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Wandmalerei in Kasan: Hier spielt Ronaldo am Confed Cup am Sonntag mit Portugal gegen Mexiko.
Wandmalerei in Kasan: Hier spielt Ronaldo am Confed Cup am Sonntag mit Portugal gegen Mexiko.Bild: EPA/LUSA

Falls Ronaldo tatsächlich Real verlässt: Wohin wechselt der Superstar?

Cristiano Ronaldo ist angeblich sauer auf Real Madrid. Und will deshalb Spanien, das wegen Steuerhinterziehung gegen ihn ermittelt, verlassen. An Angeboten wird es nicht mangeln.
16.06.2017, 15:1516.06.2017, 16:30

Öffentlich äussert sich Cristiano Ronaldo nicht zur Steueraffäre. Dafür stellte er dieses Bild von sich auf Instagram, das ihn mit Zeigefinger vor den Lippen zeigt und zu dem er schrieb: «Schweigen ist manchmal die beste Antwort.»

Doch zwei Zeitungen wollen erfahren haben, dass Ronaldo hinter geschlossenen Türen durchaus geredet hat. Nämlich über seinen Abgang bei Real Madrid. Er habe Klubpräsident Florentino Perez darüber informiert, dass er die Königlichen verlassen wolle, schreibt das portugiesische Blatt «A Bola». Auch die spanische Zeitung «Marca» hat davon erfahren. Real sei über die Entscheidung seiner Nummer 7 im Bilde und wisse, dass man momentan nichts tun könne, um Ronaldo von einem Verbleib zu überzeugen.

Sauer auf den Klub, nicht auf den Staat

Die Madrider Staatsanwaltschaft hatte gegen Ronaldo unlängst Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Der vierfache Weltfussballer des Jahres wird beschuldigt, dass er 14,7 Millionen Euro Steuern am Staat vorbeigeschleust hat. Ihm droht deswegen eine Haftstrafe, von Barcelona-Anhängern wird er bereits als CR14,7 verspottet.

Angeblich ist Ronaldo sauer auf die Führung von Real Madrid, weil er sich von ihr nicht genügend unterstützt fühlt. Gemäss der Zeitung «El Confidential» habe der Klub Spaniens grosse Medienhäuser gebeten, Ronaldo in der Berichterstattung über den Fall nicht im Real-Trikot zu zeigen. Rückendeckung sieht anders aus.

Bei Real Madrid besitzt Cristiano Ronaldo noch einen Vertrag bis 2021. Sollte er also dem «Weissen Ballett» tatsächlich den Rücken zudrehen, kann dieses sich zumindest mit einer immensen Ablösesumme trösten. Theoretisch beträgt sie eine Milliarde Dollar – so ist es im Vertrag festgehalten. Aber Sonnenbrillen-Verkäufer am Strand verlangen auch illusorische Preise, um ihre Ware letztlich für einen Bruchteil herzugeben. So wird es auch in diesem Fall funktionieren.

120 Millionen Jahresgehalt?

In Europa gelten zwei Klubs als aussichtsreichste Anwärter auf eine Verpflichtung: Paris Saint-Germain und Manchester United. Bei den Engländern spielte Ronaldo schon zwischen 2003 und 2009. Und dann liegt angeblich auch eine obszöne Offerte aus China auf dem Tisch. 200 Millionen Euro wolle ein Klub für Ronaldo nach Madrid überweisen, hiess es vor einigen Tagen, und dem Spieler selber würde ein Jahresgehalt von 120 Millionen Euro offeriert werden.

Wo spielt Cristiano Ronaldo in der nächsten Saison?

Aber ist der 32-jährige Portugiese, laut «Forbes» der am besten verdienende Sportler der Welt, an einem Wechsel nach China überhaupt interessiert? Geld besitzt er schon mehr als genug und was Ronaldo seit jeher auszeichnet, ist sein Ehrgeiz. Schwer vorstellbar, dass gerade er sich in Frührente begibt. Schliesslich ist er körperlich nach wie vor top und er ist derzeit wohl unbestritten der beste Fussballer der Welt.

Vieles spricht für Man United

So bleiben, Stand jetzt, zwei Klubs im Rennen. Wie wäre es mit Manchester United? Es gibt eine Reihe von Gründen, die für eine Rückkehr sprechen:

  • Der Trainer: Unter José Mourinho spielte Ronaldo schon bei Real Madrid (nur unter Sir Alex Ferguson bestritt er in Manchester noch mehr Partien). Mourinho spricht die selbe Sprache, hat den gleichen Biss. Unter ihm schoss CR7 in 164 Partien 168 Tore.
  • Die alte Liebe: An seine Zeit bei Manchester United hat Ronaldo viele gute Erinnerungen. «Ich liebe Manchester, das weiss jeder. Manchester habe ich immer in meinem Herzen», sagte er 2014 in einem Interview. «Ich habe viele gute Freunde hier und die Fans sind grossartig. Ich hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren kann.»
  • Die Verwandlung: In seiner ersten Zeit bei ManU war Ronaldo ein aufregender, schneller Flügelspieler. Nun ist er nicht mehr ganz so explosiv, dafür ist er ein unheimlich kaltblütiger Skorer geworden. Genau so einen brauchen die «Red Devils», nachdem sie mit Zlatan Ibrahimovic nicht verlängerten.
  • Der Zlatan-Faktor: Vom 35-jährigen Schweden hätte kaum einer erwartet, dass er 28 Tore erzielt in einer Saison, deren Ende er verletzt verpasst hatte. Auch Ronaldo wird nicht jünger. Aber er ist so gut, dass selbst ein etwas schwächerer Ronaldo die meisten Konkurrenten noch während Jahren dominieren kann. Was mit Zlatan Ibrahimovic klappte, würde mit Cristiano Ronaldo erst recht funktionieren.

Kommt es zu einem Transfer, würde dieser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem neuen Weltrekord führen. Bislang waren die 105 Millionen Euro, die Manchester United im letzten Sommer für Paul Pogba an Juventus Turin zahlte, die höchste Ablösesumme. Wäre für Cristiano Ronaldo wirklich die doppelte Summe fällig? Und falls ja: Würde ManU tatsächlich so viel Geld in die Hand nehmen?

Ronaldo (rechts) feiert mit Giggs (Mitte) und Tevez den englischen Meistertitel 2008.
Ronaldo (rechts) feiert mit Giggs (Mitte) und Tevez den englischen Meistertitel 2008.Bild: Jon Super/AP/KEYSTONE

Bedenkt werden muss, dass sich der Klub damit nicht nur einen begnadeten Fussballer leisten würde. Sondern auch den bekanntesten Sportler des Planeten, ein Idol für Millionen Menschen. Einer, der mit einem einzigen in den sozialen Medien geteilten Bild mehr Reichweite generiert als alle Zeitungen im Land zusammen. Ronaldo ist eine «Cash Cow». Er kostet nicht nur viel, er bringt einem Klub auch sehr viel ein.

Oder vielleicht doch PSG?

Das weiss natürlich auch Paris Saint-Germain, das mit aller Macht und Geld aus Katar in die Phalanx der allergrössten Klubs vorstossen möchte. Bislang steht PSG noch eine Stufe hinter diesen, ein Ronaldo-Transfer in die französische Hauptstadt würde das ändern.

Gibt es bereits ein Indiz, dass mit CR7 verhandelt wird? Lange Zeit hiess es, die Pariser würden um Bundesliga-Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang buhlen. Doch nun sei das Interesse am Dortmund-Stürmer erkaltet. Vielleicht, weil nun mit Ronaldo eine echte Granate verfügbar ist?

Beim englischen Buchmacher «Ladbrokes» ist jedoch Manchester United knapp in der Pole Position. 23.75 Franken erhält, wer 10 Franken auf einen Wechsel dorthin setzt, falls es zu diesem kommt. Die Quote für einen Transfer zu PSG beträgt 3:1, jene für einen Wechsel nach China ist 3,5:1 und jene für einen Wechsel in die MLS nach Nordamerika ist 7:1.

Wenn Real Madrid clever verhandelt, kann es den Chinesen auch den dicken Ronaldo andrehen …
Wenn Real Madrid clever verhandelt, kann es den Chinesen auch den dicken Ronaldo andrehen …Bild: JEROME FAVRE/EPA/KEYSTONE

Vielleicht ist die ganze Aufregung aber auch bloss ein Sturm im Wasserglas und von den Medien inszeniert, weil zurzeit nur der mässig populäre Confed Cup auf dem Programm steht. Dennoch ist es vorstellbar, dass dieser Sturm Wellen schlägt und in Manchester, Paris und China dafür sorgt, dass sich Klubstrategen noch ernsthafter mit der Möglichkeit auseinander setzen, den besten Fussballer der Welt in ihr Team zu lotsen.

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FabiusMaximus XI
16.06.2017 15:45registriert März 2014
"Wenn Real Madrid clever verhandelt, kann es den Chinesen auch den dicken Ronaldo andrehen …"

Danke watson, made my day 😂
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Luca Brasi
16.06.2017 16:28registriert November 2015
Ich weiss aus sicherer Quelle, dass er zum FC Barcelona wechseln wird, da Katalonien bald unabhängig wird und somit nicht mehr unter dem spanischen Recht steht.

Achtung: Kommentar kann Ironie enthalten.
10711
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Reli
16.06.2017 18:38registriert Februar 2014
Hat sich Christian Constantin noch nicht gemeldet?
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