Sport
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epaselect epa06795869 A view of the video assistant referee (VAR) video operation room (VOR) of the 2018 World Cup International Broadcast Centre (IBC) in Moscow, Russia, 09 June 2018. The FIFA World Cup 2018 will take place in Russia from 14 June until 15 July 2018.  EPA/YURI KOCHETKOV

Offside oder nicht? Im Zweifelsfall wird das Schiedsrichter-Team im Stadion unterstützt. Bild: EPA

So funktioniert der Videobeweis bei der WM-Premiere in Russland

Wer sind die Video-Schiedsrichter? Wann dürfen sie eingreifen? Und wer entscheidet im Zweifelsfall? 9 Fragen und Antworten zu einem Thema, das in den nächsten Wochen wohl Diskussionsstoff liefern wird.



Wo sitzt der Video-Schiri?

Egal, wo ein WM-Spiel stattfindet: Er befindet sich stets in einem Kontrollzentrum in Moskau.

A referee demonstrates a video operation room (VOR), a facility of the Video Assistant Referee (VAR) system which will be rolled out for the first time during the World Cup, at the 2018 World Cup International Broadcast Centre in Moscow, Russia, Saturday, June 9, 2018. (AP Photo/Dmitri Lovetsky)

Die Arbeitsinstrumente: Bildschirme, Tastatur, Headset. Bild: AP

Ist er dort alleine?

Nein, mit dem Video-Schiri sitzen drei Assistenten vor den Bildschirmen. Zwei sind für das schnelle Aufspüren möglicher strittiger Szenen verantwortlich, einer für Abseits-Entscheidungen. Sie bedienen die Technik nicht selber, dazu sind vier Zeitlupen-Assistenten anwesend. Sie helfen dabei, aus den vielen verschiedenen Blickwinkeln den besten zu finden. Kommuniziert wird englisch.

Wer sind die Video-Schiris?

Die FIFA hat 13 Schiedsrichter aufgeboten, die an der WM einzig in dieser Funktion tätig sein werden. Unter anderem sind Felix Zwayer und Bastian Dankert dabei, die seit Jahren in der Bundesliga pfeifen. Schweizer Unparteiische stehen weder auf dem Feld noch im Kontrollraum im Einsatz.

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Das Erklär-Video der FIFA (englisch). Video: YouTube/FIFATV

Wann greift der Video-Schiri ein?

In diesen vier spielentscheiden Szenen darf Moskau einschreiten:

  1. Tore und Aktionen, die zum Tor geführt haben
  2. Penalty-Entscheide
  3. Direkte Rote Karten
  4. Verwechslung eines Spielers

Jedes WM-Tor wird in jedem Fall auf mögliches Abseits überprüft.

Was wird gemeldet?

Der Video-Schiri weise den Schiedsrichter auf dem Feld «nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern» auf einen solchen hin, heisst es seitens der FIFA, «oder bei gravierenden Vorfällen, welche der Referee nicht gesehen hat». Der Schiedsrichter kann die Partie jederzeit unterbrechen, um mittels Headset mit dem Video-Schiri zu kommunizieren.

Wer fällt den endgültigen Entscheid?

Immer der Schiedsrichter auf dem Feld. Er kann entweder aufgrund der Angaben aus dem Kontrollraum handeln oder aber die Szene am Spielfeldrand selber auf einem Monitor anschauen und dann eine Entscheidung treffen.

epa06633193 Referee Deniz Aytekin of Germany looking at the VAR during the International friendly match between England  and Italy at the Wembley Stadium in London, Britain, 27 March 2018.  EPA/KIERAN GALVIN

Schiedsrichter Deniz Aytekin schaut sich bei England – Italien eine Szene selber nochmals an. Bild: EPA

Was sieht der TV-Zuschauer?

Er soll sämtliche Wiederholungen sehen können, die auch der Video-Schiri begutachtet. Zusätzlich ist im Kontrollzentrum eine Kamera installiert, wo man den Unparteiischen bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken kann.

Image

Der Regisseur schaltet bei umstrittenen Szenen auf diesen Split-Screen um. bild: fifa

Was sieht der Fan im Stadion?

Nicht ganz so viel wie der Fan vor dem Fernseher. So will man möglichen Ausschreitungen zuvorkommen. Ein Szenario: Trotz Videobeweis ist ein Penaltyfoul noch höchst umstritten. Der Schiedsrichter entscheidet für Team A und bringt damit die Anhänger von Team B in Rage.

epa06037712 A video assistant referee (VAR) decision is announced on a huge screen during the FIFA Confederations Cup 2017 group B soccer match between Australia and Germany at the Fisht Stadium in Sochi, Russia, 19 June 2017.  EPA/PETER POWELL

Jetzt kommt der Video-Schiri: Blick auf die Anzeigetafel in Sotschi beim Confed-Cup 2017. Bild: EPA

Auf der Grossleinwand im Stadion sehen die Fans daher eine abgespeckte Version des TV-Bilds. Die fragliche Szene wird in der Totalen gezeigt, also von einer grösseren Distanz aus gefilmt. So sieht der Stadion-Fan zwar, wegen welcher Szene «ermittelt» wird – aber er sieht letztlich wohl zu wenig genau, was sich tatsächlich ereignet hat. Er muss dem Referee einfach glauben.

Was hält FIFA-Präsident Infantino vom Video-Schiri?

«Noch ist nicht alles perfekt, aber wir werden sicherlich keine wirklich schlimmen Fehler erleben, wie beispielsweise ein übersehenes Offside von drei Metern oder eine Penalty-Entscheidung nach einem Foul ausserhalb des Strafraums», so FIFA-Präsident Gianni Infantino in der «Welt». Dem erstmaligen Einsatz des Videobeweises bei einer WM blicke er zuversichtlich entgegen.

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Video: srf

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Video: watson/Angelina Graf, Nico Franzoni, Laurent Aeberli

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pasch 11.06.2018 18:41
    Highlight Highlight Hoffen wir mal das die Spiele trotzdem "flüssig" verlaufen. Horror wäre wenn nach jeder Aktion ein Unterbruch stattfinden, oder sich Fussball mit der Zeit zu American Football (stop'n'go) entwickeln würde.
    Bin gespannt und Grundsätzliche gute Sache!
  • Lümmel 11.06.2018 18:08
    Highlight Highlight Ein Problem das leider auch beim Videobeweis eine Rolle spielt ist dass Menschen die sich regelmässig viele Fussballspiele anschauen, nicht mehr wirklich zwischen einer Schwalbe und einem Foul unterscheiden können, da man den eigentlichen Bewegungsablauf des "gefoulten" Spielers als unausweichliches hinfallen ansieht, obwohl es eine Schwalbe war. Einfach weil fast jeder Spieler sich fallen lässt obwohl er sich ohne Probleme auf den Beinen halten könnte.
    • Joshuuaa 12.06.2018 13:04
      Highlight Highlight Es spielt bei einer Entscheidung Foul/ nicht Foul keine Rolle, ob der Spieler fällt oder nicht. Ich kann fair grätschen, den Ball spielen und der Gegner fällt und ich kann unfair grätschen, den Ball nicht treffen und der Spieler hält sich irgendwie auf den Beinen. Erste Situation wäre ein Foul, zweite nicht. Oder täusche ich mich?
  • mrcharliebrown 11.06.2018 16:09
    Highlight Highlight Immerhin, besser als nichts. ABER: Ein zentrales Problem ist nicht bzw. ungenügend gelöst: Wann soll der Video-Schiri eingreifen? Die genannten vier Situationen werden (berechtigterweise) zu Diskussionen führen. Zum Beispiel:

    Wer entscheidet, wo die Grenze einer klaren und offensichtlichen Fehlentscheidung verläuft?

    Bei einem Tor soll jedes Mal auf Abseits geprüft werden, eine fälschlicherweise abgepfiffene Spielsituation wegen angeblichen Abseits hingegen nicht, obwohl daraus oft sehr gute Torchance entstehen. Das ergibt keinen Sinn.

    Macht es wie im Tennis oder Eishockey mit den Challenges
  • w'ever 11.06.2018 14:36
    Highlight Highlight frage.
    sind eigentlich diese torlinienrichterclowns auch noch im einsatz?
    • Schiri 11.06.2018 15:09
      Highlight Highlight Glaube das ist ein UEFA Phänomen
  • virus.exe 11.06.2018 14:25
    Highlight Highlight Wurde auch Zeit. Los jetzt UEFA. CL & EL mit VAR ausstatten!
  • Luca Brasi 11.06.2018 13:57
    Highlight Highlight Es gab mal ein Buch in den 60ern "Moskau wusste alles". ;P

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