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Basel's Breel Embolo celebrates after the second goal for Basel during the UEFA Champions League play-off round first leg soccer match between Switzerland's FC Basel 1893 and Israel's Maccabi Tel Aviv FC in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Wednesday, August 19, 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Mit seinen Toren verzückt Embolo Basel, mit seiner Art die ganze Schweiz.
Bild: KEYSTONE

Lieber Breel Donald Embolo: Es ist höchste Zeit, dir endlich einmal «Danke» zu sagen

Bei der 2:3-Niederlage gegen GC hat FCB-Stürmer Breel Embolo unsere Herzen mit seiner schlecht belohnten Fairplay-Aktion endgültig gewonnen. Ein ehrlicher Brief an einen aussergewöhnlichen jungen Fussballer.



Lieber Breel Donald Embolo

Kommen wir gleich zum Punkt: Du hattest ein wirklich beschissenes Wochenende. Erst lieferst du vielleicht DIE Fairplay-Aktion des Jahres: Statt im Spitzenkampf gegen GC kurz vor Schluss einen geschenkten Corner anzunehmen, zeigst du trotz Rückstand grossen Sportsgeist und weist den Schiedsrichter auf seinen Fehler hin.

«Keine Tricks, keine Diskussionen: So einfach kann Fussball sein, wie früher auf dem Pausenhof.»

Breel Embolo macht mit 18 Jahren nicht nur seinen eigenen Job, sondern den von Schiedsrichter Amhof gleich noch mit.
video: srf

Das war eine überragende Geste, nicht nur weil du erst 18 Lenze zählst. Dir war es schnurzpiepegal, dass dieser Schiedsrichter dir in der ersten Halbzeit einen Handspenalty verwehrt und dem Gegner ein Offsidetor geschenkt hat. Du hast den Ball zuletzt berührt, also willst du auch keinen Eckball haben. Keine Tricks, keine Diskussionen: So einfach kann Fussball sein, wie früher auf dem Pausenhof.

Als neutraler Zuschauer, der an Karma glaubt, hätte man dir nur schon dafür einen Last-Minute Ausgleichstreffer gewünscht. Am besten eine richtig geile Kiste. Eine, die auf Youtube um die Welt geht, und deinen immer lauter werdenden Ruf als aufstrebender Weltstar noch weiter schürt.

Was passiert stattdessen? Tief in der Nachspielzeit wirst du von Pnishi im Strafraum übel umgetreten. Ein glasklarer Penalty, darüber diskutieren lohnt sich gar nicht. Das findet auch Schiedsrichter Amhof, doch mit einem anderen Verdikt: Stürmerfoul! Wie bitte?! Man fühlt sich wie in einem richtig schlechten Film. Sekunden später trottest du mit deiner Mannschaft als Verlierer vom Platz.

Pnishi fällt Embolo, ein glasklarer Penalty.
video: srf

Was nun? Man könnte den Schiedsrichter bepöbeln, ihn als «die grösste Tomate» der Schweiz bezeichnen, so wie das andere tun.

Ich finde: Der Mann hat richtig grossen Bockmist gebaut. Aber man sollte ihn jetzt auch nicht unfair behandeln. Amhof hat nach dem Spiel seinen Kopf hingehalten, seine Fehler eingestanden und sich dafür entschuldigt. Auch das ist stark und deshalb muss man nun die Grösse haben, einen Haken unter seinen unterirdischen Auftritt zu setzen.

Viel lieber möchte ich mich stattdessen bedanken. Bei dir. Im Namen aller Fussballfans.

Ich war gestern nicht im Stadion, sondern bin alleine vor dem Fernseher gesessen. Und dann ist etwas Wunderbares passiert: Ich habe getobt, geflucht wie ein Rohrspatz und die Fernbedienung in die Ecke gepfeffert. Wie ungerecht du für dein Fairplay entlohnt wurdest, das hat wahre Emotionen in mir geweckt.

«Denn statt Schauspieler, Schummler und Schwalbenkönige bist du das, was wir sehen wollen: Nicht nur ein toller Fussballer, auch ein guter Typ.»

Ich kann mich nicht erinnern, wann die Super League das zuletzt geschafft hat. Diese Saison mit Sicherheit nicht. Zu gross ist die Dominanz deiner Mannschaft, zu absehbar die weitere Entwicklung der Saison. Ich gebe zu, ich war einer von denen, die auf einen GC-Sieg gehofft haben. Einfach deshalb, weil ich während der kommenden sieben Monate bis zur nächsten FCB-Meisterfeier nicht in ein Langeweile-Koma fallen will.

Basel, 29.05.2015, Fussball Super League, FC Basel - FC St. Gallen, der FC Basel ist Schweizer Meister 2015, Breel Embolo (FCB) posiert mit dem Pokal (Giuseppe Esposito/EQ Images)

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Breel Embolo den nächsten Meisterpokal in den Händen hält,
Bild: Giuseppe Esposito

Nun ist die Liga nicht auf einen Schlag wieder hochspannend geworden. Aber sie lebt. Ein bisschen – zumindest ein Herzschlag ist da.

Und sogar wenn du und deine Mannschaft am Ende doch mit 20 Punkten Vorsprung Meister werdet – uns Fans bleibt ein ganz grosser Trost: Wir dürfen zusehen, wie du dich als eines der grössten Schweizer Talente aller Zeiten zur vollen Blüte entfaltest. Wie du den Gegnern Knoten in die Beine dribbelst, sie frech vernaschst – mit dem einen Trick, den man für unmöglich gehalten hat.

Irgendwann wirst du den Sprung zu einem ganz grossen Klub machen und nur noch mit der Nati in Schweizer Stadien heimkehren. Und wenn du als Mensch bleibst, wie du bist, statt wie andere abzuheben und dich für Millionengagen griesgrämig auf Ersatzbänke zu setzen, dann wirst du in jedem Verein der Welt eine wichtige Rolle spielen. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen unserer hochgelobten Schweizer Stars.

Wir drücken dir dafür die Daumen. Denn statt Schauspieler, Schummler und Schwalbenkönige bist du das, was wir sehen wollen: Nicht nur ein toller Fussballer, auch ein guter Typ.

Jetzt habe ich viel geschrieben, dabei wollte ich doch nur etwas:

Dir einfach einmal «Danke» sagen.

Embolo fällt für Testspiele aus, Steffen nachnominiert

Nationalcoach Vladimir Petkovic muss für die kommenden Länderspiele in der Slowakei (Freitag, 13. November) und in Österreich (Dienstag, 17. November) einen weiteren Ausfall hinnehmen. Stürmer Breel Embolo fällt mit einer Entzündung der Patellasehne aus. Für den Basler wurde Renato Steffen von den Young Boys nachnominiert. Steffen gab sein Länderspiel-Debüt im letzten Monat gegen San Marino (7:0). Bereits am Sonntag hatten Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez ihre Teilnahmen an den Testpartien absagen müssen. (si)

Die 10 grössten Fussballtalente der Schweiz – gemäss «Football Manager»

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