«Wir benötigen zwei Siege»: Basel hat in der Europa League keine Lust auf Rechenspiele
Auf Rechenspiele will sich beim FC Basel niemand einlassen. «Wir benötigen zwei Siege. Alles andere bringt nicht viel, denn dann müssen wir rechnen und auf die anderen Ergebnisse schauen. Mit sechs Punkten bist du sicher über der Linie», sagt Captain Xherdan Shaqiri. Ludovic Magnin ist sich zwar auch bewusst, dass in den verbleibenden beiden Spielen in Salzburg und gegen Pilsen möglicherweise auch vier Punkte fürs Weiterkommen in der Europa League reichen könnten. Doch auch der Trainer sagt: «Sechs wären besser.»
Aktuell hat der FCB durch die Siege gegen Stuttgart und Bukarest sechs Punkte gesammelt. Die Top 24 erreichen die Zwischenrunde, und so lautet auch das Saisonziel des FCB. «Wir haben noch alle Möglichkeiten. Das ist sehr positiv», sagt Magnin. Linksverteidiger Dominik Schmid ergänzt: «In der Europa League sind wir voll im Rennen und sind mit breiter Brust nach Salzburg gereist. Es ist ein K.-o.-Spiel. Wir geben alles dafür, dass wir nachher bei neun Punkten stehen.»
Schmid wie auch Shaqiri geben ebenfalls zu bedenken, dass Salzburg mit nur drei Punkten und einem letzten Spiel gegen Aston Villa nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen hat. «Die Motivation sollte bei uns grösser sein», sagt Shaqiri. Salzburg sei zudem nicht mehr so stark wie früher.
Ein Jubiläum für Xherdan Shaqiri
Der Star der Basler wird am Donnerstag zum 200. Mal das Trikot seines Heimatvereins tragen. «Diese Zahlen sind nicht das Allerwichtigste für mich. Aber es ist ein schöner Meilenstein. Denn es ist nicht alltäglich, dass man so viele Spiele für seinen Jugendklub machen kann.» Nur zu gerne würde Shaqiri dabei den 108. Sieg im FCB-Trikot feiern. «Wir müssen Vollgas draufgehen, Chancen kreieren und idealerweise in Führung gehen und diese dann nach Hause fahren», gibt der Captain den Matchplan vor. Magnin gibt zu bedenken: «Wir müssen auch bereit sein, in gewissen Phasen des Spiels unter Druck zu sein. Dann gilt es, gut zu verteidigen.»
Magnin rechnet in Salzburg mit einem hoch pressenden Gegner. «Bei Red-Bull-Teams ist es gut, denn du weisst, was auf einen zukommt. Da wollen wir dagegenhalten», sagt der Coach. Sein Team hat er seit Dienstag mit intensivem Videostudium auf den Gegner vorbereitet. Für taktische Spielchen war keine Zeit. Darum sagt Magnin: «Nicht die Taktik, sondern der Kampf wird entscheiden. Ich traue meiner Mannschaft zu, dass sie eine gute Reaktion auf die durchschnittliche Leistung gegen Sion zeigt.»
Verzichten muss der FC Basel im vorentscheidenden Spiel weiterhin auf die verletzt zu Hause gebliebenen Keigo Tsunemoto, Metinho, Ibrahim Salah und Moritz Broschinski. Auch Finn van Breemen gehört nicht zur Reise-Delegation, da für den Innenverteidiger eine Leihe angestrebt wird. Mit dabei ist dafür der ebenfalls abwanderungswillige Philip Otele. Solange für den Flügelstürmer kein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt, soll dieser nicht geschont werden. In Anbetracht der Basler Offensivschwäche kann der FCB die Qualitäten des Nigerianers aktuell gut gebrauchen. Die Frage ist nur, ob Otele in seiner Situation noch das letzte Hemd für den FC Basel gibt?
«Nicht zu verlieren, reicht in Basel nicht»
Der Unmut, welcher nach dem enttäuschenden Sion-Spiel direkt wieder aufflammte, lächelt Magnin weg. «Die Kritik und die Fragezeichen sind berechtigt. Aber wir müssen die Antwort auf dem Platz geben und uns davon nicht beunruhigen lassen. Wir bleiben auch in schwierigen Momenten in der Saison ruhig.» Er führt aus: «Nicht zu verlieren, reicht in Basel nicht. Wir kommen mit den vielen Unentschieden nicht vom Fleck. Vor allem über die Heimspiele sind wir enttäuscht. Ich bin aber guter Dinge, dass der Wind irgendwann drehen wird.»
Der Wetterumschwung sollte in Basel allerdings schnell eintreffen. Denn bei einer Niederlage könnte das erste Saisonziel bereits verpasst werden. Auf die meteorologische Vorhersage kann sich Magnin dabei nur bedingt verlassen. In Salzburg soll der Wind am Donnerstagabend aus dem Süden wehen. Gegen Sion kam er am Sonntag noch aus dem Osten. (riz/bzbasel.ch)
