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Kommentar

Endlich ist die Gruppenphase der Champions League vorbei – so langweilig ist sonst nur die National League A

Gott sei Dank ist die Gruppenphase der Champions League vorbei und die Königsklasse wird nach der Winterpause ihrem Namen wieder gerecht.



Bald ist Weihnachten. Dann liegen wieder unzählige Geschenke unter den Weihnachtsbäumen. Und welche lassen Kinderaugen am hellsten erstrahlen? Natürlich jene Pakete, welche glitzern und glänzen, leuchten und blinken. Und im Idealfall sind sie auch noch gross.

Gross wie die Champions League. 32 Teams nehmen mittlerweile teil. Die Verpackung mit den Sternen und der schönen Hymne und den vielen Zuschauern und der grossen Prominenz und dem dicken Geld strahlt hell wie eh und je. 

epa04523681 Athletic Bilbao's Ibai Gomez (L) in action against Borisov's Egor Filipenko (R) during the UEFA Champions League group H soccer match between Athletic Bilbao and BATE Borisov at San Mames stadium in Bilbao, northern Spain, 10 December 2014.  EPA/LUIS TEJIDO

Wenn Bilbao und BATE Borissow in der Champions League aufeinandertreffen, schaltet der neutrale Zuschauer weg. Bild: EPA/EFE

Während der Gruppenphase finden 96 Partien statt, verteilt auf zwölf Herbstabende. Das sind 8640 Minuten Fussball. An einem Schnurz durchgespielt wären dies sechs Tage Fussball pur. Ein Traum für jeden Fan. Eigentlich.

Was halten Sie von der Champions-League-Gruppenphase?

Zu viele Durchschnittsspiele

Denn es ist längst nicht mehr so, dass wir an jedem Spieltag nur Knüller serviert bekommen. Partien wie Zenit St.Petersburg gegen Monaco, Galatasaray gegen Anderlecht oder Bilbao gegen BATE Borissow interessieren mich überhaupt nicht. 

epa04503920 Lionel Messi (C) of FC Barcelona in action during the UEFA Champions League Group F soccer match between APOEL Nicosia and FC Barcelona in Nicosia, Cyprus, 25 November 2014.  EPA/KATIA CHRISTODOULOU

Trifft ein Grosser (wie Barcelona) auf einen Kleinen (wie APOEL Nikosia), ist das Resultat meist eh schon klar. Bild: KATIA CHRISTODOULOU/EPA/KEYSTONE

Auch Chelsea gegen Maribor, Barcelona gegen APOEL Nikosia oder Bayern gegen ZSKA Moskau locken keinen neutralen Fussballfan vor den TV. Solche Partien sind etwa ähnlich interessant wie nationale Duelle wie Chelsea – Stoke City, Barcelona – Getafe oder Bayern – Freiburg. Und welcher neutrale Fan will die schon sehen? 

Langeweile, weil selten Überraschungen

So kommt es – abgesehen von Spielen mit Schweizer Beteiligung – pro Runde noch zu vielleicht einem Kracher wie Bayern gegen Manchester City, Barcelona gegen den PSG oder Dortmund gegen Arsenal. Doch da sind wir schon beim nächsten Problem: Dass diese grossen Teams weiterkommen, ist praktisch klar. 

In der aktuellen Saison setzten sich 14 (!) der 16 Equipen der ersten beiden Töpfe durch. Das ist etwa ähnlich spannend und vorhersehbar wie die «Scripted Reality»-Sendungen auf RTL2 – nur kann man sich beim Fussball nicht mal so richtig fremdschämen. 

Monaco's players (left to right) Anthony Martial, Fabio Henrique Tavares called Fabinho, Valere Germain, Fortuna dos Santos Wallace and Yannick Ferreira Carrasco celebrate their victory at the end of the Champions League Group C soccer match between Monaco and Zenit St. Petersburg at Louis II stadium in Monaco, Tuesday, Dec. 9, 2014. Monaco qualified for the knockout phase of the Champions League by defeating Zenit St. Petersburg 2-0 to finish top of Group C Tuesday. (AP Photo/Lionel Cironneau)

Ein viel zu seltenes Bild: Monaco ist nur eines von zwei Teams, das sich gegen die Setzliste für die nächste Runde qualifizieren konnte. Bild: Lionel Cironneau/AP/KEYSTONE

Nervig wie die endlose Regular Season der NLA

Spannend wird die Champions League erst ab der K.-o.-Phase. Die Königsklasse im europäischen Fussball nähert sich damit für mich immer mehr unserer National League A an. 

Dort werden 50 Partien während der Regular Season auf möglichst viele Spieltage verteilt, obwohl die ersten sechs der acht Playoff-Teilnehmer sowieso schon spätestens ab Ende November feststehen. Für die neutralen – und wohl für den Grossteil der parteiischen – Eishockey-Fans beginnt die Saison erst anfangs März mit den Playoffs.

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 26:  Henrikh Mkhitaryan of Borussia Dortmund is brought down by Mikel Arteta of Arsenal during the UEFA Champions League Group D match between Arsenal and Borussia Dortmund at the Emirates Stadium on November 26, 2014 in London, United Kingdom.  (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Partien mit klingenden Namen wie Dortmund und Arsenal wollen wir in der Champions League sehen – aber auch nur dann, wenn es um alles geht. Bild: Getty Images Europe

Genauso ergeht es der Champions League. Ganze Abende für Fussball reservieren, ist frühestens ab Februar und den Achtelfinals ein Thema. Die Verpackung der Königsklasse glänzt zwar noch immer wie die schönsten Päckchen unter dem Weihnachtsbaum. Aber mittlerweile weiss ich, dass es sich meist um eine Mogelpackung handelt. Es sind ja auch nicht Menge und Verpackung der Geschenke entscheidend, sondern was drin ist.

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    Alle Leser-Kommentare
  • pun 11.12.2014 17:35
    Highlight Highlight Lieber mal die Glotze ausschalten und zum Lokalverein gehen - auch wenn der in der 2.Liga interregional spielt. Da gibts alles was den Fussball ausmacht - ohne den Kommerz-Schnick-Schnack.
    • Androider 11.12.2014 23:12
      Highlight Highlight Und darum fiebert die ganze Zentralschweiz mit, wenn der SC Buochs gegen den FCSG im Schweizer Cup antritt ^^
  • ramooon 11.12.2014 16:15
    Highlight Highlight toll wie sie fussball champions league mit schweizer eishockey vergleichen. dabei wäre die nationale fussball meisterschaft ein besseres beispiel. 4mal im jahr kommts zum knüller vaduz gegen aarau. who cares?
  • mrgoku 11.12.2014 14:01
    Highlight Highlight der Cup heisst ja Champions League. Also die Liga der Meister.
    es fängt schon da an dass gewisse länder 3 oder 4 teams in diesen Cup haben. Meister ist aber immer nur ein team pro jahr. also ist der ansatz schon da falsch. es sollte von jedem land der uefa ganz einfach der meister teilnehmen. von andorra bis england über mazedonien nach spanien. aber 4 platz in der meisterschaft und damit mit der champions belohnt zu werden zeigt ja nur wieder dass es primär der UEFA um kohle geht und nicht um den sport. für alle anderen teams welche nicht meister sind wäre ja die Europa League gedacht...
  • LaRage95 11.12.2014 13:24
    Highlight Highlight Der Modus muss geändert werden. Jedes Jahr die gleichen Begegnungen in der K.O. Phase. Nach dem Achtelfinal verfolge ich das ganze nicht mal mehr....
  • Anded 11.12.2014 13:09
    Highlight Highlight Es ist keine echte KO-Phase wenn man sich in einem Spiel eine Niederlage erlauben kann. Die meisten nationalen Cup-Wettbewerbe schaffen es auch ohne Hin- und Rückspiel. Statt einer Auslosung der KO Runden sollten alle 16 KO Teams in eine Rangliste gemäss Gruppenphase kommen. Und dann spielt der 1. gegen den 16. usw. wie im Eishockey Playoff. Das besser gesetzte Team hat Heimvorteil, Finale ist auf neutralem Terrain. Das gibt auch mehr Anreiz die Gruppe mit 18 Punkten zu gewinnen, da dies entscheiden kann ob man das Halbfinale später zu Hause in Madrid oder auswärts in München spielt. Why not?
    • mrgoku 11.12.2014 14:55
      Highlight Highlight guter ansatz
  • scouse 11.12.2014 12:52
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel.
    Schade finde ich auch das Herr Platini mehr schwächere Teams integrieren will. Ist zwar schön dass auch mal kleinere Team (meistens aus Osteuropa) mitmachen dürfen, diese sind dann aber meistens chancenlos und spielen knapp auf Europa League Niveau. Ich persönlich würde es begrüssen wenn die grossen Ligen (vor allem England) mehr CL Plätze erhalten würden.
    • mrgoku 11.12.2014 14:54
      Highlight Highlight noch mehr? wenn ich ihr nickname anschaue dann sind sie dafür weil liverpool eh nicht besser als platz 6-8 wird, aber dann trotzdem in der CL mitgurken kann... dann aber lieber den meister aus moldavien
    • Androider 11.12.2014 23:09
      Highlight Highlight Sry LFC1892, bin ja auch Liverpool-Fan, aber England hat weissgott genug internationale Plätze. Und wer dort mitmischen will, muss eben die dementsprechende Leistung bringen, was bei Liverpool aktuell leider nicht der Fall ist.
    • Jay_Jay 12.12.2014 03:20
      Highlight Highlight Noch mehr? Also die englischen Clubs sind ja eine Enttäuschung nach der anderen.... Der englische Fußball hat aufgehört sich zu entwickeln....
  • Amboss 11.12.2014 12:12
    Highlight Highlight Nein, interessanter wird es nicht. Jetzt kommt dann die Zeit, wo schön jede Woche am Di und am Mi zwei "Kracher" stattfinden und man weiss nicht, ist es jetzt Hin- oder Rückspiel, Achtels- oder Viertel- oder sogar Halbfinale. Jeden Abend Bayern gegen Real gegen Roma gegen PSG gegen Chelsea gegen Dortmund gegen Manchester... Jahr für Jahr.
    Einfach nur öde. Total übersättigt. Viel zu viele "Kracher"...

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