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GC macht alles falsch – die Kritik wächst auch an Sportchef Alain Sutter

Michael Frey (GC), gauche, reagit aux cotes de ses coequipiers apres la rencontre de football de Swiss Super League entre le Servette FC, SFC, et le Grasshopper Club Zurich, GC, ce samedi 21 mars 2026 ...
Die Ratlosigkeit steht den GC-Profis ins Gesicht geschrieben.Bild: keystone

GC macht alles falsch – die Kritik wächst auch an Sportchef Sutter

0:4 nach 18 Minuten: Die Grasshoppers erlebten am Samstagabend in Genf im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel ein Debakel. Der direkte Abstiegsplatz ist nicht mehr weit entfernt, weshalb auch Sportchef Alain Sutter zunehmend in die Kritik gerät – und gleichzeitig herrscht auch sonst im Klub grosse Unruhe.
23.03.2026, 11:3223.03.2026, 13:25

Diesen Rekord hätte der Rekordmeister wohl lieber nicht gehabt. Erstmals in der Super-League-Geschichte lag ein Team nach 18 Minuten bereits 0:4 zurück. Dieses unrühmliche Kunststück gelang den Grasshoppers am Samstagabend in Genf. Der Impuls, den sich Sportchef Alain Sutter mit der Entlassung von Trainer Gerald Scheiblehner erhoffte, ging nach hinten los. Der Effekt durch die Beförderung von Gernot Messner vom U21-Coach zum Interimstrainer der Profis ist bereits verpufft.

Auf dem Platz hätte GC gegen Servette bei der 0:5-Pleite nicht viel mehr falsch machen können. In den ersten zehn Minuten geht Junior Kadile von der Zürcher Defensive zweimal völlig vergessen, was dieser für seinen Doppelpack nutzt.

Wenig später spielt Abdoulaye Diaby einen desaströsen Pass in Richtung von Goalie Justin Hammel, der zum 0:3 führt. Und um den Horrorstart perfekt zu machen, trifft Florian Ayé in der 18. Minute auf Zuspiel von Kadile, der auf dem Flügel erneut viel zu viel Platz hat, noch zum 4:0. Nur weil Hammel den Penalty von Kadile hält, heisst es einige Minuten danach nicht 0:5. Dieses fällt erst in der 72. Minute.

Trotz des katastrophalen Einstands lässt sich der neue Trainer Gernot Messner nach dem Spiel bei Blue zu der Aussage hinreissen, dass sein Team «die ersten zehn Minuten eigentlich gut ins Spiel gefunden» habe. Mit der guten Chance von Jonathan Asp Jensen kurz nach Beginn, der den Ball aber zu unpräzis aufs Tor bringt, mag Messner ja ein Argument haben. Da in der zehnten Minute aber bereits das zweite Gegentor fiel, ist die Aussage dennoch schwer zu rechtfertigen.

Abrashi sieht die Blamage im TV-Studio

Von Georges Bregy gab es dafür harsche Kritik. «Er wurde überrumpelt. Wenn er dann noch sagt, dass sie gut ins Spiel gestartet sind, dann frag ich mich schon, wie er das Spiel gesehen hat», so der Blue-Experte. Schliesslich sei GC an die Wand gespielt worden, wie auch die Statistiken bestätigen.

Bregy kritisierte zudem, dass Messner das Team mit einer Dreierkette ins Spiel gegen das spielstarke Servette geschickt habe, da es so auf den Flügeln viel zu viel Platz gab. «Da musst du dich als Trainer schon hinterfragen, wie du die Mannschaft da eingestellt hast», so der 68-jährige Ex-Nati-Star.

Gernot Messner, neuer Cheftrainer des Grasshopper Club Zuerich, spricht bei einer Medienkonferenz, am Dienstag, 17. Maerz 2026, auf dem GC Campus in Niederhasli. Der Grasshopper Club Zuerich hat sich  ...
Gernot Messner übernahm von seinem Landsmann und Freund Gerald Scheiblehner.Bild: keystone

Bregy sass aber nicht alleine im TV-Studio, auch der gesperrte GC-Captain Amir Abrashi sah der Klatsche seiner Kollegen aus der Ferne zu. Dass der Verein dies in seiner aktuellen Situation zuliess, sorgt für Unverständnis. Der «Tages-Anzeiger» schreibt von einem «kommunikativen Desaster», das zum sportlichen hinzukomme. Für den 35-jährigen Mittelfeldspieler hätte der Auftritt kaum unangenehmer werden können. «Brutal», «es tut weh» oder «das darf nicht passieren», sagte Abrashi wiederholt, während er die Gegentore in der Halbzeit analysierte.

«Es wird die Aufgabe der Spieler sein, in sich zu gehen und zu reflektieren.»
Trainer Gernot Messner

Trainer Messner hielt die Niederlage für «unerklärlich», weil die Trainingswoche gut gewesen sei. Dann versuchte er sich trotzdem an einer Erklärung: Vielleicht hätte sich sein Team nach den ersten Minuten «zu sicher gefühlt, weil, verteidigt haben wir in Wahrheit gar nicht».

Die Spieler seien nicht bereit gewesen, zu verteidigen, dem Gegner hinterherzulaufen, und hätten zu viele individuelle Fehler begangen. «Dann kommt so ein Resultat zustande», sagte der 45-Jährige, der von seinen Spielern forderte, nun «in sich zu gehen und zu reflektieren». Ein solches Interview nach dem ersten Spiel an der Seitenlinie ist kein gutes Zeichen.

Amir Abrashi (GC) gestikuliert enttaeuscht nach dem Abpfiff bei dem Spiel der Fussball Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich (GC) und dem FC Zuerich (FCZ) am Samstag, 21. Februar 2026 auf ...
Captain und Aggressivleader: Amir Abrashi fehlte GC am Samstag in Genf schmerzlich.Bild: keystone

Schlusslicht Winterthur ist nicht mehr weit weg

Zumal GC in einer bedrohlichen Situation ist. Nur eines von zwölf Ligaspielen in diesem Jahr gewannen die Grasshoppers. Am Wochenende konnte Schlusslicht Winterthur den Rückstand auf den Barrageplatz aufgrund der 0:2-Niederlage gegen Basel zwar nicht verkürzen, doch hatte es diesen bereits in den drei vorherigen Runden auf fünf Punkte halbiert. In der 33. Runde kommt es zum Direktduell auf der Schützenwiese, nach der Ligateilung wird es ein weiteres Aufeinandertreffen zwischen GC und Winterthur geben.

Die Partien könnten zu Schicksalsspielen für beide Seiten werden. Die Gefahr des Supergaus in Form des dritten Abstiegs der Vereinsgeschichte nach 1949 und 2019 ist also deutlich gestiegen. Mindestens in die Barrage wird GC wohl erneut gehen müssen, beträgt der Rückstand auf den Stadtrivalen FCZ sieben Runden vor Schluss doch bereits zehn Punkte. Es wäre das dritte Mal in Folge, dass die Grasshoppers ihren Platz in der Super League gegen den Zweiten der Challenge League verteidigen müssten.

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«Leuchtturm» Alain Sutter noch wirkungslos

An der anhaltenden sportlichen Misere trägt auch Sportchef Alain Sutter Verantwortung. Der 58-Jährige ist im Mai 2025 als Vereinslegende und Hoffnungsträger gekommen. Er selbst erklärte, ein «Leuchtturm» für den Verein sein zu wollen. Bisher fällt seine Bilanz aber mässig aus. Auch der Einzug in den Cup-Halbfinal kann darüber nicht hinwegtäuschen. Von den vielen Neuzugängen halfen bisher nur sehr wenige weiter. Der Beste – Jonathan Asp Jensen – kehrt wie Lovro Zvonarek Ende Saison zu Bayern zurück. Luke Plange erstarkte zuletzt nach schwierigem Start. Ansonsten fehlen die echten Verstärkungen.

«Wir werden sehen, ob der Trainerwechsel die richtige Entscheidung war.»
GC-Captain Amir Abrashi

«Alain Sutter gestaltet GC nach seinem Gutdünken um – und führt es in einen Schlamassel», titelt der «Tages-Anzeiger», weil Sutter auch sonst vieles im Klub umwälzt. Wie schon bei der Übernahme der Besitzer des Los Angeles FC blieb die Hoffnung auf sportliche Besserung bisher aber unerfüllt. Daran änderte auch der neueste Trainerwechsel nichts. Mit diesem überraschte der frühere Erfolgsarchitekt von St.Gallen auch das Team, wie Abrashi berichtete. Völlig überzeugt schien er davon nicht, wie diese Aussage zeigt: «Wir werden sehen, ob das die richtige Entscheidung war.»

Sportchef Alain Sutter (GCZ) beobachtet den Trainingsauftakt des Grasshopper Club Zuerich (GCZ) nach der Winterpause am Sonntag, 4. Januar 2026 auf dem GC Campus in Niederhasli. (KEYSTONE/Claudio Thom ...
Alain Sutter konnte das Ruder noch nicht herumreissen.Bild: keystone

Vetternwirtschaft und Sexismusvorwürfe

Auch sonst herrscht im Klub viel Unruhe. Christoph Urech, der seit Juni 2025 Chief Business Officer (CBO) bei GC ist, ist bei den Fans enorm unbeliebt. Sie werfen ihm vor, ihm nahestehenden Firmen Aufträge zuzuschachern, und äusserten ihre Unzufriedenheit darüber schon mehrmals.

Dazu kommen die im Sonntagsblick geäusserten Sexismusvorwürfe gegen Erich Vogel und Heinz Spross, welche die Frauenfussball-Abteilung erschüttern. Vogel war Sportchef der GC Frauen und ist Mitglied bei der Sportkommission, Spross fungiert als Präsident. Beide hätten sich gegenüber Spielerinnen unangemessen verhalten, wie es von mehreren anonymen Quellen geheissen habe. Der Klub wolle deshalb eine externe, unabhängige Untersuchung in Auftrag geben, wie GC mitteilte.

Und in diesem ganzen Sumpf muss die 1. Mannschaft der Herren versuchen, den Klassenerhalt zu sichern. Dafür muss die Fehlerserie aber aufgehalten werden – ansonsten droht noch viel mehr Ungemach.

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quelle: www.imago-images.de / spp-jp
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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Thomas Meister
23.03.2026 11:39registriert April 2019
GCZ ist akut gefährdet direkt abzusteigen. Winterthur verlor zwar gegen den FC Basel 0:2. Aber sie zeigten ein gutes Spiel und die Tendenz geht eindeutig nach oben. Winti wird ganz sicher noch punkten und es richtig spannend machen. Meine Prognose: Winterthur gewinnt die beiden Direktduelle und holt zudem noch weitere Punkte. GCZ steigt ab.
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Therealmonti
23.03.2026 11:51registriert April 2016
Nach Scheiblehners Entlassung habe ich hier geschrieben: GC hat sich mit dem Abstieg abgefunden.

Der Match gegen Servette hat meine Meinung leider brutal bestätigt.
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Nicosinho
23.03.2026 12:02registriert Februar 2014
Weiter so GC, Winti wird euch Danken!
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Zugs Coach – bisher mehr Clown als Zirkusdirektor
Zugs Trainer Benoît Groulx ist der wichtigste Helfer der Davoser. Besser gecoacht könnte Zug den Favoriten ins Wanken bringen.
Nein, der Coach kann die Tore nicht selbst machen. Er muss hilflos zuschauen, wie seine Stürmer die besten Chancen auslassen. Und er kann, wenn er als «Feuerwehrmann» im Laufe einer Saison verpflichtet wird, nicht alle Brände löschen, die zur Entlassung seines Vorgängers geführt haben. Kommt dazu: Kritik ist meistens billige Polemik. Weil hinterher jeder freiwillige Helfer ein grosser Bandengeneral ist. Sehr oft ist der Cheftrainer in kritischen Situationen ein hilfloser Helfer und mancher verdankt seinen Ruhm Zufälligkeiten, die er gar nicht beeinflussen konnte. Das alles darf auch Zugs Benoit Groulx zu seiner Entlastung vorbringen. Aber es reicht nicht für einen Freispruch.
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