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Der Höhepunkt des Abends: Silvan Hefti trifft herrlich zum 3:2 für YB ins Lattenkreuz.
Der Höhepunkt des Abends: Silvan Hefti trifft herrlich zum 3:2 für YB ins Lattenkreuz.Bild: keystone

«Ein total verrücktes Spiel» – YB vergeigt Sieg in dramatischer Schlussphase

Die Young Boys dürfen weiter vom Überwintern im Europacup träumen. Dank dem 3:3 daheim gegen Atalanta Bergamo bleiben die Berner im Rennen um den 3. Platz in der Gruppenphase der Champions League.
23.11.2021, 23:56

Als es im Wankdorf begann stiller zu werden und das vorzeitige Ausscheiden immer näher rückte, rappelten sich die Young Boys nochmals zu einem letzten Effort auf, zu einer letzten Willensleistung. Innerhalb von gut vier Minuten machten Vincent Sierro und Silvan Hefti mit einem herrlichen Schuss aus dem 1:2 ein 3:2.

Sierro erzielt nach einem Einwurf das 2:2 für YB.Video: streamja
Heftis Traumtor zum 3:2 für die Berner in der 84. Minute.Video: streamja

Und dann, als es im Wankdorf wieder sehr laut war und das Träumen vom Achtelfinal wieder angefangen hatte, spielte der nur Sekunden zuvor eingewechselte Luis Muriel in der 88. Minute den Spielverderber und traf mit einem direkt verwandelten Freistoss zum 3:3. Chancen zu einem vierten Treffer vergaben die Berner in den letzten Sekunden, unter anderem durch einen Schuss von Sandro Lauper.

Der Freistoss von Luis Muriel zum 3:3-Ausgleich.Video: streamja

Damit hat YB keine Chancen mehr auf die Achtelfinal-Qualifikation, geht aber nicht ohne Ambitionen in zwei Wochen zum bereits qualifizierten Manchester United. Mit einem weiteren Exploit gegen die Engländer und einer Niederlage von Atalanta gegen Villarreal sichern sich die Berner den 3. Platz und damit den Vorstoss in die Sechzehntelfinals der Europa League.

Die Stimmen zum Spiel

Silvan Hefti (YB):

«Es war wirklich ein total verrücktes Spiel. Es ärgert mich einfach, dass wir nicht gewonnen haben. Aber die positiven Gefühle kommen dann vielleicht noch. Mit einem bisschen mehr Cleverness hätten wir den Freistoss zum 3:3 vielleicht verhindern können. Dann haut er ihn einfach rein, das ist brutal. Aber so ist Fussball. Jetzt gibt es ein Finalspiel in zwei Wochen.»
blue sport

Michel Aebischer (YB):

«Ich glaube nicht, dass wir viel falsch gemacht haben. Wir pressten früh und setzten sie unter Druck, die Treffer von Atalanta fielen dann wieder zu einfach. Aber wir haben auch dreimal getroffen gegen eine starke Defensive. Wir konnten mithalten, darauf können wir stolz sein. Nach dem 3:2 glaubten wir an den Sieg, am Schluss war dann aber natürlich die Enttäuschung da.»
blue sport

Vincent Sierro (YB):

«Es war ein verrücktes Spiel mit so vielen Emotionen. Wir waren erst hinten, dann vorne und am Ende gab es leider nur ein Unentschieden. Mein erstes Champions-League-Tor ist natürlich total schön, davon träumt man schon als Kind. Leider hat es am Ende aber nicht für den Sieg gereicht. Am Ende ist es für uns etwas enttäuschend, aber wir können auch viel Positives aus diesem Spiel ziehen.»
blue sport

Remo Freuler (Atalanta):

«YB hat es viel besser gemacht als noch im Hinspiel und wir hörten zweimal nach 20 Minuten auf Fussball zu spielen. Wir haben leider die Chance verpasst, uns eine bessere Ausgangslange zu verschaffen. Aber unser Ziel ist natürlich weiterhin der Achtelfinal.»
blue sport

An Moral haben es die Young Boys während ihrer zweiten Champions-League-Gruppenphase nie mangeln lassen. Egal wie schlecht die Chancen standen, egal wie viele Möglichkeiten ungenutzt blieben oder wie sehr das Pech mitspielte, immer hielt YB dagegen. Das war im letzten Heimspiel dieser Kampagne nicht anders.

Nach zehn Minuten sprach ziemlich alles gegen die verletzungsgeplagten Berner. Duvan Zapata hatte die erste Chance der Italiener nach einer Vorlage von Remo Freuler und mit einer Drehung inmitten des Berner Strafraum zum 1:0 genutzt. Doch der Treffer wirkte sich nur auf die Gastgeber befreiend aus. Sie übernahmen das Spieldiktat und drängten Richtung Strafraum von Atalanta.

Zapata trifft früh zum 1:0 für Atalanta.Video: streamja

Der Schweizer Meister erspielte sich in den Minuten nach dem 0:1 nichts Zwingendes, aber er schöpfte Mut und verunsicherte den Gegner mit seinem forschen Auftreten. Atalanta geriet aus der Spur und hatte Glück, dass Nicolas Moumi Ngamaleu nach einer halben Stunde keinen Penalty zugesprochen bekam und zehn Minuten später Pech, dass Jordan Siebatcheu den Eckball von Michel Aebischer mit dem Hinterkopf und via Latte zum 1:1 ins Tor lenkte.

Der 1:1-Ausgleich für YB durch Jordan Siebatcheu.Video: streamja

Die erneute Reaktion

Es war kein zwingender Treffer – weder von der Entstehung noch vom Spielverlauf. Doch es war ein verdientes Tor angesichts der Bemühung und des Willens von YB, das nicht nur wegen der langen Liste von verletzten Leistungsträgern – von Goalie David von Ballmoos bis Topskorer Christian Fassnacht – der klare Aussenseiter war.

Atalanta spielte sich in seinen Druckphasen mit beeindruckender technischer Leichtigkeit durch die Berner Reihen. Nach dem mutmasslichen Weckruf von Trainer Gian Piero Gasperini in der Pause benötigten die Bergamasken keine sechs Minuten, um erneut in Führung zu gehen. Der argentinische Verteidiger José Luis Palomino schloss eine schöne Kombination mit einem unhaltbaren Schuss ab.

Das 2:1 für Atalanta durch Palomino.Video: streamja

YB konnte erneut reagieren. Als es nicht mehr nach einem Berner Treffer aussah, lancierte Moumi Ngamaleu Vincent Sierro, der zum 2:2 traf. Keine vier Minuten später gelang Hefti sogar das 3:2. Das ganz grosse Happy End war zum Greifen nahe. Der Freistoss von Muriel verhinderte es. Was bleibt ist aber ein Punkt, das Hoffen auf ein Wunder in Manchester und ein unvergesslicher Abend im Wankdorf.

Das Telegramm:

Young Boys - Atalanta Bergamo 3:3 (1:1)
31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Siebert (GER).
Tore: 10. Zapata (Freuler) 0:1. 39. Siebatcheu (Aebischer) 1:1. 51. Palomino 1:2. 80. Sierro (Moumi Ngamaleu) 2:2. 84. Hefti 3:2. 88. Muriel 3:3.
Young Boys: Faivre; Hefti, Bürgy, Lauper, Garcia; Aebischer, Martins, Rieder (67. Sierro); Elia (67. Mambimbi), Siebatcheu (89. Kanga), Moumi Ngamaleu.
Atalanta Bergamo: Musso; Toloi, Demiral (71. Djimsiti), Palomino; Zappacosta (46. Pezzella), De Roon, Freuler (78. Pessina), Maehle (88. Muriel); Malinowsky, Pasalic (71. Koopmeiners); Zapata.
Bemerkungen: Young Boys ohne Von Ballmoos, Nsame, Fassnacht, Zesiger, Camara, Monteiro und Petignat (alle verletzt). Atalanta Bergamo ohne Gosens, Hateboer und Lovato (alle verletzt). Verwarnungen: 22. Garcia (Foul), 44. Moumi Ngamaleu (Foul), 63. Demiral (Foul), 66. Hefti (Foul), 92. Zapata (Foul). (pre/sda)

Die Tabelle:

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quelle: keystone / thomas hodel
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