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Switzerland's midfielder Cedric Itten celebrates his goal during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Georgia at the Kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Friday, November 15, 2019. (PPR/Valentin Flauraud)

Das Tor bei seinem traumhaften Nati-Debüt: Cedric Itten köpft die Schweiz am 15. November 2019 zum 1:0 gegen Georgien. Es ist der Sieg, der den Schweizern die EM-Teilnahme ebnet. Bild: KEYSTONE

Cedric Itten schoss die Schweiz an die EM – warum er nun trotzdem nicht ans Turnier darf

Er war der Schweizer Shootingstar der letzten Saison. Doch nach seinem Wechsel vom FC St.Gallen zu den Glasgow Rangers lief es für Cedric Itten nicht mehr wunschgemäss. Hat ihn der Transfer die EM gekostet?

etienne wuillemin / ch media



Es sind Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit. Der 15. November 2019 ist ein garstiger, kalter Abend in St.Gallen. Einige Nationalspieler tragen Handschuhe. Corona ist noch ein Bier. Das Publikum schreit die Schweiz gegen Georgien zum Sieg. Und mitten drin ist einer, der sich aufmacht, die Fussball-Schweiz zu erobern: Cedric ­Itten.

Der Stürmer, der lokale Held vom FCSG, feiert vor heimischem Publikum ein Nati-­Debüt, für das es nur ein Wort gibt: traumhaft. In der 71. Minute eingewechselt, erzielt er in der 77. Minute mit der ersten Ballberührung gleich das entscheidende (Kopf-)Tor. Danach sagt er: «Ich finde keine Worte dafür. Es ist ein Abend, den ich nie mehr vergessen werde. ­Einfach unbeschreiblich.»

Zuerst der Wechsel, dann die Nebenrolle

Der 1:0-Erfolg an diesem Abend ist der entscheidende Schritt der Nati auf dem Weg zur EM-Qualifikation. Drei Tage später gelingt in Gibraltar der Vollzug. Beim 6:1 wieder im Mittelpunkt: richtig, Itten. Zwei Tore gelingen ihm diesmal gar.

Ein Jahr und sechs Monate sind seither vergangen. Die Welt ist längst eine andere. ­Natürlich, wegen Corona. Insbesondere aber auch für Itten. Am frühen Mittwochabend verkündete der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic sein Aufgebot für die Europameisterschaft. Sein Name aber fehlt.

Was ist passiert? Nach einer grossartigen Saison mit St.Gallen entscheidet sich der (mittlerweile) 24-jährige Stürmer mit Vergangenheit beim FCB und auch in Luzern für einen Wechsel nach Schottland. Glasgow ist sein neuer Heimatort, die Rangers der Arbeitgeber. Der Start glückt.

Doch ­danach gerät Ittens Lauf ins ­Stocken. Zwar werden die Rangers erstmals seit 10 Jahren wieder schottischer Meister. Aber für Itten bleibt mehrheitlich nur eine Nebenrolle. Und darum muss er, der die Schweiz letzten Endes an die EM schoss, die Spiele der Schweiz gegen Wales, Italien, Türkei (und hoffentlich noch mehr) von zu Hause aus verfolgen. Auch Josip Drmic und Michael Frey, die beide in diesem Frühjahr bemerkenswert viele Tore erzielten, sind wie ­Itten nur auf Abruf.

Der Gedanke ist müssig, aber gleichwohl interessant: Wäre Itten ein Jahr länger in St.Gallen geblieben, so dürfte er nun aller Voraussicht nach an die EM fahren. Weil er – so dürfen wir annehmen – erneut einige Tore erzielt hätte. Und sich damit seinen Nati-Platz gesichert hätte. So, wie das beispielsweise Christian Fassnacht von YB gelungen ist.

Wer fliegt noch aus dem EM-Kader?

Petkovic setzt an der EM auf bewährte Kräfte. Mario Gavranovic hat sich im Sturm als gute Ergänzung zum Duo Seferovic/Embolo etabliert. Daran hält der Nationaltrainer zurecht fest. Weil die Nati ­wegen Corona diesmal die Endrunde mit 26 Spielern bestreiten darf, haben Wackelkandidaten wie Cömert, Fassnacht oder Omeragic gute Chancen, den Cut zu schaffen.

Fabian Schär kehrt nach seiner Knieverletzung erwartungsgemäss zurück. Eine kleine Überraschung hielt Petkovic dann aber gleichwohl noch bereit. Mit Jordan Lotomba, Dan Ndoye und Andi Zeqiri berief er für das erste Camp in Bag Ragaz ab dem nächsten Mittwoch drei ehemalige U21-Nationalspieler ins Kader. Sie können wertvolle Erfahrungen sammeln und stünden allenfalls bereit, falls sich jemand verletzen sollte.

Petkovic sagt: «Alle 29 Akteure haben die Möglichkeit, sich den Traum der EM-Teilnahme zu erfüllen. Es gilt das Leistungsprinzip. Die zurzeit Besten werden am Turnier dabei sein.» Aber er präzisiert auch: «Es werden jene 26 Spieler sein, die auch als Gruppe am besten zusammenpassen.» Das ist, wenn wegen Corona sowieso vieles komplizierter ist als sonst, nichts als richtig.

Das Programm der Schweizer Nati bis zur EM

EM-Gruppenspiele

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