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Iran

Nach Trump-Ultimatum zur Strasse von Hormus: Iran droht mit Vergeltung

Nach Trump-Ultimatum: Iran droht mit vollständiger Schliessung der Hormus-Meerenge

22.03.2026, 16:4622.03.2026, 17:27

Der Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schliessung der Strasse von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit.

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Strasse von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an. Einzelne Schiffe passieren die Meerenge aber auch.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem grössten!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran hatte im Gegenzug bereits gedroht, in diesem Fall alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Nun kündigten die Revolutionsgarden zudem an, alle Kraftwerke, Energieinfrastrukturen und Informations- und Kommunikationstechnologie Israels anzugreifen - und «alle vergleichbaren Unternehmen in der Region mit US-Anteilseignern». (sda/dpa)

Konflikt um Hormus bedroht Weltwirtschaft

Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel begonnene Krieg zu eskalieren – mit unabsehbaren Folgen für die Region und die Weltwirtschaft. Schon jetzt hat der Konflikt um die Strasse von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte.

epa12837271 US President Donald J. Trump responds to a question from the news media as he walks to board Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, DC, USA, 20 March 2026. EPA/SHAW ...
Donald Trump stellte Iran ein Ultimatum: Entweder öffnen sie die Strasse von Hormus oder die USA greife Irans Kraftwerke an.Bild: keystone

Die Strasse von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der grösste Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.

Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort Schiffe anzugreifen. Der Schiffsverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen. Die Menschen in Deutschland spüren die Auswirkungen unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten.

Angriffe Iran

Angriffe USA und Israel

Bedrohung für Europa durch iranische Raketen?

Nach dem iranischen Raketenangriff auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia drängte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu weitere Länder dazu, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschliessen. «Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?», fragte er bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad. Es sei an der Zeit, «dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschliessen», sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen.

Der Stützpunkt Diego Garcia liegt rund 4'000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Die beiden Raketen trafen laut US-Medien die Basis nicht. Demnach versagte eine während des Fluges und eine wurde abgefangen.

Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit so einer Reichweite theoretisch auch Städte in Deutschland und anderen europäischen Ländern erreichen.

Der Sicherheitsexperte Carlo Masala verwies bei «Bild» darauf, dass Deutschland als Konsequenz aus dem Ukraine-Krieg das Raketenabwehrsystem Arrow 3 von Israel gekauft hat. Dieses sei genau dafür da, solche Raketen zu bekämpfen. Die Bundeswehr hatte im Dezember den ersten von drei geplanten Standorten in Betrieb genommen.

Angriffe auf Israel mit Streumunition – mehr als 100 Verletzte

In Israel kam es derweil zu neuen Raketenangriffen. Bei einem iranischen Angriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv wurden nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt. Ein Armeesprecher teilte mit, der Iran habe erneut Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem grossen Gebiet.

Am Wochenende wurden ausserdem mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen israelischen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, Dutzende davon schwer. Auch die iranischen Angriffe auf Golfstaaten gingen weiter.

Im Iran gab es wie üblich nur wenige Informationen über konkrete amerikanisch-israelische Angriffe gegen das Land. Nach offiziellen Angaben sind seit Kriegsbeginn Ende Februar mehr als 1'500 Menschen getötet worden. 21'000 weitere Menschen seien verletzt, meldete der Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Trump: Haben Iran «von der Landkarte gefegt»

Trump verteidigte seine bisherige Kriegsbilanz. In Reaktion auf eine Analyse des «New York Times»-Autors David Sanger, wonach der US-Präsident viele seiner eigenen Kriegsziele bislang nicht erreicht habe, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social trotzig zurück: «Doch, das habe ich, und Wochen früher als geplant!» Die USA hätten den Iran «von der Landkarte gefegt.» Das Land habe keine Führung mehr, die Marine und Luftwaffe seien vernichtet.

Der Iran wolle einen Deal abschliessen, bekräftigte Trump. «Ich will das nicht! Wir sind Wochen vor dem Zeitplan», schrieb der US-Präsident weiter. Er hatte zuvor mitgeteilt, er erwäge, die Angriffe im Iran zurückzufahren. Zugleich schicken die USA aber Medienberichten zufolge Tausende weitere Soldaten in die Region.

Der Iran zeigt sich weiter kämpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die «verwundbaren Punkte des Feindes» analysiert und bereite eine neue Angriffswelle «mit neuen Strategien und moderneren Systemen» vor. (sda/dpa)

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Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

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FrankFTW
22.03.2026 17:06registriert November 2024
Dies ist mit Abstand die schlimmste Meldung dieses Irren .
Wo ist die UNO, der Werte Westen?
Dieser wahnsinnige Vollidiot droht mit einem Angriff auf Irans Energiewerke. Ein Kriegsverbrechen.
Der gesamte Golf wird dadurch zur Todeszone, eine humanitäre Katastrophe, und alle Öl Anlagen lahmgelegt, die Weltwirtschaft wird ruiniert , es wird einen Börsen Crash geben.
Dieser Psyochopath muss jetzt sofort verhaftet werden.
Impeach, remove , imprison. NOW
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Nigel the red five
22.03.2026 17:29registriert Januar 2026
Trump ist doch nicht mehr handlungsfähig, er müsste eigentlich von seinem Kabinett aus dem Amt entfernt werden. Doch diese Hosenscheisser haben weder den Mut noch das Rückgrat, diesen komplett unfähigen Präsidenten abzusetzen. Wenn er die Kraftwerke der Iraner zu zerstören beginnt, gibt es eine Weltwirtschaftskrise, weil die Iraner auf alles schießen werden, was Öl oder Gas fördert und dann brennt der Nähe Osten im wahrsten Sinne des Wortes.
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webedr45
22.03.2026 17:36registriert Januar 2020
Dass Netanjahu Europa mit in seine grössenwahnsinnigen Pläne mit Nahost hereinzuziehen versucht ist keine Überraschung, denn wenn er seinem Kumpel Donald plötzlich zu teuer wird oder ganz einfach verleidet, steht er voll im Güllestrahl.
Seinen grössten, teuersten, Flugzeugträger haben Trumps Militärstrategen (angebl. Toilettenbrand) ja bereits aus der unmittelbaren Schusslinie genommen (sehr schlau).
Dieser Krieg darf niemals die NATO mitreissen, denn dann wird die ganze Welt wie überall so aussehen, wie sie lange bleibt, nachdem die Amis wieder verdufteten.
Wie Stoppen wir die Wahnsinnigen?
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