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epa09237861 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic reacts during the International Friendly soccer match between Switzerland and the USA in St. Gallen, Switzerland, 30 May 2021.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Vladimir Petkovic muss noch vor dem nächsten Testspiel seinen definitiven EM-Kader bekanntgeben. Bild: keystone

Nach Test gegen die USA – Petkovic muss drei Spieler aus dem EM-Kader streichen

Bisweilen müde wirkende Schweizer besiegen im ersten Test vor der EM die USA mit 2:1. Die Sorgenkinder Rodriguez und Zuber treffen.

christian brägger / ch media



Gesund bleiben, sollen sie, Selbstvertrauen tanken, wollen sie. Und weil Nationaltrainer Petkovic nicht der Sinn nach allzu grosser Pröbelei steht, schickt er nicht die beste, aber eine gute Startformation gegen die USA in den ersten von zwei Tests vor der EM-Endrunde. Doch nach fünf Minuten ist es mit der Steigerung des Selbstvertrauens vorerst geschehen. Die Schweizer verteidigen schlecht, Xhaka lässt Reyna flanken, Elvedi klärt ungenügend, der Ball fällt vor die Füsse von Lletget, der in die linke Ecke trifft.

So früh in Rückstand lagen die Schweizer schon lange nicht mehr. Sie kommen danach resultatmässig im Spiel an, weil mit dem ersten gefährlichen Angriff in der 10. Minute der Ausgleich gelingt: Rodriguez mit seinem neunten Treffer im 80. Länderspiel ist der Torschütze von Halblinks, den Widmer von der rechten Seite mustergültig bedient hat. Dennoch sind die Gäste aus den Vereinigten Staaten in der Folge besser. Es fehlt zwar Pulisic, der gerade mit Chelsea die Champions League gewonnen hat, doch auch so haben sie ein paar spannende Spieler wie Dest (Barcelona), Reyna (Dortmund) oder McKennie (Juventus) in ihren Reihen. Und sie simulieren zu Teilen die EM-Gruppengegner Türkei und Wales.

Da kann es nur helfen, dass einige Schweizer Spielpraxis erhalten, die sie gebrauchen können. Schär zum Beispiel nach seiner Knieverletzung, Rodriguez, der im Klub bei Torino so wenig hat mittun dürfen in dieser Saison.

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Die Highlights des Spiels. Video: YouTube/SRF Sport

In der ersten Halbzeit sind die Schweizer ungenügend

Alles in allem ist die erste Halbzeit nicht gut, und meist bringen sich die Schweizer selbst in die Bredouille, zum Beispiel in der 27. Minute, als Schär als letzter Mann einen Fehlpass spielt und Lletget das Aussennetz trifft. Unter Petkovic soll man hinten spielerische Lösungen suchen, und seien sie noch so schwierig – das zehrt dann manchmal schon sehr an den Nerven.

Momente später prüft Aaronson die Schweizer Nummer eins, Sommer ist auf dem Posten. Danach hat auch Dest eine Möglichkeit. Die USA, die sich in Crans Montana für das Nations-League-Finalturnier von Nord-, Zentralamerika und der Karibik vorbereitet haben, sind jedenfalls aktiver, haben mehr Ballbesitz, die Schweizer agieren genügsam, uninspiriert, wenig druckvoll wie gradlinig. Sie wirken müde, lethargisch, ausgepowert nach den harten Trainingstagen in Bad Ragaz.

Doch dann muss sie doch mit einem 2:1 in die Pause gehen. Der gefällige Widmer spielt im Sechzehner an die Hand von Dest, es gibt Penalty, doch Rodriguez leistet sich einen Fehlschuss. So bleibt bis dahin dieses Bild haften: Schär spielt immer mal wieder mit dem Feuer, Elvedi behilft sich mit Fouls, Captain Xhaka ist alles andere als spielprägend, und Shaqiri, Embolo und Seferovic sind gar nicht zu sehen. Nach dem Spiel wird Goalie Sommer sagen:

«Wir haben uns in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht, auch von der Körpersprache her waren wir nicht so, wie wir das an der EM bringen müssen. In der zweiten hatten wir dann aber die Kontrolle. Es war ein sehr guter Test.»

Switzerland's goalkeeper Yann Sommer during a friendly soccer match between Switzerland and the USA, at the kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Sunday, May 30, 2021. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).

Yann Sommer zeigte sich zufrieden mit dem Spiel. Bild: keystone

Nach der Pause wechselt Petkovic dreimal, bringt Akanji, Zuber und Freuler für Elvedi, Benito und Shaqiri. Und die Schweizer spielen beschwingter nach dem Pfostenschuss von Reyna in der 51. Minute, den Zubers kapitaler Fehlpass überhaupt ermöglicht hat. Doch wie Sommer es erkannt hat, haben sie jetzt die Kontrolle. Embolo vergibt innert kurzer Zeit relativ kläglich zwei Wahnsinnsmöglichkeiten gegen den USA-Goalie Horvath.

Embolo vergibt zwei gute Möglichkeiten

Schliesslich ist der Gladbacher auch an der nächsten gefährlichen Schweizer Szene beteiligt, er haut zweimal neben den Ball – und Zuber schiebt in der 63. Minute zum 2:1 ein. Das Resultat stimmt nun für die Weltnummer 13, immerhin das, auch wenn es schmeichelt und etwas gar viel Lohn ist. Zuber, bei Frankfurt im Klub auch er ein Sorgenkind, wird nun richtig gut, seine Vorlage in der 81. Minute verzieht Freuler. Und dann hat Seferovic die Entscheidung herbeizuführen, er lupft den Ball jedoch am Tor vorbei – passend zu seinem Auftritt.

Die Führung ist nun nicht mehr unverdient, weil die USA mit ihren Wechseln (YB-Profi Siebatcheu kommt ebenfalls rein) mehr ab- als aufbauen. Und am Ende ist der Sieg auch nie mehr in Gefahr, das mit dem Selbstvertrauen hat also geklappt, vor allem nach dem Rückstand, verletzt hat sich ebenfalls keiner. Selbstkritisch sind sie auch, die Schweizer, mehrmals betonen sie, dass für die EM eine Leistungssteigerung nötig sein wird.

Switzerland's Haris Seferovic, reacts during a friendly soccer match between Switzerland and the USA, at the kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Sunday, May 30, 2021. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).

Es war nicht der beste Tag von Haris Seferovic. Bild: keystone

Drei Spieler werden gestrichen – Freuler, Widmer und Zuber gut

Gewinner an diesem Abend in St.Gallen? Wenn die Partie jemandem hilft, dann Freuler, Widmer und Zuber. Vor dem letzten EM-Test am Donnerstag gegen Liechtenstein warten nun auf Petkovic bis heute Abend Stunden, in denen er sich entscheiden wird. Kobel, Gavranovic, Mbabu, Omeragic, Sow, Ndoye – das sind die Schweizer, die gegen die USA auf der Tribüne haben Platz nehmen müssen. Drei Spieler fallen noch weg für das 26-Mann-Kader der EM. Das mag darauf hindeuten, dass es für Ndoye und Kobel, den vierten Goalie und wohl bald bei Dortmund unter Vertrag, eng werden dürfte.

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Die Noten der Schweizer Nati-Spieler gegen die USA
quelle: keystone / gian ehrenzeller
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