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FILE - In this file photo taken on Aug. 26, 2019, Inter Milan's Romelu Lukaku celebrates after scoring his side's third goal during the Serie A soccer match between Inter Milan and Lecce at the San Siro stadium, in Milan, Italy. Lukaku left Manchester United for Inter Milan; of the 79 foreigners who joined Serie A in the recently concluded transfer window, 10 came from the English Premier League _ more than any other league. (AP Photo/Luca Bruno)

Auch dank zehn Lukaku-Toren in 14 Ligaspielen ist Inter Leader der Serie A. Bild: AP

Headline from Hell – Lukaku trifft am «Black Friday» auf Smalling



Es gibt Wortspiele, die macht man einfach nicht, weil nur Schwachköpfe sie witzig finden. Romelu Lukaku bringt weder Farbe ins Spiel, noch wirkt der Stürmer an einem schwachen Abend blass. Und niemand sollte die Hautfarbe eines Menschen als Schlagzeile benutzen. Doch genau das ist heute geschehen. Die italienische Zeitung «Corriere dello Sport» titelt vor dem Spiel morgen zwischen Inter Mailand und der AS Roma: «Black Friday». Dazu Bilder der dunkelhäutigen Romelu Lukaku und Chris Smalling.

Im Artikel geht es um die beiden Fussballer, die gemeinsam bei Manchester United waren und nun in der Serie A spielen. Und die beide eine starke Haltung im Kampf gegen Rassismus eingenommen haben. «Die Absicht des Artikels war eigentlich positiv», sagte Paul Rogers, Chefstratege der AS Roma, zur BBC. «Aber die Schlagzeile überschattet seine antirassistische Botschaft komplett.»

Man müsse angesichts der Idioten, welche schwarze Spieler ausbuhen, viel eher staunend «oooh!» rufen wie Kinder, heisst es im Artikel. «Es wird ein grosser Black Friday gespielt, aber es sind keine Saisonschlussrabatte, wenn, dann eher Stücke eines Meistertitels, die die ganze Saison halten.»

Shitstorm kaum mehr aufzuhalten

Ivan Zazzaroni, der Chefredaktor des «Corriere dello Sport», verteidigte den Artikel. Bei «Schwarzer Freitag» gehe es um den grossartigen Reichtum, für den Unterschiede sorgen würden. «Ein unschuldiger Titel, der vom Autor Roberto Perrone perfekt argumentiert wird, wird von denen, die das Gift im Inneren haben, in Gift verwandelt.»

Everton's Romelu Lukaku, right, fights for the ball against Manchester United's Chris Smalling during the English Premier League soccer match between Everton and Manchester United at Goodison Park Stadium, Liverpool, England, Saturday Oct. 17, 2015. (AP Photo/Jon Super)

Erst Gegner, dann Mitspieler, nun wieder Gegner: Smalling (links) gegen Lukaku. Bild: AP

Zu spät: Die Zeitung ist in einen Shitstorm geraten. «Die Medien schüren Rassismus jeden Tag», urteilt die Anti-Rassismus Organisation FARE. Paul Rogers, der zuvor Social-Media-Chef der AS Roma war, betonte, dass viele User den Artikel gar nicht lesen. «Mehr Menschen werden diese Schlagzeile auf der Titelseite sehen, als den eigentlichen Artikel lesen. So entstehen neue Debatten in einer Zeit, in der wir alle versuchen, das Problem des Rassismus im italienischen Fussball anzugehen.»

«Anstatt nach vorne entwickeln wir uns zurück»

Auf den jüngsten Auswuchs hat Romelu Lukaku nicht reagiert. Nach einem anderen Vorfall in dieser Saison schrieb er: «Es ist 2019 und anstatt nach vorne entwickeln wir uns zurück.» Sein Klub Inter Mailand hielt heute fest: «Fussball ist Leidenschaft, Kultur und Brüderlichkeit. Wir sind und bleiben gegen jede Form von Diskriminierung.»

Italiens Fussball hat nach wie vor mit Rassismus zu kämpfen. Regelmässig kommt es zu primitiven Beleidigungen von den Tribünen, auch Lukaku war schon Opfer. Ein Tiefpunkt war, als ein TV-Experte ihn erst lobte und dann mit deplatzierten Worten beleidigte: «Wenn du gegen ihn ins Eins-gegen-eins musst, bist du tot – du fällst auf den Boden. Ausser du hast zehn Bananen, die du ihm zum Essen geben kannst.»

Update: Lukaku hat nun doch Stellung genommen. Er schreibt auf Instagram: «Das ist die dümmste Schlagzeile, die ich in meiner Karriere gesehen habe.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Martel 06.12.2019 07:11
    Highlight Highlight „... wir alle versuchen, das Problem des Rassismus im italienischen Fussball anzugehen.“

    Joooooo genau😂😂😂😂
  • Jimtopf 05.12.2019 19:45
    Highlight Highlight Wenn Kommentatorenfloskeln wie "Er wirkt heute blass" bei einem Dunkelhäutigen nicht angewendet werden dürfen, bei Hellhäutigen aber schon, ist das Rassismus, da der Dunkelhäutige auf Grund der Hautfarbe anders behandelt wird.
    Man kann doch nicht wegen jeder Aussage, die so oder so interpretiert werden kann gleich von Rassismus sprechen.
    Mit dem Atrikel hat sich dieses Blatt aber echt selbst ins Knie geschossen. Klar, man sollte sich vielleicht zuerst mal den Artikel ansehen, aber ich denke man muss damit rechnen dass viele nur das Titelblatt sehen.
    Echt dumm und unangebracht dieser Titel
  • guby 05.12.2019 16:26
    Highlight Highlight Als Gesellschaft können wir erst wirklich frei von Rassismus sein wenn solche Wortspiele nicht sofort rassistisch gedeutet werden, auch wenn unlustig. Vielleicht sollte man zuerst den Artikel lesen bevor man sich empört. Echte Gleichbehandlung, unabhängig der Hautfarbe, sollte das Ziel sein. Dazu gehört gewisse Wortspiele zuzulassen, sofern sie niemanden herabwürdigen. Die Hautfarbe ist ein identifizierendes Merkmal wie Haar-, Augenfarbe oder Körpergrösse. Empört man sich ab deren Verwendung als solches halte ich das für Kontraproduktiv. Echter Rassismus gehört aber strikte bekämpft.
    • Pümpernüssler 06.12.2019 07:30
      Highlight Highlight Genau so 💪

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