«Freute mich zum ersten Mal über einen FCZ-Treffer»: Winterthur bleibt im Rennen
Noch vor einer Woche waren die Winterthurer am Boden. Nach dem Unentschieden gegen den FC Zürich sprach im Abstiegskampf quasi gar nichts mehr für die Eulachstädter. Sieben Punkte Rückstand auf GC und nur noch drei Partien zu spielen. Genau sieben Tage später ist die Gemütslage auf der Schützenwiese viel besser: Weil die Winterthurer zu Hause mit 2:1 gegen Lausanne gewinnen und GC sich im Zürcher Stadtderby geschlagen geben muss, hat der FCW noch immer Chancen.
Lange Zeit sah es am frühen Samstagabend aber nicht wirklich gut aus für das Schlusslicht. Zwar führten die Winterthurer nach der ersten Halbzeit gegen Lausanne, aber dies hätte dem Team von Trainer Patrick Rahmen nicht geholfen und der Abstieg wäre besiegelt gewesen, weil auch GC in Front lag.
Weil der FC Zürich das Derby gegen die Hoppers drehen konnte, gab es in Winterthur plötzlich wieder Hoffnung. Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt stand es auf der Schützenwiese 1:1. «Wir haben eine Phase verspielt und dann kam das mit dem 2:1 für Zürich und es ging ein Ruck durch die Mannschaft», erklärt Andrin Hunziker gegenüber «Blue Sport». Wenige Minuten nach dem 2:1 für Zürich erzielte Hunziker den Siegtreffer für Winti. Der Matchwinner gesteht nach der Partie: «Ich hörte, dass Zürich das 2:1 erzielte. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich mich über ein FCZ-Tor freute.»
Für Hunziker war es eine «unglaubliche» Partie und er selbst fand: «Es war das Mindeste, was wir für unsere Fans machen konnten.» Am Dienstag geht es für Winti ausgerechnet mit dem Direktduell gegen GC weiter. Sollte Winterthur im Letzigrund gewinnen, wären die Eulachstädter eine Runde vor dem Saisonende nur noch ein Zähler hinter dem Rekordmeister. Gewinnt Winterthur nicht, ist der Abstieg besiegelt. «Jetzt haben wir zwei Finalspiele und ein riesiges Spiel am kommenden Dienstag. Wir wollen alles geben», zeigt sich Hunziker kämpferisch und haut auch noch eine Ansage in Richtung GC raus: «Mit dieser Energie von heute können wir die letzten zwei Spiele nur gewinnen. GC weiss, dass wir mit Selbstvertrauen kommen.»
Auch Captain Luca Zuffi ist begeistert vom Kampfgeist seiner Mannschaft: «Unglaublich, dass wir immer noch leben. Wir wollten, dass es am Dienstag nochmals um etwas geht. Nach der Pause war ein schwieriger Moment. Aber dass wir zurückkommen, spricht auch für die Mannschaft.» Dem Routinier ist auch bewusst, dass es nur der erste Schritt war und sich der FCW keinen Ausrutscher leisten darf. «Wir wissen, dass wir jedes Spiel gewinnen müssen. Wir probieren alles, um in die Barrage zu kommen. Wir werden bereit sein am Dienstag.»
Weniger gut ist die Laune natürlich bei den Hoppers, bei denen zum ersten Mal Peter Zeidler an der Seitenlinie stand. Der Trainer war zwar zufrieden mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft, wusste aber auch, dass es am Dienstag ernst wird für ihn und seine Mannschaft. «Es gibt noch viel zu machen. Jetzt haben wir am Dienstag die grosse Chance, mit einem Erfolgserlebnis in die Barrage zu gehen», zeigt sich der Deutsche selbstbewusst.
Zwar liegt das Momentum nach dem heutigen Abend klar bei Winterthur, aber GC hat noch alles im eigenen Fuss. Auch bei einer Niederlage im Direktduell bleiben die Zürcher auf dem Barrageplatz und ein Sieg gegen Lausanne im abschliessenden Meisterschaftsspiel würde reichen, um Winterthur in die Challenge League zu befördern.
