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epa07748962 Basel's Valentin Stocker (up) in action against PSV Eindhoven's Nick Viergever (bottom) during the UEFA Champions League second qualifying round, second leg soccer match between FC Basel and PSV Eindhoven in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, 30 July 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Valentin Stocker war Basels Matchwinner gegen den PSV. Bild: EPA

Stockers grosse Auferstehung und 4 weitere Erkenntnisse aus Basels Coup gegen Eindhoven



Stockers grosse Auferstehung

Vor eineinhalb Jahren kehrte Valentin Stocker von Hertha BSC zum FC Basel zurück. Die Erwartungen an den sechsfachen Meisterhelden waren gross, doch Stocker konnte sie nicht erfüllen. Ihm fehlten die Spritzigkeit und Schnelligkeit von früher, was sich auch aufs Selbstvertrauen auswirkte. «Verstockert», seufzten die Fans auf der Tribüne, wenn der Mittelfeldspieler mal wieder eine Grosschance vergab.

Gegen Eindhoven sahen die Fans nun aber wieder den alten Stocker: Topfit, aufsässig, zweikampfstark, wieselflink und mit dem Riecher für entscheidende Spielsituationen. So verwundert es nicht, dass der FCB-Antreiber am Ursprung beider Basler Tore steht. Vor dem 1:0 holt er clever und in typischer Stocker-Manier den Freistoss heraus, den Cömert wenig später ins Tor hämmert. Vor dem 2:1 spielt er eine Flanke geschickt in den Rücken, wo Ricky van Wolfswinkel schliesslich abstaubt.

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7. Minute: Stocker holt den Freistoss raus, der zum 1:0 durch Cömert führt. Video: streamable

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68. Minute: Stocker bereitet mit einer geschickten Hereingabe das 2:1 durch van Wolfswinkel vor. Video: streamable

Einen grossen Anteil an der Wiederauferstehung von Stocker hat Marcel Koller. Mit der Beförderung zum Captain schenkte der FCB-Trainer seinem Schützling das nötige Vertrauen, das dieser braucht, um wie einst als Jungspund den Unterschied machen zu können.

Kollers Kniffe greifen

Das 1:2 gegen den FC St.Gallen nahm er auf seine Kappe: Sieben Stammspieler hatte Marcel Koller am Samstag geschont und so seiner Truppe etwas zu viel zugemutet. Doch die Niederlage nahm er in Kauf, damit seine wichtigsten Kräfte mit aufgeladenen Batterien ins Rückspiel gegen den PSV steigen konnten.

Auch bei der Aufstellung machte Koller alles richtig: Statt auf jugendlichen Esprit setzte er auf die Erfahrung der alten Garde. Taulant Xhaka, der in wichtigen Spielen oft über sich hinauswächst, liess der FCB-Trainer wie schon im Hinspiel auf der linken Aussenverteidiger-Position laufen, wo er den PSV-Flügeln Bruma und Hirving Lozano trotz Nachteilen beim Tempo immer wieder den Rang ablief.

Die Noten der FCB-Spieler

Im Mittelfeld spielten Luca Zuffi, Fabian Frei und Eder Balanta fehlerfrei, vor allem der gelernte Innenverteidiger Balanta war bärenstark. Der 26-jährige Kolumbianer gewann fast jeden Zweikampf und leitete nach Balleroberungen immer wieder gefährliche Gegenstösse ein.

Kollers geschicktester Schachzug war es aber, Ricky van Wolfswinkel nicht vorzeitig auszuwechseln. Der holländische Stürmer vergab gegen seine Landsleute mehrere Topchancen und stapfte danach mit angekratztem Selbstvertrauen und hängendem Kopf über den Platz. Doch der FCB-Trainer liess ihn drin und wurde von seinem Stürmer, den Koller zum Flügel umfunktioniert hatte, in der 68. Minute mit dem entscheidenden 2:1 belohnt.

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Van Wolfswinkel köpft den Ball aus kürzester Distanz neben das Tor. Video: streamable

Die Macht der Fans

Nach Eindhoven reisten die FCB-Anhänger nicht mit, die Basler Fanszene boykottierte das Hinspiel wegen der Personalisierung der Tickets für Auswärtsfans. Die Mannschaft erklärte nach der unglücklichen 2:3-Niederlage in Holland, dass sie die Unterstützung der eigenen Anhänger vermisst habe. Wer sich nun Sorgen gemacht hat, dass die Stimmung wegen des angespannten Verhältnisses zwischen Fans und neuer Klubführung auch im Rückspiel nicht die beste sein könnte, wurde schnell eines besseren belehrt.

epa07748907 Players of FC Basel (red) and PSV Eindhoven (green) enter the pitch for the UEFA Champions League second qualifying round, second leg soccer match between FC Basel and PSV Eindhoven in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, 30 July 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Die FCB-Fans sorgen für eine knisternde Atmosphäre im St.Jakob-Park. Bild: EPA

Von Beginn an herrschte im mit 29'216 Zuschauer gut besuchten St.Jakob-Park eine knisternde Atmosphäre, die bald an die legendären, magischen Basler Europacup-Nächte erinnerte. Die Fans peitschten ihre Mannschaft unentwegt nach vorne und weckten bei den Spielern die Emotionen, die es brauchte, um kämpferisch eine solche Leistung abrufen zu können.

Ein Sieg für die Schweiz

Da die Schweiz in der UEFA-Fünfjahreswertung auf Rang 17 abgerutscht ist, ist natürlich jeder europäische Sieg Gold wert. Mit dem sicheren Erreichen der Europa-League-Gruppenphase und der weiterhin bestehenden Möglichkeit, in die Königsklasse einzuziehen, winken weitere Punkte für die Setzliste im Europacup.

Die Schweizer Europacup-Teams:

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bild: watson.ch

Doch auch für die heimische Liga kann Basels Erfolg ein Segen sein. Dank gesicherten Einnahmen von rund 10 Millionen Euro herrscht finanziell eine gewisse Planungssicherheit, die angedrohten Spielerverkäufe von Albian Ajeti oder Noah Okafor sind deshalb nicht mehr zwingend. So kann Basel mit voller Kraft alles daran setzen, YB die neuerliche Titelverteidigung so schwer wie möglich zu machen.

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Die Schweiz ist europäisch zum Siegen verdammt, um in der Fünfjahreswertung wieder Boden gut zu machen. tabelle: wikipedia

So ist alles möglich

Nach dem Coup gegen den PSV Eindhoven trifft der FCB in der 3. Qualifikationsrunde für die Champions League nun auf den LASK. Eine machbare Aufgabe – mit dem österreichischen Vizemeister aus Linz befindet man sich mindestens auf Augenhöhe. Trotz bescheidenen finanziellen Mitteln konnte der LASK dank offensivem und modernem Fussball zumindest einigermassen mit Serienmeister Red Bull Salzburg mithalten.

Nach dem Abgang von Erfolgstrainer OIiver Glasner (zu Wolfsburg) hat Ex-Bayern-Verteidiger Valérien Ismael das Team übernommen und gleich zu einem Auftaktsieg gegen Altach geführt. Die grosen Stars fehlen beim LASK: Rechtsaussen Thomas Goiginger ist mit einem Marktwert von 3 Millionen Euro der teuerste Spieler im Kader (Gesamtmarktwert: 21,73 Millionen Euro), der australische Nationalspieler James Holland der erfahrenste. Das grösste Potenzial hat wohl der von Salzburg ausgeliehene Ghanaer Samuel Tetteh.

Setzt sich der FCB gegen den LASK durch, warten auch in den CL-Playoffs keine unüberwindbaren Hürden. Gegen FK Krasnodar, Dynamo Kiew und den FC Brügge müssten sich die Basler trotz teils deutlich tieferem Gesamtmarktwert sicher nicht verstecken. Höchstens der FC Porto wäre möglicherweise eine Nummer zu gross.

Klubkoeffizienten der (möglichen) FCB-Gegner:

3. Quali-Runde:
205. LASK 12.435 (Markwert: 21,73 Mio. Euro).

Playoffs:
8. FC Porto 202.000 (Marktwert: 256,75 Mio. Euro).
28. Dynamo Kiew 115.000 (Marktwert: 99,80 Mio. Euro).
49. FC Brügge 64.500 (Marktwert: 113,03 Mio. Euro).
82. FK Krasnodar 34.500 (Marktwert: 147,65 Mio. Euro).

26. FC Basel 123.500 (Marktwert: 60,05 Mio. Euro)

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    Alle Leser-Kommentare
  • JoeyOnewood 01.08.2019 08:53
    Highlight Highlight Stocker hatte schon immer Tempoprobleme. Ich hatte bereits früber, als er 20 war, das Gefühl, der gewinnt nie im Leben ein Laufduell.

    Das war als Flügel schon immer sein Problem. Was dagegen hilft: Kämpfen, clever sein, Bälle schnell und gut weiterspielen.

    Diese drei Dinge hat er wieder entdeckt. Ich frage mich allerdings trotzdem, ob er aufgrund seiner mangelnden Schnelligkeit auf der 10 oder sogar 8 nicht besser aufgehoben wäre.
  • Steffan Griechting 31.07.2019 15:17
    Highlight Highlight Nach wie vor ein Brüelibuäb!
  • Manuel Schild 31.07.2019 14:08
    Highlight Highlight Die Spieler die beim FC Basel ausgebildet haben einfach eine überragende Einstellung und kämpfen für den Club und ihre Basler Heimat. Stocker und Ajeti haben das ganze Spiel lang ein 2-Mann Pressing gespielt und trotzdem offensiv brilliert. Stocker ist auferstanden. Definitiv!
    • Switch_on 31.07.2019 15:06
      Highlight Highlight Xhaka darf man ebenfalls nicht vergessen. Er hat sich gestern 80 Minuten lang verissen auf dem Feld.
    • Carl Gustav 31.07.2019 19:18
      Highlight Highlight Tauli ist sowieso eine verdammte Maschine.
      Ich mag ihn eigentlich nicht, aber das Talent von Granit und das Kämpferherz von Tauli gäbe zusammen einen Spieler, der absolute Weltklasse wäre.
    • JoeyOnewood 01.08.2019 08:49
      Highlight Highlight Tauli = lieblingsspieler <3
  • Menü 1 mit Suppe 31.07.2019 12:04
    Highlight Highlight Ich finde er lässt sich im Vergleich mit anderen Fussballern immernoch sehr schnell fallen, sitzt dann am Boden und verlangt mit ausgestreckten Armen und viel "hey hey hey" einen Freistoss. Hätte er doch gar nicht nötig.
    • Raembe 31.07.2019 12:49
      Highlight Highlight Relativieren wir Mal, er ist noch lange nicht auf dem Niveau eines Neymars. Ja, er sucht die Freistösse und lässt sich auch etwas leicht fallen, sein Team hat gestern von so einer Aktion profitiert. Ausserdem muss man auch sagen, das Stocker oft defensiv mitarbeitet und durchaus faire und harte Zweikämpfe führen kann.
    • giandalf the grey 31.07.2019 13:00
      Highlight Highlight Naja dass er sich fallen lies, bedeutete gestern das 1:0... Und bei dem Schiri gestern war auch ein bisschen Reklamieren durchaus angesagt.
  • Goonli 31.07.2019 11:15
    Highlight Highlight OK...ich möchte nicht mindern, dass der FCB gestern etwas grosses geschafft hat und sich die nächste Runde wirklich mit grossem Kampfgeist erkämpfte.
    Finde ich auch super für den Schweizer Fussball.

    Auch der Valentin hat sicherlich gut gespielt aber von einer "grossen Auferstehung" zu sprechen finde ich jetzt doch ein bisschen viel. EIN gutes Spiel war das jetzt...Gegen Eidhoven... Mal schauen ob die grosse Auferstehung gegen einen richtig grossen Gegner kommt...oder in der Liga...
    Dennoch: Super FCB!
    • Amboss 31.07.2019 12:24
      Highlight Highlight @Goonli: Nun, einen Unterschied gibt es schon: Gestern ging es echt um etwas. Nämlich darum, in der Gruppenphase zu spielen, EL oder CL.
      Das war wahrscheinlich das einzige FCB-Spiel der letzten ca. 10 Jahre, wo es um etwas ging und wo man die Entscheidung für sich fällen konnte.

      All die Jahre zuvor hatte man die CL "gratis". Man war in der Gruppenphase und konnte völlig unbeschwert auftreten. Man durfte gewinnen.

      Gestern "musste" man gewinnen. Und dass dies gelungen ist, darf man nicht genug hoch einstufen.
    • Raembe 31.07.2019 12:52
      Highlight Highlight Stocker spielt mMn schon seit nem halben Jahr wieder besser.
    • JoeyOnewood 01.08.2019 08:55
      Highlight Highlight äm: „man hatte all die Jahre die CL gratis“

      So wie ich in Erinnerung habe, war man nur ein Mal direkt qualifiziert, sonst musste man immer mindestens eine Quali-Runde überstehen...
  • Shabaqa 31.07.2019 11:10
    Highlight Highlight Als Ergänzung zu Punkt 4: Aktuell befindet sich die Schweiz nur noch auf Platz 20 der 5-Jahreswertung. Sie wurde seit Saisonbeginn von Schottland, Serbien und Zypern überholt, deren Klubs allerdings auch schon mehr Spiele gemacht haben.
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  • TimK 31.07.2019 11:01
    Highlight Highlight Bravo an Basel. Doch wie jetzt alles hochgejubelt wird bei Basel ist genau so daneben, wie sie schlecht(er) geredet wurden in den letzten Jahren. Gegen St.Gallen war Koller noch der Depp, Heute bereits wieder der Held. Basel war nie wirklich schlecht und Koller ist ein Top Trainer. Das meine Meinung als YB Fan.
    • loquito 31.07.2019 11:04
      Highlight Highlight Auch YB Fan. Gratulation dem FCB, haben hart gekämpft
    • MacB 31.07.2019 11:38
      Highlight Highlight Deiner Meinung. Und: Wegen einem guten Match ist Stopcker noch lange keine "grosse Auferstehung".
    • Raembe 31.07.2019 12:53
      Highlight Highlight @MacB: Stocker spielt schon seit nem halben Jahr wieder stärker auf.
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