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Sportchef Sandro Burki wartet auf ein Signal. Bild: fc aarau

Der FC Aarau steht kurz vor dem Aufstieg – doch Sportchef Burki könnte den FCA verlassen

Die Klubführung hat es in den Händen, ob der Sportchef dem wahrscheinlichen Super-League-Aufsteiger Aarau erhalten bleibt. Sandro Burki hat sich noch nicht entschieden, ob er die Herausforderung bei den Grasshoppers annimmt oder beim FC Aarau bleibt.

Sebastian Wendel / ch media



Eigentlich wollte Sandro Burki nicht. Doch nachdem die Spieler sich auf den Weg in die Kabine machten und immer mehr der 2000 Aarau-Fans in Neuenburg begannen, seinen Namen zu skandieren, ging er dann doch hin und machte mit ihnen die La-Ola-Welle. Die unmissverständliche Botschaft hinter den «Burki»-Rufen war die Bitte, dass der Sportchef dem FC Aarau erhalten bleibt. Und nicht das unterschriftsreife Angebot des Grasshopper-Club Zürich annimmt.

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Ein frommer Wunsch? Hat Burki sich längst für GC entschieden? So weit ist es noch nicht. Doch der 33-Jährige überlegt sich ernsthaft, keine zwei Jahre nach der Beförderung vom Spieler zum Sportchef den FCA zu verlassen.

Es lockt die Herausforderung, die immer noch klingende Marke «GC» in einer Schlüsselposition wieder auf Hochglanz zu bringen. Nach dem Abstieg in die Challenge League planen die Zürcher einen Neustart und wollen Burki mit der Macht über alle sportlichen Belange ausstatten. Er hätte für die Kaderplanung ein Jahresbudget von gegen 20 Millionen Franken zur Verfügung, fast das Vierfache der Mittel in Aarau.

Natürlich weiss Burki um die Gefahren, die bei GC lauern. Und sie beeinflussen seine Entscheidungsfindung. Der Klub ist zum Wiederaufstieg verdammt, der Druck auf den Sportchef entsprechend enorm.

Dazu kommen die unsichere Zukunft punkto Besitzverhältnisse und die vielen Heckenschützen rund um GC, die nur auf Misserfolg warten. Zu guter Letzt müsste Burki mit Uli Forte einen Trainer übernehmen, den er a) nicht ausgewählt hat und der sich b) im Campus in Niederhasli eingenistet hat.

Bürki ist ein Karriere-Mensch

Beim FC Aarau hingegen, zu dem Burki vor 13 Jahren als Spieler kam, wäre der Druck in der nächsten Saison erheblich geringer. Nach dem wahrscheinlichen Aufstieg in die Super League erhöht sich das Budget für die Profimannschaft auf knapp 6 Millionen Franken, alles andere als der direkte Wiederabstieg wäre eine Sensation. Warum macht es sich Burki nicht einfach und bleibt in der Komfortzone Brügglifeld, wo er bei Fans, Angestellten, Spielern, Trainerstaff und Sponsoren ein hohes Ansehen geniesst?

Aus zwei Gründen: Burki ist ein Karriere-Mensch. Mittelfristig ist ein ambitionierter Super-League-Klub sein Ziel. Eine Lebensweisheit besagt, man soll dann gehen, wenn es am schönsten ist. Und mehr als die Rückkehr in die Super League mit anschliessendem Überlebenskampf geht in Aarau nicht, solange das neue Stadion nur in der Theorie existiert.

Der zweite Grund: Das Verhalten der Klubführung des FC Aarau, seit Burki diese über das Interesse der Grasshoppers informierte. Er selber will sich dazu nicht äussern. Doch Gespräche in seinem Umfeld und im Brügglifeld bringen zutage, dass Präsident Alfred Schmid und Vizepräsident Roger Geissberger die Zeichen der Zeit nicht erkannt hätten. Statt um Burki zu kämpfen, etwa mit der Umwandlung seines aktuellen Arbeitsvertrages mit dreimonatiger Kündigungsfrist in einen langfristigen Kontrakt, sei nichts passiert.

«Konzentrieren uns auf Rückspiel»

Auch das Zögern der Bosse, wenn es um die Verlängerung von Spielerverträgen oder die Verpflichtung neuer Spieler gehe, nerve Burki, er möchte mehr Kompetenzen. Dieser Konflikt schwele schon länger, vor einem Jahr sei Burki deshalb kurz davor gewesen, sein Amt als FCA-Sportchef niederzulegen.

Mit diesen Vorwürfen konfrontiert, sagt Geissberger: «Wir konzentrieren unsauf das Barrage-Rückspiel gegen Xamax. Aber selbstverständlich unternimmt der Verwaltungsrat alles, um Sandro Burki beim FC Aarau zu halten. Wir sind uns seiner Verdienste und seiner Wichtigkeit beim FC Aarau bewusst.»

Grasshoppers oder FC Aarau? Bis Mitte nächster Woche muss sich Sandro Burki entschieden haben. Fakt ist: Sein Abgang könnte eine Kettenreaktion mit weiteren gewichtigen Abgängen auslösen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bean81 01.06.2019 20:17
    Highlight Highlight Ich verstände den wechsel nicht. Burki hat eine erfolgreiche mannschaft aufgebaut und es kann doch nicht sein, dass er sich nun am ziel wähnt. Die super league ruft, da kannst du dich in einem bekannten umfeld weiterentwickeln und für andere empfehlen (siehe auch gerber bei thun). 2 jahre wären zu kurz an seinem ort, er sollte nun eine basis schaffen mit einer längeren tätigkeit (ist ja erst 33ig)... und es läuft ja gut! bei aarau ideal: hoffentlich wird die abstimmung positiv verlaufen, dann kann er ins neue stadion ziehen. Hopp aarau! Hopp sandro!
  • feuseltier 01.06.2019 16:02
    Highlight Highlight Aarau hat die bessere Zukunft vor sich als GC...
  • leu84 01.06.2019 15:45
    Highlight Highlight Ich wünsche mir, er macht noch 1 bis 2 Jahre beim FC Aarau. Zumindest das eine Jahr in der NLA, falls der Klub definitiv aufsteigt.
  • Oberon 01.06.2019 14:56
    Highlight Highlight Natürlich bin ich da nicht ganz neutral, aber verstehe natürlich die Möglichkeiten für einen weiteren Karriereschritt von Burki.

    Trotzdem bin ich der Meinung das GC aktuell nicht die richtige Station ist. Nach dem gefühlten 10. Neuanfang sollte man diese Entscheidung zumindest sehr gut überlegen.

    FC Aarau braucht endlich ein neues Station um finanziell endlich eine Basis bekommt. Leider wird dieses ja erfolgreich torpediert.

    Ich verstehe auch nicht die generelle Neid Debatten in den Ligen. Eigentlich müsste diese um 200% gefördert werden um endlich aus dem nirgendwo heraus zu kommen.
    • feuseltier 01.06.2019 16:51
      Highlight Highlight Karriere Rückschritt ja 😅😅😂😃
  • Baron Minshew 01.06.2019 14:12
    Highlight Highlight ui nei du... Ich verfolge den Fussball in der Schweiz seit ca 25 Jahren. Sprich erfolgreiche Hoppers sind mir durchaus bekannt. Aber selbst bei Erfolgen kannst Du dort in Kürze weg sein.
    Soll er doch auf eine andere Chance warten
  • Samuelsson 01.06.2019 13:53
    Highlight Highlight Wäre schade eine Clublegende zu verlieren nach dem sportlichen Wunder dass die Aarauer in dieser Saison erreicht haben...
  • Jong & Hässig 01.06.2019 13:45
    Highlight Highlight Bitte Herr Geissberger und Schmid! Eine letzte gute Tat vor den Abgang. Setzt alles daran unsere Club Legende zu halten. Als Spieler ist er auch immer geblieben, da muss einiges schief gelaufen sein, sollte er uns nun wirklich verlassen.
  • Hayek1902 01.06.2019 13:04
    Highlight Highlight Wenn es nicht das absolute Minenfeld GC wäre, hätte ich ihm für alles bisherige gedankt und empfohlen, zu unterschreiben. Aber GC? Dort findet das Fussball Game of Thrones statt, in Ruhe arbeiten kannst du nicht ubd der Gegner lauert nicht nur in den anderen Stadien. Dann lieber mit Aarau den Klassenerhalt sichern und zu einem anderen SL club wechseln, eine neue Option wird sich schnell wieder ergeben.
  • Jimmy :D 01.06.2019 12:56
    Highlight Highlight Wann kommt eigentlich das neue Stadion in Aarau?
    • Marshawn 01.06.2019 15:48
      Highlight Highlight Long Story short: Im Herbst muss aufgrund von Einsprachen und der damit einhergehenden Verteuerung des Stadions erneut über das Stadion (bzw. 2 Hochhäuser der Baufirma HRS) abgestimmt werden. Make or Break.
    • leu84 01.06.2019 15:49
      Highlight Highlight Hoffentlich bald... 😢
      Klar, das Brügglifeld ist legendär aber man muss auch in die Zukunft schauen und der neue Standort wäre ideal.
  • Burkis 01.06.2019 12:50
    Highlight Highlight Burki wäre nicht nur wegen seinem Namen ein gute Lösung für GC...
    Jung, ehrgeizig, bodenständig, gute Persönlichkeit, mit reichlich Erfahrung in der CL und SL.
  • PostFinance-Arena 01.06.2019 12:37
    Highlight Highlight Diesen allfälligen Transfer soll verstehen wer will...wäre für mich komplett unbegreiflich!

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