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Grasshopper Goalie Heinz Lindner, links, und Cedric Zesiger, nach dem Fussballspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Thun, am Samstag, 20. April 2019, im Stadion Letzigrund in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

GC taumelt scheinbar ungebremst dem Abstieg entgegen. Bild: KEYSTONE

Eine GC-Rettung wäre etwas Einmaliges – doch drei Umstürze geben leise Hoffnung



Trotz eines Rückstands von neun Punkten vor den letzten sechs Runden nicht abzusteigen – das hat in den 15 Saisons der Super League noch kein Tabellenletzter geschafft. Sollten die Grasshoppers den Kopf aus der Schlinge ziehen, wäre dies etwas Einmaliges.

Der Abstieg des Rekordmeisters wäre der spektakulärste Abstieg im Schweizer Fussball, spektakulärer noch als der Doppelabstieg des FC Basel und des FC Zürich vor 31 Jahren. Denn GC ist das mit Abstand dienstälteste Mitglied im Oberhaus. Die Zürcher stiegen vor 60 Jahren ab und zwei Jahre später auf. Seither sind sie oben. Noch ist der Fall in die Challenge League nicht besiegelt. Aber welche Hoffnung gibt es noch?

Die Tabelle:

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bild: screenshot srf

Alles, wirklich alles spricht gegen die Mannschaft von Trainer Uli Forte. Sogar der Spielkalender: Die Hoppers müssen als einzige Mannschaft der Liga in den verbleibenden sechs Runden viermal auswärts spielen. Mit nur acht Punkten aus 14 Spielen (1 Sieg, 5 Unentschieden) sind sie auf fremden Plätzen die mit Abstand schwächste Mannschaft.

Restprogramm von Xamax und GC:

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bild: screenshot srf

Der Strohhalm der Hoppers heisst Neuchâtel Xamax. Neun Punkte beträgt der Rückstand. Jedoch: Die Leistungsvektoren der beiden Mannschaft müssten ab sofort in die Gegenrichtung zielen, damit GC noch eine Chance hätte. Seit Stéphane Henchoz das Szepter übernommen hat, haben die Xamaxiens aus 11 Spielen 19 Punkte akquiriert.

Die Neuenburger sind in diesem Abschnitt der Saison die drittbeste Mannschaft (nach YB und Basel), die Grasshoppers mit 6 Punkten (0 Siege, 6 Remis) dagegen die schlechteste. Für die mindestens drei Siege, die sie noch bräuchten, müssten Fortes Spieler vermutlich eine Reihe von Toren schiessen. In den letzten elf Runden brachten sie es auf 0.58 Tore pro Spiel. Sie müssten die Produktion bestimmt verdoppeln, wenn sie die Siege einfahren wollen.

Grasshopper Trainer Uli Forte, rechts, spricht mit Aimery Pinga im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Thun im Letzigrund, am Samstag, 20. April 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Tore, GC braucht dringend Tore! Bild: KEYSTONE

Drei Umstürze als leise Hoffnung

Auch die Statistik scheint die Grasshoppers schon jetzt zu verurteilen. In der Geschichte der Super League ist es – ironischerweise – nur Neuchâtel Xamax gelungen, trotz eines beträchtlichen Rückstands vor den letzten sechs Runden nicht abzusteigen. Im Frühling 2006 lagen die Neuenburger sieben Punkte hinter dem damaligen Drittletzten Yverdon. Zuletzt liessen sie die Waadtländer um einen Punkt hinter sich. Xamax machte damals also acht Punkte gut.

Die zweite erwähnenswerte Aufholjagd gelang dem FC Vaduz 2016. Die Liechtensteiner lagen nach 30 Runden vier Punkte hinter dem FC Zürich und verwiesen diesen zuletzt um zwei Punkte auf den Abstiegsplatz. Vaduz verbesserte sich also gegenüber dem FCZ um sechs Punkte.

Die Zuercher Spieler zeigen Enttaeuschung nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC Vaduz im Letzigrund, am Mittwoch, 25. Mai 2016 in Zuerich. Der FCZ steigt zum ersten Mal seit 1988 aus der Super League ab. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vor drei Jahren: Vaduz blieb oben, der FCZ musste runter. Bild: KEYSTONE

Einen Umsturz schaffte auch Aarau 2007. Die Aargauer lagen allerdings nach 30 Runden nur gerade einen Punkt hinter Schaffhausen – und zuletzt einen Punkt vor Schaffhausen. In allen übrigen Saisons der 2003 eingeführten Super League war der Letzte nach 30 Runden auch der Letzte nach 36 Runden. (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • EhrenBratan. Hääää! 27.04.2019 02:43
    Highlight Highlight Szepter? 🧐
  • K. Lugsch-Eisser 26.04.2019 23:43
    Highlight Highlight Der GCZ stieg bis jetzt nur 1949 ab, also vor 70 Jahren und nicht, wie im Artikel behauptet, vor 60 Jahren.
  • Philu 26.04.2019 23:13
    Highlight Highlight Statistiken bringen nichts. Die machen die Leistung auf dem Rasen auch nicht besser. Wenn man Xamax und GCZ vergleicht, da nützt es nur, wenn beide etwa die gleichr Stärke und Form haben. Aber GCZ hat in der Rückrunde noch nicht gewonnen und Xamax in 11 Runde mehr Punkte geholt als GCZ in der gesamten Hinrunde. Die Ereignisse in der Vergangenheit mit der Rettung hingen jeweils vom anderen Team ab und Xamax wird sicher den FCZ wohl noch überholen in der Form, in der sie sich gerade befinden.
  • sunshineZH 26.04.2019 22:12
    Highlight Highlight Dem FCZ hats gut getan mal abzusteigen, das wird es GC auch 😉
    • Globidobi 27.04.2019 02:25
      Highlight Highlight Sie sind bald wieder in der Barrage, weiss nicht ob das gut getan ist 🤔
  • Gaskaidjabeaivváš 26.04.2019 21:53
    Highlight Highlight Natürlich wärs für mich das schönste wenn GC nun doch noch den Abstieg verhindern könnte, aber ein Teil von mir hofft mittlerweile auch, dass der FCZ auf den Barrage-Platz fällt und beide Zürcher absteigen 😇

    Mal sehen was raus kommt.
    • LarsBoom 26.04.2019 22:31
      Highlight Highlight Morgen gewinnt GC gegen Xamax und wird Schweizermeister.
    • gupa 26.04.2019 23:34
      Highlight Highlight Villeicht ja immerhin gegen Wiler
    • Passierschein A38 27.04.2019 12:42
      Highlight Highlight Das wär dann ne nette Challenge-League - Saison für alle Mannschaften - insbesondere für Winterthur!
  • Freilos 26.04.2019 21:49
    Highlight Highlight Hauptsache Henchoz muss zum Saisonende gehen. Ich bin überzeugt die Neuenburger bereien das schon heute.
  • Linus Luchs 26.04.2019 21:43
    Highlight Highlight Wer die Hoffnung an Statistiken knüpft, hat schon verloren. Was Xamax, Vaduz und Aarau vor X Jahren geschafft haben, ist für GC vollkommen irrelevant. Um den Rückstand noch aufzuholen, braucht es eine sportliche Steigerung, Wettkampfglück und die Mithilfe von Xamax. Das ist ein bisschen viel aufs Mal, aber was garantiert nichts bringt, ist das Studieren der Super-League-Geschichte.
  • Passierschein A38 26.04.2019 20:47
    Highlight Highlight Toll wär, beide Zürcher gegen Romands auszutauschen! 🙈😂
    • sunshineZH 26.04.2019 22:13
      Highlight Highlight Ja, Romands sind super, ich Erinnere mich ans Militär, da wurden sie ja so sehr geliebt 😂
    • Bene86 26.04.2019 22:31
      Highlight Highlight Ne, nur gc. Das wäre wirklich traumhaft. Karma. :)

Darum ist die Polizei nicht gegen die GC-Chaoten vorgegangen

Die Luzerner Staatsanwalt prüft momentan, ob beim durch GC-Chaoten verursachten Spielabbruch in der Swisspor-Arena ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei, erklärt derweil, warum die Polizisten im Stadion passiv geblieben sind.

Rund 20 Polizisten im Vollmontur waren am Sonntag auf dem Rasen der Swisspor-Arena präsent. Was war das Einsatzziel?Christian Bertschi: Wir wollten die Leute im Stadion schützen. Zum einen die Spieler und Betreuer der beiden Mannschaften. Zum anderen die Zuschauer. Zudem wollten wir verhindern, dass Personen aus dem Gästesektor auf das Spielfeld oder sogar Richtung Kabinen gelangen können.

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