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FC Aarau

Schweizer Cup: Aarau schlägt Luzern und steht im Final

Die Luzerner jubeln im Halbfinale des Schweizer Cup 2020/21 zwischen dem FC Aarau und dem FC Luzern im Stadion Bruegglifeld in Aarau, am Dienstag, 4. Mai 2021. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Der FC Luzern jubelt über den Einzug in den Cupfinal.Bild: keystone

«Sonst bin ich der Depp der Nation» – Luzern beendet das FCA-Märchen und steht im Cupfinal

Der FC Aarau verpasst das Final-Märchen im Schweizer Cup knapp. Der Challenge-League-Klub scheidet gegen Luzern nach hartem Kampf mit einem 1:2 aus. Ausgerechnet ein Ex-Aarauer ist der Party-Crasher.
04.05.2021, 17:0005.05.2021, 16:10

Sion-Bezwinger Aarau verpasste den für den ersten Finaleinzug seit 32 Jahren nötigen zweiten Exploit gegen einen Super-League-Vertreter trotz starker Leistung und lautstarker Unterstützung des heimischen Anhangs, der sich mit einer Hundertschaft im Stadion und rund doppelt so vielen Leuten ausserhalb der Stadionmauer eingefunden hatte.

Für den Unterschied zu Ungunsten der im letzten Sommer signifikant verjüngten Aarauer sorgte ausgerechnet einer, der einst beim FCA zum Profi gereift ist: Varol Tasar erzielte als Joker in der 74. Minute mit einer schönen Einzelaktion das 2:1 für die Gäste.

«Ich wusste, den muss ich einfach halten, sonst bin ich der Depp der Nation. Ich weiss nicht, wie ich den Scheissball da noch rausgekratzt habe.»
Luzern-Goalie Marius Müller über seinen Fast-Patzer.

Für Luzern, das in der 78. Minute grosses Glück beanspruchte, als Aaraus Mickaël Almeida nach einem haarsträubenden Fehler im Aufbau den Pfosten statt ins leere Tor traf, ist es der erste Cupfinal seit 2012. Gegner am 24. Mai in Bern ist der Sieger des Super-League-Duells zwischen Servette und St. Gallen vom Mittwoch.

Mit der Rückendeckung der 100 im Brügglifeld zugelassenen Fans und gegen 200 Anhängern hinter der Stadionmauer sowie dem Final vor Augen machten die Aargauer den Klassenunterschied insbesondere in den ersten 25 Minuten mehr als wett. Die Gastgeber wirkten vifer, und auch das frühe 0:1 nahm ihnen nicht den Wind aus den Segeln - mitunter auch deshalb nicht, weil sie in den ersten 45 Minuten auch Unterstützung vom Wind hatten.

Ich habe zum Glück noch etwas Zeit, mich zu erholen. Im Cupfinal sollte ich wieder ready sein. Seit dem Cupspiel gegen Lugano ziegt diese Mannschaft eine unglaubliche Moral.
Christian Schwegler, FC Luzern

Weil auch Luzern mit offenem Visier agierte, lieferten sich die beiden Teams in der ersten Halbzeit einen spektakulären Schlagabtausch. Nach weniger als vier Minuten brachte Ibrahima Ndiaye die Gäste nach einem Corner und missglücktem Befreiungsschlag des durch den Ausfall von Shkelzen Gashi im letzten Moment in die Startelf gerückten Bastien Conus in Führung. Fünf Minuten später glich Almeida nach sehenswerter Kombination auf der linken Angriffsseite und Kopfball-Verlängerung von Donat Rrudhani aus.

Eine weitere Viertelstunde drängte das Heimteam die Gäste auch danach arg in die Defensive, allerdings ohne dass der zweite Treffer glückte. Zweimal tänzelte sich Liridon Balaj über rechts vors Luzerner Tor, einmal schoss Mats Hammerich nach einem Corner drüber, und vor allem verpasste Kevin Spadanuda das 2:1 bei einer Doppelchance nach einem Konter.

«Es war speziell für mich. Aarau hat mir viel gegeben. Dass ich das Siegtor geschossen habe, ist extrem emotional. Ich bin froh stehen wir im Final.»
Varol Tasar, Siegtorschütze des FC Luzern

Erst nach einer halben Stunde trat auch Luzern offensiv wieder in Erscheinung, wobei Filip Ugrinic an den meisten Szenen beteiligt war. Mehrmals versuchte sich der physisch robuste Mittelfeld-Akteur durchaus vielversprechend als Distanz- und Freistossschütze, stets fehlten aber mindestens ein paar Zentimeter oder war Aaraus Goalie Simon Enzler, derzeit noch vom FC Luzern ausgeliehen und ab nächster Saison fix beim FCA, zur Stelle.

Aaraus Mickael Almeida blickt enttaeuscht im Halbfinale des Schweizer Cup 2020/21 zwischen dem FC Aarau und dem FC Luzern im Stadion Bruegglifeld in Aarau, am Dienstag, 4. Mai 2021. (KEYSTONE/Ennio Le ...
Aarau bleibt nur die Enttäuschung.Bild: keystone

Aarau - Luzern 1:2 (1:1)
100 Zuschauer. - SR Schärer.
Tore: 4. Ndiaye (Knezevic) 0:1. 9. Almeida (Rrudhani) 1:1. 74. Tasar (Schürpf) 1:2.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Spadanuda (62. Stojilkovic), Balaj (77. Aratore), Jäckle, Hammerich (77. Silvan Schwegler), Rrudhani; Almeida.
Luzern: Müller; Christian Schwegler (69. Grether), Burch, Knezevic, Frydek; Ndiaye, Wehrmann, Ugrinic, Schürpf; Schaub (59. Tasar), Sorgic.
Bemerkungen: Aarau ohne Gashi, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt) und Schindelholz (krank). Luzern ohne Binous, Ndenge und Schulz (alle verletzt). 71. Lattenschuss Schürpf. 78. Pfostenschuss Almeida. Keine Verwarnungen. (abu/sda)

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