Drei Länder aus dem Balkan träumen von der ersten WM-Teilnahme überhaupt
16 Nationen kommen in Europa für vier WM-Tickets noch infrage. 13 dieser Länder waren alle mindestens einmal an einer Weltmeisterschaft dabei, anders als Albanien, Nordmazedonien und Kosovo. Die drei Balkanländer gehören in ihren Gruppen nicht zu den Favoriten, dürfen sich aber durchaus Chancen ausrechnen.
Nordmazedonien
Bereits vor vier Jahren sorgte Nordmazedonien in den Playoffs für Furore. Im Halbfinal gelang ihnen gegen Italien die grosse Überraschung und der vierfache Weltmeister wurde mit 1:0 besiegt. Nach einer Niederlage in der entscheidenden Partie gegen Portugal wurde die Qualifikation knapp verpasst.
In der laufenden Qualifikation klassierten sich die Nordmazedonier hinter Belgien und Wales auf dem dritten Platz. Lange Zeit konnten sie sogar vom Gruppensieg träumen. Gleich zweimal knöpften sie dem Gruppenfavoriten Belgien ein Unentschieden ab. Zum Schluss der Quali verlor Nordmazedonien aber den Faden und kassierte gegen Wales eine 1:7-Niederlage. Dank der Nations League kann Nordmazedonien trotzdem noch von der ersten WM-Teilnahme träumen.
Seit den letzten Nationalmannschaftsspielen im November kam es noch zu einem Trainerwechsel. Neuerdings steht Goce Sedloski an der Seitenlinie und feiert am heutigen Donnerstag sein Debüt als Trainer der Nationalmannschaft. Es wartet ein schwieriges Auswärtsspiel in Dänemark auf die Nordmazedonier. Sollte sich der Aussenseiter überraschend durchsetzen, würde nur noch ein Sieg gegen Tschechien oder Irland zur ersten WM-Qualifikation fehlen.
Mit Elmin Rastoder ist auch ein Spieler aus der Super League im Kader der Nordmazedonier vertreten. Der Stürmer, welcher mit Aufsteiger Thun kurz vor dem Meistertitel steht, kam in der Nationalmannschaft bisher zu fünf Einsätzen, erzielte aber noch kein Tor.
Albanien
So nah wie dieses Mal war Albanien einer WM-Teilnahme noch nie. Nach einer starken Qualifikation und zwischenzeitlich sechs Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage konnten sich die Albaner hinter England den zweiten Platz sichern. Dadurch bekommen sie in den Playoffs eine zusätzliche Chance, sich für die WM zu qualifizieren. Ein Prestigeerfolg für Albanien war, dass man die Qualifikation vor dem Rivalen aus Serbien abschliessen konnte.
Angeführt wird die albanische Nationalmannschaft von Captain Berat Djimsiti, welcher in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist. Die Albaner konnten sich bereits zweimal für eine Europameisterschaft qualifizieren. 2016 und 2024 scheiterten sie in der Gruppenphase.
Nun geht es darum, erstmals an einer WM dabei zu sein. Zunächst wartet das Duell mit den favorisierten Polen. Allerdings haben sie gute Erinnerungen an das Team mit Superstar Robert Lewandowski. In der Qualifikation für die EM 2024 setzte sich Albanien unter anderem auch gegen den heutigen Gegner durch. In einem allfälligen Finalspiel würden Schweden oder die Ukraine warten.
Kosovo
Gleich drei Super-League-Akteure sind mit Amir Saipi (Lugano), Kreshnik Hajrizi (Sion) und Valon Berisha (Zürich) für die Playoffs beim Kosovo aufgeboten worden. Auch der Nationalmannschaftstrainer Franco Foda ist bekannt in der Schweiz. Im Jahr 2022 stand der Deutsche für kurze Zeit beim FC Zürich an der Seitenlinie.
Seit nun über zwei Jahren ist Foda für die kosovarische Nationalmannschaft zuständig und feierte in der WM-Qualifikation überraschende Erfolge. Bis zum letzten Spieltag war es rechnerisch noch möglich, die Schweiz abzufangen und sich direkt für das Turnier in Nordamerika zu qualifizieren. Am Ende wurde die Gruppe vor Slowenien und Schweden auf dem zweiten Platz abgeschlossen.
Bereits das Erreichen der Playoffs ist für den Kosovo, der sich noch nie für ein grosses Turnier qualifizieren konnte, ein Erfolg. Trotzdem soll die Reise für Foda und seine Spieler noch nicht vorbei sein. «Wir haben in den letzten Tagen gut trainiert und uns auf die taktische Seite konzentriert», sagte der Trainer vor dem Halbfinal gegen die Slowakei. Sollten sich die Kosovaren in Bratislava durchsetzen, würden sie im letzten Spiel um das WM-Ticket die Türkei oder Rumänien empfangen.
