
Murat Yakin setzte bei seinem WM-Aufgebot auf Erfahrung und Teamplayer.Bild: keystone
20.05.2026, 10:0020.05.2026, 13:25
Zwei Sätze fallen immer wieder in Murat Yakins Pressekonferenz zum Schweizer Kader für die Fussball-WM im kommenden Sommer in Nordamerika. «Er ist sehr erfahren» und «er kennt seine Rolle im Team». Der Nationaltrainer macht klar, worauf er in diesem Aufgebot achtete: Spieler, die den ganzen WM-Trubel bereits kennen und die miteinander harmonieren.
Dass er grosse Talente wie Alvyn Sanches (Young Boys) oder Alessandro Vogt (St.Gallen) zuhause liess, überrascht deshalb nicht. «Sanches hat ein grosses Potenzial, aber er hatte letztes Jahr auch eine schwere Verletzung», erklärte Yakin. Es sei möglich, dass der YB-Akteur noch nicht bereit sei, sich auf internationalem Niveau durchzusetzen. Zudem sei die Konkurrenz auf seiner Position einfach auch riesig.
Sorgen, dass Sanches künftig für ein anderes Nationalteam auflaufen könnte, macht sich Yakin indes keine. «Wir sind mit ihm in Kontakt und er hat uns signalisiert, dass er für die Schweiz spielen möchte», sagt der 51-Jährige. In der Nations League könne man dann wieder vermehrt junge Spieler einbauen, die WM sei nicht der richtige Moment dafür.
Viel Freude bereitet dem Nati-Coach indes Johan Manzambi, der heute Abend im Europa-League-Final im Einsatz stehen wird. Er werde mit jedem Spiel immer besser und habe sein Potenzial immer noch nicht voll ausgeschöpft. «Ob es ihm dann für die Startaufstellung reicht, werden wir sehen. Ich bin froh, dass ich auf vielen Positionen mehr Optionen habe», sagt Yakin.
Dass er mit Silvan Widmer nur einen nominellen Rechtsverteidiger aufgeboten hat, sieht Yakin nicht als Problem an: «Auch Michel Aebischer und Dan Ndoye haben bei uns diese Position in der Fünferkette schon gespielt. In der Viererkette könnten Luca Jaquez und Eray Cömert rechts spielen.» (abu)
Der Liveticker zum Nachlesen:
Unser Materialwart ist bissiger als jede Schlange, der guckt schon, dass kein Ball verloren geht.
Wir haben uns diese Situation mit der souveränen Qualifikation verdient. Es gibt keine Nebengeräusche, jeder kennt seine Rolle. Es geht bei uns sehr professionell zu und her. Es harmoniert extrem gut.
Die Erkenntnisse von damals waren wichtig. Wir haben gemerkt, dass es aufgrund des Zeitunterschieds zu Europa weniger Ablenkung gibt. Wir haben mehr Zeit für uns selbst, um miteinander etwas zu unternehmen. Das ist positiv.
Wichtig ist, dass die Spieler genügend Kleider mitnehmen. Wir sind alle ambitioniert und haben genug Wäsche dabei, um ein langes Turnier zu spielen. Wichtig ist, dass wir gesund bleiben und die Vorfreude riesig ist.
Wir haben ihn vor Ort in Leeds besucht. Er war sehr einsichtig und hat sich auch vor der Mannschaft entschuldigt. Das zeigt Grösse. Er hat sich in den Trainings gut integriert und kann für uns im Offensivbereich eine Waffe sein. Es ist schade, dass er zuletzt nicht mehr ganz fit war. Er kennt seine Situation und seine Rolle und hat diese auch akzeptiert.
Letztes Jahr im ersten Training in Amerika hat Manzambi schon gezeigt, was er drauf hat. Er wird immer besser und hat sein Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft. Aber das bereitet mir keine Kopfschmerzen, sondern Freude. Ich hoffe, dass er mit grossem Selbstvertrauen bei uns einrückt. Ich habe dann eine Option mehr. Ob es für die Startaufstellung reicht, werden wir sehen. Ich bin froh, dass ich auf vielen Positionen mehr Optionen habe.
Das Datum ist halt angesetzt. In einigen Ligen ist die Meisterschaft früher zu Ende als anderswo. Die Spieler müssen irgendwann auch wissen, wie sie ihren Sommer planen müssen. Wir sind bislang gut gefahren, indem wir alle Spieler einzeln kontaktiert haben. Dass man das nicht alles geheim halten kann, liegt auf der Hand.
Der Austausch mit den Spielern ist immer sehr gut und positiv. Miro hat sich von sich aus gemeldet, als er sich verletzt hat. Es sah damals nicht gut aus, aber er hat schnell gesagt, dass er wohl rasch wieder fit ist. Das Timing war natürlich etwas unglücklich, aber wir sind sehr glücklich, dass er dabei ist.
Auch bei ihm ist es die Erfahrung. Er kennt seine Rolle im Team und wenn jemand Torschützenkönig ist, spricht die Statistik für ihn. Er weiss, wo das Tor steht und ist ein flexibler Spieler, den ich au mehreren Positionen einsetzen kann.

Wir hoffen, dass wir so lange wie möglich dabei sein werden. In Katar hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, ein breites Kader zu haben. Es ist wichtig, dass bei solchen Turnieren jeder seine Rolle kennt und Teamplayer dabei sind, die die Mannschaft mittragen. Dazu gehören auch die Torhüter, die vielleicht nicht zum Einsatz kommen und die Ersatzsspieler.
Gut, eine Weltmeisterschaft ist nicht dafür da, um Spieler zu sichern. Wir sind mit ihm in Kontakt und er hat uns signalisiert, dass er für die Schweiz spielen möchte. In der Nations League können wir wieder jüngere Spieler integrieren, aber für die Weltmeisterschaft wollte ich auf Erfahrung setzen. Er war enttäuscht, aber hat es auch akzeptiert.
Natürlich waren sie nicht erfreut. Sie waren auch sehr emotional. Von Sierro halte ich sehr viel, aber wir haben viel Konkurrenz im Zentrum. Er spielt in Saudi-Arabien und ich habe mich auf die Top-5-Ligen beschränkt. Mit Xhaka, Freuler, Aebischer, Sow, Jashari und Zakaria ist zu viel Konkurrenz vorhanden. Anstelle von Monteiro habe ich Itten aufgeboten. Er ist ein anderer Spieler mit Boxpräsenz.
Es geht darum, dass wir auch die jungen Spieler auf dem Radar haben und ihnen Wertschätzung entgegenbringen. Jeder weiss über seine Rolle Bescheid. Die Distanz und die Situation des Turniers macht es schwieriger. Wir hoffen nicht, dass wir jemanden nachnomminieren müssen.
Das ist schon lange geklärt, dafür ist der Spielerrat zuständig. Das wurde bereits im März oder April ausgehandelt.
Wir wollten auf erfahrene Spieler setzen. Es gibt junge Spieler, die viel Potenzial haben, aber Widmer kennt die Position in der Vierer- und der Fünferkette. Auch Michel Aebischer und Dan Ndoye haben bei uns diese Position schon gespielt. In der Viererkette könnten Luca Jaquez und Eray Cömert rechts spielen.
«Wir haben ihn im Februar im Aufbautraining besucht. Er hatte seither vier Teileinsätze. Körperlich ist er zu 100 Prozent. Er kennt die Mannschaft, seine Rolle und das System. Ich bin froh, dass er rechtzeitig fit geworden ist.»
«Alvyn hat ein grosses Potenzial, aber auch eine grosse Verletzung letztes Jahr. Vielleicht ist er noch nicht ganz bereit für das internationale Niveau. Er hat auch viel Konkurrenz auf dieser Position. Wir haben ihm persönlich mitgeteilt, dass es nicht reicht, das war schwierig.»
Zu der besten WM gehören die besten Spieler. Mit diesem Kader haben wir Möglichkeiten, einige Systeme zu spielen.
Leider können wir momentan die PK nicht tickern, da bei sämtlichen Livestreams der Ton nicht funktioniert oder die Streams gar nicht funktionieren.
Nationaltrainer Murat Yakin verzichtet auf YB-Shootingstar Alvyn Sanches und bietet stattdessen Zeki Amdouni und Christian Fassnacht auf. Wie an der WM 2022 verzichtet er zudem auf einen Ersatz für Silvan Widmer auf der Rechtsverteidigerposition.
Nachdem das Schweizer Aufgebot für die Fussball-WM bereits am Sonntagabend durchgesickert war und folglich am Montag und Dienstag schrittweise auch vom Verband offiziell bestätigt wurde, tritt Nationaltrainer Murat Yakin heute vor die Medien.
Ab 11 Uhr erklärt der Nati-Coach seine Bewegtgründe zum Aufgebot.

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