DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Football - Liverpool v Queens Park Rangers - Barclays Premier League - Anfield - 2/5/15
Liverpool's Steven Gerrard celebrates scoring their second goal
Action Images via Reuters / Carl Recine
Livepic
EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or

Es gibt neben Steven Gerrard nicht viele Spieler, die das Klublogo wirklich küssen dürfen. Bild: Carl Recine/REUTERS

Steven Gerrard vor Abschiedsspiel: «Ich will nicht weinen, aber ich weiss nicht, wie ich reagieren werde»

Liverpool-Legende Steven Gerrard wird am Samstag einen letzten Ernstkampf an der Anfield Road bestreiten. 17 Jahre lang hielt er dem Klub die Treue. Noch weiss er nicht, wie er seinen Abschied emotional verkraften wird.



Es steht etwas Spezielles an. Sky Sports ist live zugeschaltet und zeigt einzig einen leeren Stuhl. Derweil drängen sich unzählige Journalisten aus aller Welt in den Medienraum in Liverpool. Die Ticketpreise für das Spiel am Samstag sind auf dem Schwarzmarkt auf bereits knapp 2000 Franken gestiegen. Heute ist es soweit: Steven Gerrard gibt seine «Farewell»-Pressekonferenz. 13 Uhr ist vorbei. Von Gerrard keine Spur.

Einige Ulknudeln witzeln schon, Gerrard habe wohl den Flug nach Amerika früher genommen, weil er sich so vor diesem kommenden Moment fürchtet.

Aber dann kommt er doch noch. Sechs Minuten verspätet. Am Samstag um 18.30 Uhr Schweizer Zeit wird der Captain Liverpool letztmals auf den Rasen der legendären Anfield Road führen. Jetzt ist aber Zeit, um zu reden: «Ich freue mich auf das Spiel, das ich unbedingt gewinnen will, sodass ich mit einem guten Gefühl gehen kann.»

abspielen

Steven Gerrard im feinsten Scouse-Englisch über sein Abschiedsspiel. YouTube/SportingLife

«Ich fürchte mich vor diesem Moment auf eine spezielle Weise»

Nur Freude ist allerdings nicht dabei. «Ich fürchte mich vor diesem Moment auf eine spezielle Weise. Ich werde das alles so stark vermissen. Ich weiss nicht, wie ich reagieren werde, versuche aber keine Tränen zu vergiessen.» Sein langjähriger Teamkollege Jamie Carragher hatte Gerrard kürzlich aufgezogen, dass dieser zusammenbrechen und weinen werde. Der 34-Jährige nimmt die Stichelei gelassen: «Ich bin kein Macho wie Jamie, bin nicht aus Stein», schmunzelt er, «normalerweise kann ich meine Emotionen gut verstecken. Aber wir werden sehen. Es wäre auf jeden Fall keine Schande, zu weinen.»

epa04742083 Liverpool's Steven Gerrard (L) is applauded off the pitch by Chelsea manager Jose Mourinho (R) during the English Premier League soccer match between Chelsea FC and Liverpool FC at Stamford Bridge in London, Britain, 10 May 2015. The match ended 1-1.  EPA/GERRY PENNY DataCo terms and conditions apply 
http://www.epa.eu/files/Terms%20and%20Conditions/DataCo_Terms_and_Conditions.pdf

Selbst die eigentlich verhassten Gegner von Chelsea feierten Gerrard. Was wird da wohl erst in Liverpool los sein? Bild: GERRY PENNY/EPA/KEYSTONE

Gerrard bedankt sich bei seiner Familie, lobt in der Folge unter anderem Trainer Brendan Rodgers, Gerard Houiller oder seine Jugendcoaches. Sagt, Raheem Sterling soll bei Liverpool bleiben und entschuldigt sich bei seinen Teamkollegen. Er habe nicht gewollt, dass sich alle Aufmerksamkeit in dieser Woche so sehr auf ihn konzentriert. «Aber nach 17 Jahren war das wohl kaum zu verhindern.» Tatsächlich tritt mit Gerrard ein Spieler ab, wie es sie im Weltfussball kaum mehr gibt. Romas Francesco Totti ist noch so einer. 

Natürlich sei es bitter, dass er die Premier League nie gewinnen konnte. «Aber über 700 Einsätze absolviert zu haben, ist mehr als ich je dachte. Ich bin mit dem Traum aufgewachsen ein einziges Mal für Liverpool zu spielen.» Jetzt hofft er, dass Rodgers weiterhin das Vertrauen geschenkt wird. Und eines Tages kommt er vielleicht selbst als Trainer zurück. Zur Zeit absolviert «Captain Fantastic» die UEFA-Ausbildung.

abspielen

Steven Gerrards Lieblingsspiel nach eigenen Angaben: Das 3:0 gegen Everton im März 2012. YouTube/MohamedQassas

An seine schönsten Momente kann er sich problemlos erinnern: «Der Champions-League-Titel 2005 als Captain in einem verrückten und vermutlich dem erinnerungswürdigsten Spiel machte mich zum stolzesten Mann auf Erden. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke.» Als sein Lieblingsspiel bezeichnet er das 3:0 gegen Stadtrivale Everton 2012, als er alle drei Treffer erzielte. Das wichtigste Tor glaubt er in der Champions League 2005 gegen Olympiakos geschossen zu haben. 

abspielen

Das schönste seiner Karriere: Dieser Knaller in der CL-Gruppenphase 2004 gegen Olympiakos. YouTube/James Sussex

«Vermutlich werde ich einen Hangover haben – ohne getrunken zu haben»

Ob Gerrard auch im letzten Saisonspiel gegen Stoke City noch aufläuft, ist offen. Er wolle dabei sein, sagt er. Und wie wird er sich am Sonntag fühlen? «Vermutlich wie mit einem Hangover, aber ohne getrunken zu haben. Etwas deprimiert auch. Denn dann werde ich wissen, dass ich nie mehr einen Ernstkampf an der Anfield Road bestreiten werde.»

So verläuft das letzte Spiel

Wenn Steven Gerrard vor dem Spiel gegen Crystal Palace aufs Feld kommt, werden beide Teams ihm Spalier stehen. Zudem sind diverse Fan-Choreographien geplant. Nach der Partie wird Liverpool die bekannte Ehrenrunde drehen – natürlich mit Gerrard im Fokus. Anschliessend wird der Captain eine Dankesrede halten. Ein Ticket für die Partie kostet auf dem Schwarzmarkt momentan 2000 Franken.

Nach 21 Minuten ist die Pressekonferenz vorbei. Gerrard schneidet die Torte an, welche für ihn vorbereitet wurde und sagt: «Ich kann nicht alles essen. Bedient euch. Ich gehe.»

Die wichtigsten Titel, die Steven Gerrard gewonnen hat

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Arsenals «Invincibles» starten eine Serie von 49 Spielen ohne Pleite

7. Mai 2003: Niemand ahnt, welche Serie mit dem 6:1-Sieg von Arsenal über Southampton gestartet wurde. Die «Gunners» bleiben in 48 weiteren Premier-League-Spielen ungeschlagen und holen 2004 als «The Invincibles» ihren bislang letzten Meistertitel.

Die Arsenal-Fans verlassen das Highbury gut gelaunt. Robert Pires und Jermaine Pennant ist gegen Southampton jeweils ein Hattrick gelungen, das Heimteam feiert einen 6:1-Sieg. Doch niemand weiss, dass dieser Erfolg am Ursprung einer legendären Serie steht. 49 Meisterschaftsspiele in Folge wird Arsenal ungeschlagen überstehen und 2004 als ungeschlagenes Team Meister werden. Etwas, das zuvor nur Preston North End gelungen ist: als der Fussball laufen lernte, 1888/89.

Arsenals Serie beginnt in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel