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Bundesliga, 32. Runde

Geister-Meister! Die Bayern müssen ihren 8. Titel in Serie ohne Weissbier feiern



Bayern München zementiert seinen Status als Deutschlands Übermannschaft. Dank einem 1:0-Sieg beim abstiegsgefährdeten Werder Bremen ist den Münchnern der achte Meistertitel in Folge zwei Spieltage vor dem Saisonende nicht mehr zu nehmen.

Ohne Zuschauer, ohne grossen Jubel, ohne Kinder in viel zu grossen Trikots und vor allem ohne Weissbier feierten die Bayern nach dem Minsieg in Bremen den 30. Titel. Statt mit den Fans machten die Spieler mit den Bossen auf der Tribüne die Welle. Ein paar Umarmungen und eine kurze Rede von Trainer Hansi Flick später verschwanden der frischgebackene Meister auch schon in der Garderobe.

Die Stimmen zum Titel

Bayern-Vorstandschef Rummenigge:

«Wir sind sehr glücklich. Das hat die Mannschaft toll gemacht. Grosses Kompliment auch an Hansi Flick, er hat einen tollen Job gemacht. Wir haben zwischendurch geschwächelt, da haben es die Konkurrenten ein bisschen verpasst, davonzuziehen. Und als Hansi das Ruder übernommen hat, hat er das Schiff sehr schnell wieder auf Fahrt gebracht. Es ist eine komische und kuriose Meisterschaft, aber wir sind total zufrieden.

Die Absprache mit der DFL ist so, dass wir die Meisterschale nach dem 34. Spieltag in Wolfsburg überreicht bekommen. Wir werden am Samstag nach dem Spiel im Stadion eine kleine Meisterfeier machen, im ganz kleinen Kreis leider auch ohne Frauen. Das erlaubt das medizinische Konzept der DFL nicht.»

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Kein Weissbier – so feiern die Bayern den Titel auf dem Platz. Video: streamable

Bayern-Trainer Hansi Flick:

«Kompliment an die Mannschaft, es ist sensationell, was wir in den vergangenen Monaten gezeigt haben. Heute gibt's keine Kritik, man muss die Art und Weise herausstellen, wie die Spieler das umgesetzt haben. Spieler und Trainerteam sind einfach eine Einheit. Das macht mir sehr viel Spass. Wir sind gut. Das ist Bayern München, die Ziele sind immer hoch. Unser erstes grosses Ziel haben wir jetzt erreicht, der Pokal ist jetzt das nächste Ziel und die Champions League, aber das kann man nicht planen.

Heute wird ein bisschen gefeiert. Ich trinke Hermann Gerland zu Liebe etwas mit. Bourbon oder so ...»

Bayern-Präsident Herbert Hainer:

«Wir werden heute schon noch eine Mini-Bar in einem Zimmer finden, wo es etwas zu trinken gibt.»

Matchwinner Robert Lewandowski:

«Das ist schon ein besonderer Moment. Ohne Fans zu feiern, ist schon ein bisschen kompliziert. Diese Stimmung, diese Leidenschaft fehlt schon. Wir sind aber sehr zufrieden, dass wir jetzt deutscher Meister sind. Hoffentlich können wir bald zusammen mit den Fans feiern.»

Fünfzehn Teams und 48 Punkte liegen in der Tabelle der Bundesliga nach 32 Runden zwischen dem alten und neuen Meister Bayern München und Werder Bremen. Am Dienstagabend war von einem solchen Klassenunterschied wenig zu sehen. Dass die Bayern vor einer Geisterkulisse in Bremen letztlich auch das 14. Pflichtspiel in Folge siegreich gestalteten und somit den 30. Meistertitel der Klubgeschichte offizialisierten, verdankten sie Rückkehrer Robert Lewandowski und einem toleranten Schiedsrichter-Gespann.

43 Minuten lang hielt der Zweitletzte der Bundesliga die geballte Offensivpower des Rekordmeisters im strömenden Regen gut unter Kontrolle, ehe Lewandowski einen cleveren Lupfer von Jérôme Boateng mit der Brust kontrollieren und zum 1:0 nutzen konnte. Für den 31-jährigen Polen, der wie Thomas Müller nach einer Gelbsperre wieder in die Startformation zurückkehrte, war es das 31. Tor im 29. Meisterschafts-Einsatz. Von der kalten Lewandowski-Dusche kurz vor der Pause erholten sich die Bremer nicht mehr richtig.

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Das goldene Meister-Tor von Lewandowski kurz vor der Pause. Video: streamable

Zwar gestand das Team von Florian Kohfeldt den Bayern in der Folge keine weiteren Tore zu, beschränkte sich in der Offensive allerdings lange selber auch nur auf Annäherungsversuche. Einem Erfolgserlebnis am nächsten kamen die Bremer, die gegen die Bayern in der Meisterschaft seit zehn Jahren auf einen Punktgewinn warten, erst in der hektischen Schlussphase. In der 90. Minute lenkte Manuel Neuer, der zuvor einen geruhsamen Abend erlebt hatte, einen Kopfball von Yuya Osako mit einem starken Reflex am Tor vorbei.

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Die Glanzparade von Neuer in der 90. Minute. Video: streamable

Die Partie hätte für die Bayern früh aber einen anderen Verlauf nehmen können. Nach 19 Minuten brannten Aussenverteidiger Alphonso Davies die Sicherungen durch, als er sich im Zweikampf mit Leonardo Bittencourt zum unnötigen Nachtreten verleiten liess. Sowohl Schiedsrichter Harm Osmers als auch der Video-Referee beliessen es bei einer gelben Karte für den Münchner Youngster, der diese Sanktion noch so gerne akzeptierte. Durch ein Foul in der 79. Minute besiegelte Davies seinen Platzverweis dann rund zehn Minuten vor dem Ende doch noch.

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Die Tätlichkeit von Davies in der 20. Minute. Video: streamable

Werder Bremen - Bayern München 0:1 (0:1)
Tor: 43. Lewandowski 0:1.
Bemerkungen: Werder Bremen ohne Lang (nicht im Aufgebot). 79. Gelb-Rote Karte Davies (Bayern München). (pre/sda)

Die Tabelle:

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