust geht hoch. «In einem solchen Fall wären Konflikte programmiert», sagt Bern Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zur «Berner Zeitung». Eine solche Ausgangslage für den Final wertet er als «denkbar schlecht». «So etwas hat es an einem Cupfinal noch nie gegeben», sagt er. Er hoffe auf das Einlenken der Fans.

Verschieben oder Forfait

Signalisieren die Fans keine Kooperationsbereitschaft, könnte Nause die Bewilligung für den Cupfinal verweigern. Sollte es soweit kommen, sind verschiedene Szenarien denkbar: Wenn sich die Klubs darauf verständigen, könnte der Cupfinal mit 0:0 gewertet werden. Es gäbe also weder einen Final noch einen Sieger.

Auch eine Verschiebung wäre denkbar. Oder im schlimmsten Fall eine Forfait-Wertung. Dazu aber müsste die Schuld für die Absage eindeutig einem Verein zugeordnet werden können. Das scheint derzeit ein Leichtes. Schliesslich sind es die Basler, die protestieren. Thun würde den Cupsieg erben. Der FCB guckte in die Röhre. Aber das alles sind Spekulationen.

Was so gut wie sicher ist: Gibt es dieses Jahr keinen Cupfinal, wird es für ein paar Jahre keinen Cupfinal geben. Bei einer Absage würde nämlich mit Sicherheit ein Grossteil der Sponsoren abspringen und neue Sponsoren wären nur sehr schwer zu finden. Das will niemand. Weder die Stadt Bern, die Fans, der Verband noch die Klubs. Deswegen haben sich Vertreter aller Beteiligten gestern Abend in Bern zu Gesprächen getroffen. Nicht nur Reto Nause zeigt sich diesbezüglich optimistisch, dass man eine Lösung findet. Auch seitens des Verbandes ist man zuversichtlich.

Verzichten Fans auf Protest-Aktion?

Entgegen anders lautender Berichte ist es nicht unüblich, dass die Bewilligung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erteilt ist. Letztes Jahr in Bern und vorletztes Jahr in Genf erhielt der SFV die Bewilligung auch erst zehn Tage vor dem Spiel. Dieses Jahr könnte sie noch später erfolgen. Denn am Sonntag, 12. Mai, kommt es in Bern zum Spitzenspiel zwischen YB und dem FC Basel. Es ist vorstellbar, dass die Stadt Bern und Reto Nause dieses Spiel abwarten, um zu sehen, wie sich die Basler Fans verhalten.

Wahrscheinlicher scheint jedoch, dass die Bewilligung vorher erteilt wird. Wie am Donnerstagabend zu vernehmen war, hat der Verband eingewilligt, dass die Tickets nicht nur zur Fahrt mit dem Sonderzug berechtigen, sondern quasi als GA dienen. Die Fans sollen unter diesen Vorzeichen bereit sein, auf ihre Protest-Aktion zu verzichten. Dem Cupfinal stünde nichts mehr im Weg. Bleibt zu hoffen, dass sich das bestätigt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Schweizer Cupsieger seit 1990

1 / 33
Alle Schweizer Cupsieger seit 1990
quelle: keystone / alessandro della valle
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

YB-Topskorer Guillaume Hoarau singt «Bärndütsch»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

In Brasiliens erstem Länderspiel werden dem Superstar zwei Zähne ausgeschlagen

21. Juli 1914: In Rio de Janeiro beginnt die Geschichte der mit fünf WM-Titeln erfolgreichsten Fussballnation der Welt. Brasilien bestreitet gegen Exeter City sein erstes Länderspiel. Der grosse Star: Arthur Friedenreich.

Von Arthur Friedenreich wird gemeinhin behauptet, er sei einer der besten Fussballer aller Zeiten. Aber wer kann schon glaubwürdig mitdiskutieren? Schliesslich war Friedenreich vor hundert Jahren aktiv.

Unbestritten ist jedoch, dass «El Tigre» einer der besten Fussballspieler seiner Zeit ist. Und dennoch ist es keine Selbstverständlichkeit, dass der Stürmer im ersten Länderspiel in der Geschichte des brasilianischen Verbands dabei ist. Denn als Sohn eines deutschen Auswanderers und einer …

Artikel lesen
Link zum Artikel