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epa08820823 Switzerland's goalkeeper Yann Sommer (R) celebrates with teammates Ricardo Rodriguez (L) and Remo Freuler (C) after saving a penalty during the UEFA Nations League soccer match between Switzerland and Spain at St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, 14 November 2020.  EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE

Die Schweiz schafft den Klassenerhalt in der Nations League. Bild: keystone

Forfaitsieg gegen die Ukraine! Schweiz schafft Klassenerhalt in der Nations League

Die Schweiz verhindert in der Nations League dank einem Forfaitsieg den Abstieg. Die UEFA-Disziplinarkommission spricht ihr gegen die Ukraine ein 3:0 zu.



Offenbar gab es keine Zweifel, wie das Urteil aussehen würde. «Die Sache war für die UEFA scheinbar klar. Wir wurden nicht einmal zu einer Stellungnahme aufgefordert», sagte der SFV-Generalsekretär Robert Breiter.

Die UEFA entschied letztlich so, wie es der Schweizer Nationalmannschaftsdelegierte Pierluigi Tami schon am Dienstag letzter Woche in Luzern unmittelbar nach der Spielabsage erwartet hatte. «Es ist ganz einfach: Wir waren bereit zu spielen. Wir haben unsere Arbeit richtig gemacht und eine Mannschaft präsentiert, die nur negative Tests abgegeben hat. Es war der Gegner, der nicht spielen konnte», so der Tessiner. Und: «Ich erwarte einen Entscheid zu unseren Gunsten.»

Die UEFA-Disziplinarkommission sah es offenbar genau gleich. Sie hat entschieden, «das Nations-League-Spiel zwischen der Schweiz und der Ukraine (...) mit einem Forfait gegen den ukrainischen Verband zu werten, weil er verantwortlich ist, dass das Spiel nicht hat stattfinden können. (...)» Aufgrund der Reglemente wäre auch eine Neuansetzung oder ein Losentscheid möglich gewesen.

Doch noch ein «Sieg» 2020

Dank dem Sieg am «Grünen Tisch» verhindert die Schweiz in der Nations League den Abstieg in die Liga B. Die SFV-Auswahl kann auch bei der nächsten Austragung im Sommer 2022 in der Liga der Top 16 mitmachen. Die Schweiz und die Ukraine sind in der Rangliste punktgleich, die Direktbegegnungen (1:2, 3:0) sehen jedoch die Schweiz im Vorteil. Auch schönt der Forfaitsieg das von den Resultaten her schwache Länderspieljahr der Mannschaft von Nationalcoach Vladimir Petkovic etwas. Offiziell geht 2020 nun nicht als Jahr ohne einzigen Sieg in die Geschichte ein.

Die Begründung des Entscheids liegt noch nicht vor. Doch es ist klar, dass die UEFA gegen die Ukraine entschied, weil diese aufgrund der Quarantäne-Anordnung des Luzerner Kantonsarztes für den ursprünglichen Spieltermin am Dienstag letzter Woche keine Spieler zur Verfügung hatte. Zuvor waren am Montag vier ukrainische Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Tag darauf gab es weitere positive Fälle.

Der Entscheid der UEFA überraschte auch deshalb nicht, weil es zu Beginn der Europacup-Saison in der Qualifikation zur Champions League und Europa League ebenfalls Fälle gab von Spielen, die nicht hatten stattfinden können, weil eine Mannschaft von der lokalen Gesundheitsbehörde in Quarantäne geschickt wurde. Die Disziplinarkommission der UEFA entschied ausnahmslos auf Forfait-Niederlagen gegen die Klubs mit Corona-Fällen.

Gemäss den Regularien der UEFA, die wegen der Corona-Pandemie im Sommer eigens für die europäischen Wettbewerbe erstellt wurden, muss eine Mannschaft zum Spiel antreten, wenn ihr 13 Spieler (inklusive ein Torhüter) zur Verfügung stehen. Daher wäre denkbar gewesen, das Spiel um 24 Stunden zu verschieben. Dazu hätten die Ukrainer Nachwuchsspieler oder andere ukrainische Spieler in die Schweiz einfliegen lassen müssen. Doch zu dieser Lösung boten die Osteuropäer nicht Hand. Sie hätten sie «nicht seriös geprüft», hatte Tami schon letzte Woche gesagt.

epa08820898 Ukraine's Oleksandr Zinchenko in action during the UEFA Nations League soccer match between Germany and Ukraine in Leipzig, Germany, 14 November 2020.  EPA/CLEMENS BILAN

Die Ukraine will den Entscheid der UEFA anfechten. Bild: keystone

Ukraine kündigt Gang zum CAS an

Die Sache ist also für die Schweizer und die UEFA klar. Doch die Ukrainer sehen das anders. Auf der Verbands-Homepage wird Juri Sapisozky, der Vizepräsident und Generalsekretär des ukrainischen Verbands (UAF), wie folgt zitiert: «(...) Die UAF erklärt kategorisch ihr Unverständnis für diesen Entscheid und beabsichtigt, dagegen Beschwerde einzulegen beim internationalen Sportgericht in Lausanne, sobald sie die Begründung des Entscheids erhalten hat.» Das CAS ist deshalb die nächste Instanz, weil der Entscheid bei der UEFA bereits von der Berufungskammer gefällt wurde.

Wie die Ukrainer vor dem CAS argumentieren werden, lässt sich erahnen. Sie verloren vergangene Woche nach ihrer Rückkehr aus der Schweiz keine Zeit, die gesamte Mannschaft nochmals testen zu lassen und veröffentlichten zügig die Ergebnisse des offenbar von der UEFA zertifizierten Labors: Alle Spieler waren negativ. Die Ukrainer stellen sich auf den Standpunkt, man hätte alle Spieler in Luzern nochmals testen und dann am Mittwoch mit den negativ getesteten gegen die Schweiz antreten können. Für die Ukrainer sind nicht sie Schuld, dass das Spiel nicht hat stattfinden können, sondern die Schweizer Gesundheitsbehörden.

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