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Super League: 5 Erkenntnisse aus dem Rückrunden-Start

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Bild: imago images

Die Rückrunde der Super League läuft – 5 Erkenntnisse aus den ersten fünf Spielen

Zürich siegt weiter, YB zeigt sich wenig meisterlich, St.Gallen entfernt sich von den Abstiegsplätzen: Das hat der Rückrundenauftakt gebracht.
31.01.2022, 22:07
dominic wirth / ch media
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Zürich macht weiter, wie es aufgehört hat

Zum Ende der Vorrunde hat der FC Zürich gegen St.Gallen gewonnen, es war ein Spiel, das auch anders hätte ausgehen können. Zum Beginn der Rückrunde gewinnt der Überraschungsleader nun 1:0 gegen Servette, und wieder bleibt beim Gegner dieses Gefühl zurück, dass da mehr drin gewesen wäre.

Es ist schon fast zur Gewohnheit geworden: Wenn es knapp wird, findet Zürich irgendwie einen Weg zum Sieg. Selbst dann, wenn wie gegen Servette mit Assan Ceesay der beste Torschütze fehlt und mit Antonio Marchesano der zweitbeste nur eine halbe Stunde mittun kann. Das sind keine schlechten Voraussetzungen für das Meisterrennen.

Alain Geiger, der Trainer der Genfer, ärgert sich nach dem Spiel über das «dumme Gegentor». Man könnte auch von einem unglücklichen sprechen. Es läuft die 48. Minute, als die Zürcher eine ihrer zwei Torchancen an diesem Abend herausspielen. Sie kommen mal in eine gute Position, brauchen aber auch dann noch die Hilfe von Servette-Spieler Boris Cespedes, der den Schuss unglücklich ins eigene Tor ablenkt. Und haben danach Glück, dass Servette seine Ausgleichschancen nicht nutzt. Aber eben: Am Ende bleibt ein Sieg für Zürich. Drei weitere Punkte. Start geglückt.

Sulejmani kann für YB immer noch ein Faktor sein

Kommt da ein Zeichen aus Bern, eine meisterliche Drohgebärde Richtung Basel und Zürich? Nach dem 1:0 gegen Lugano lautet die Antwort: nein.

Das Team David Wagner hat zwar oft den Ball, aber das nützt ihm nicht viel, weil es an Ideen fehlt, an Durchschlagskraft, an Tempo. Das liegt auch am Gegner Lugano, der einmal mehr mit seiner Organisation besticht. YB braucht an diesem Abend den Weitblick eines Altmeisters, um doch zu gewinnen. Miralem Sulejmani war einst ein 19-jähriges Wunderkind, für das Ajax 16 Millionen Euro bezahlte. Über Umwege ist der Serbe 2015 bei YB gelandet und hat dort über die Jahre über 100 Skorerpunkte und vier Meistertitel gesammelt.

Unter dem neuen Trainer David Wagner spielte Sulejmani lange keine grosse Rolle, trotz all der Absenzen in der Vorrunde. Auch gegen Lugano wird der mittlerweile 33-Jährige erst nach 60 Minuten eingewechselt. 12 Minuten später hat er schon einen Plan im Kopf, bevor der Ball überhaupt zu ihm kommt. Er sieht den Raum, den Lugano für einmal bietet. Dann geht es schnell: der direkte Pass zu Kanga, der anschliessende Sprint über den halben Platz, der kluge Assist für Christian Fassnacht.

1:0 für YB also, Sulejmani sei Dank. Am Sonntag taucht dann in Italien das Gerücht auf, dass Stürmer Jean-Pierre Nsame die Young Boys noch verlassen könnte, Richtung Venedig. Dabei hat das erste Spiel gezeigt: Der Meister könnte ihn, der gegen Lugano fehlte, ganz gut brauchen.

In Lausanne hängt der Haussegen schief

Lausanne gegen St.Gallen, Neunter gegen Achter, dazwischen vier Punkte: Im Stade de la Tuilière werden gleich zu Beginn der Rückrunde die Weichen im Abstiegskampf gestellt. Und es wird schon bald klar, für wen die Reise wohin geht. St.Gallen ist zwar der Gast, überrennt Lausanne aber regelrecht. Nach 17 Minuten steht es 2:0 für die Ostschweizer, zur Pause könnten sie mit fünf, sechs Toren führen, aber es steht 2:1, weil Lausanne seine einzige Chance nutzt.

Lausanne's supporters are displayer a banner reading "Cisse demission!" after than Lausanne-Sport losing against St Gallen team, during the Super League soccer match of Swiss Championsh ...
Sportchef Souleymane Cissé soll weg: Banner der Lausanne-Fans.Bild: keystone

Am Ende wird es ein 5:1-Sieg für die St.Galler, auch die zweite Hälfte gehört nach einer harten roten Karte für Lausanne ihnen. Die Fankurve des Heimteams verlässt das Stadion irgendwann in der zweiten Hälfte, sie lässt im Stadion nur Banner zurück: Unsere Geduld hat Grenzen, heisst es darauf. Auf einem anderen wird Sportchef Souleymane Cissé zum Rücktritt aufgefordert. Er hatte in der Winterpause anders als das St.Galler Gegenüber Alain Sutter wenig getan, um sein Team zu verstärken.

Alles halb so schlimm beim FC Sion

Ein wenig besorgt hatte man im Wallis schon auf die Rückrunde geschaut. Taucht etwa das Abstiegsgespenst wieder auf, wie so oft in den Vorjahren? Es waren Niederlagen in der Vorbereitung, welche die Zweifel schürten. Insbesondere das 0:6 gegen YB. Da schaffte es der FC Sion, in nur sieben Minuten vier Gegentore zu kassieren.

Zum Rückrundenauftakt, beim 2:0 gegen GC, sind die Walliser dann aber bereit. Sie überlassen dem Gegner zwar den Ball, aber sie stellen auch sicher, dass es vor dem eigenen Tor kaum gefährlich wird. Vorne trifft Jan Bamert nach einem Eckball, das 2:0 ist zwar ein Eigentor, aber richtig gut herausgespielt. Das Polster auf den Barrageplatz beträgt nun zwölf Punkte.

Fabian Frei vermiest Mario Frick das Debüt

Unter der Woche verlängert der Basler Routinier seinen Vertrag bis 2024. In Luzern ist Frei dann der dominante Mann auf dem Platz. Stark, wie er den Penalty zum 1:0 verwandelt. Eindrücklich, wie er in der Nachspielzeit noch über den Platz rast, um zum 3:0 zu vollenden.

Und der Tabellenletzte Luzern? Mario Frick, der neue Trainer, lässt sein Team direkter und vertikaler spielen als Vorgänger Fabio Celestini. Das verjüngte Innerschweizer Team liefert einen beherzten Auftritt ab, das 0:3 ist zu deutlich.

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