Sport
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epa04320629 (FILE) A file picture dated 08 July 2014 shows Philipp Lahm of Germany in action during the FIFA World Cup 2014 semi final match between Brazil and Germany at the Estadio Mineirao in Belo Horizonte, Brazil. A confirmation on 18 July 2014 states that Germany's World Cup winning captain Philipp Lahm is to retire from the national team. Lahm began his Germany career in February 2004 with a 2-1 win away to Croatia. He went on to win 113 caps for his country and scored five goals, most notably in the opening game of the 2006 World Cup against Costa Rica.



(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/FERNANDO BIZERRA  JR.   EDITORIAL USE ONLY

Da war die deutsche Fussballwelt noch in Ordnung: Philipp Lahm an der WM 2014 in Brasilien. Bild: EPA/EFE

«System, das Egoisten macht» – Lahm teilt gegen DFB, Löw und junge Spieler aus



Das hat gesessen. Philipp Lahm, Ex-Kapitän der deutschen Fussball-Nationalmannschaft, hat beim sozialen Netzwerk LinkedIn gegen Bundestrainer Joachim Löw ausgeteilt.

Seine Hauptkritikpunkte: Wie der DFB die neue Spielergeneration ausbildet und Löw mit dieser umgeht. Wir haben die wichtigsten Passagen von Lahm herausgesucht:

Das sagte Lahm:

Zur Schwierigkeit einer Titelverteidigung

«Eine meiner wichtigsten Erfahrungen besteht darin, dass es praktisch unmöglich ist, zweimal auf dieselbe Weise erfolgreich zu sein.»

Zur Generation der älteren Fussballer

«Die Generation an Spielern, die 2014 das Gerüst der Mannschaft gebildet hat, ist zwar bereits in den Jugendleistungszentren ausgebildet worden, hat aber noch zu Hause, bei ihren Familien gelebt. Das heisst, sie sind nicht nur von den Trainern der Leistungszentren fussballerisch ausgebildet worden, sondern haben gleichzeitig eine Prägung durch ihre Familien erlebt.

Ein wesentlicher Grundstein dieser familiären Prägung ist für mich der Blick fürs Ganze: für die Familie, aber auch für die jeweilige Mannschaft, deren Teil du bist.»

Philipp Lahm

Haben die jungen Profis den Blick fürs Ganze verloren?

Zur neuen Generation Fussballer

«Die heutige Generation stammt zu hundert Prozent aus den Jugendleistungszentren. Die jungen Männer trainieren, spielen und leben im Leistungszentrum. Die Idee, die sie dort vermittelt bekommen, ist klar definiert: Sie wollen Profi werden. Sie wollen eine Karriere hinlegen wie ihre grossen Vorbilder. Sie wollen sozial aufsteigen. Sie wollen Geld verdienen.

Auch die verschiedenen Herkünfte ihrer Familien und deren kulturelle Prägungen mögen eine gewisse Rolle spielen, aber für wichtiger halte ich das Ausbildungssystem, das den jungen Sportler fast zwangsläufig zum Egoisten macht.

Der Blick für das Ganze, die Verantwortung des Einzelnen für die Mannschaft tritt als Leistungsmotiv in den Hintergrund.»

Philipp Lahm

epa06826496 Germany's player Mats Hummels gives a interview prior a training session at Park Arena in Adler Sochi, Russia, 21 June 2018. Germany will face Sweden in the FIFA World Cup 2018 Group F preliminary round soccer match on 23 June 2018.  EPA/RONALD WITTEK

Mats Hummels kritisierte die neue Spielergeneration auch schon während der WM. Bild: EPA/EPA

Zu Miroslav Klose:

«Eine Karriere, wie sie zum Beispiel mein langjähriger Kollege und Mitspieler Miroslav Klose hingelegt hat, wäre heute nicht mehr möglich. Klose absolvierte eine Lehre als Zimmermann und spielte beim 1. FC Kaiserslautern Amateurfussball, bevor er zum Bundesligaprofi wurde und schliesslich als 23-jähriger sein erstes Spiel für die Nationalmannschaft absolvierte.

Dass ein 23-jähriger Debütant einmal zum Rekordtorschützen der deutschen Nationalmannschaft aufsteigt, ist eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte. Sie wirkt wie aus der Zeit gefallen.»

Philipp Lahm

Germany's Miroslav Klose (11) celebrates after scoring in the second half of the quarterfinal World Cup soccer match between Germany and Argentina at the Olympic Stadium in Berlin, Germany,in this June 30, 2006, photo. Germany striker Miroslav Klose is leaving Werder Bremen to join Bayern Munich. The top scorer of last year's World Cup is leaving Werder one year before the end of his contract.

Miroslav Klose jubelt über einen Treffer im Viertelfinal gegen Argentinien im Jahr 2006. Bild: AP

Zu den Erdogan-Fotos:

«Das Trainerteam muss seine Individualisten motivieren und steuern. Wenn sie sich nicht von allein in die Richtung bewegen, wo man sie haben möchte, müssen sie eben mit klarer Ansprache dazu gebracht werden.

Diese klare Ansprache hätte es zum Beispiel gebraucht, als die Affäre um Mesut Özil und İlkay Gündoğan um das gemeinsame Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan hochgekocht ist. Özil (und anfangs auch Gündoğan) sahen keine Notwendigkeit, sich öffentlich zu äussern und zu erklären. Diese Notwendigkeit hätte man ihnen schnell und nachhaltig vermitteln müssen, um nach aussen – und nach innen – Identität zu stiften.»

Philipp Lahm

Zu Löws Führungsstil:

«Das Trainerteam hat sich darauf verlassen, dass die praktizierte Führungskultur der vergangenen, erfolgreichen Jahre ausreicht, um einmal mehr erfolgreich zu sein.

Ich bin überzeugt davon, dass Jogi Löw seinen kollegialen Führungsstil der letzten Jahre ändern muss, wenn er mit der neuen Generation von Nationalspielern wieder Erfolg haben möchte. 

Er muss Individualisten klar machen, dass sie Verantwortung für die gesamte Mannschaft tragen. Er muss eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen etablieren als er selbst das gewohnt war.»

Philipp Lahm

Trotz der ganzen Kritik sieht Lahm aber kein Ende der Löw-Ära: Er hatte zuletzt in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit betont, dass er einen Neustart mit Löw und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff auf Grundlage einer ehrlichen Analyse für möglich halte.

(watson.de)

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