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Enhanced Games: So waren die ersten Doping-Spiele in Las Vegas

Dylan Cooper, of the United States, leaves the stage after competing in the snatch portion of the men's weightlifting event at the Enhanced Games in Las Vegas, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Jae ...
Die «Enhanced Games» fanden in Las Vegas statt.Bild: keystone

Die Doping-Spiele sind vorbei – rate mal, wie viele Weltrekorde es gab

In Las Vegas gingen dieses Wochenende die umstrittenen «Enhanced Games», eine Art Olympia, bei der Doping erwünscht ist, über die Bühne. Die Athletinnen und Athleten übertrumpften die Weltelite nur in einem einzigen Wettbewerb.
25.05.2026, 09:4125.05.2026, 10:36

Ein einziger Weltrekord wurde bei der höchst umstrittenen Veranstaltung in der US-Casinostadt Las Vegas gebrochen: Der griechische Schwimmer Kristian Golomeew schaffte es, den «sauberen» Weltrekord des Australiers Cameron McEvoy über 50 Meter Freistil zu übertrumpfen. Der 32-Jährige schlug mit einer Zeit von 20,81 Sekunden an, McEvoys Bestmarke liegt bei 20,88. Für Golomeew lohnt sich die Teilnahme zumindest finanziell: Nebst 250'000 US-Dollar erhielt er auch den 1-Million-Dollar-Bonus für das Brechen eines bestehenden Weltrekords, wie Yahoo Sports schreibt.

Kristian Gkolomeev, of Greece, celebrates after winning the men's 100-meter freestyle final at the Enhanced Games in Las Vegas, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Jae C. Hong)
Kristian Gkolomeev
Kristian Golomeew schwamm schneller über 50 Meter Freistil, als je ein Mensch zuvor – welche Substanzen ihm dabei halfen, ist nicht bekannt.Bild: keystone

Neben dem Griechen scheiterten die Doping-Athletinnen und -Athleten, die nicht offenlegen mussten, was für Substanzen sie zu sich genommen hatten, reihenweise an den Bestmarken der Weltelite. Dies, obwohl sich durchaus grosse Namen in dem Wettbewerb versuchten. Sprinter Fred Kerley, der angab, ohne leistungsverbessernde Substanzen angetreten zu sein, gewann den 100-Meter-Sprint der Männer in 9,97 Sekunden. Damit blieb der Vize-Olympiasieger von Tokio 2021 gut vier Zehntel über der historischen Marke von Usain Bolt und auch deutlich über seiner eigenen Bestmarke (9,76 Sekunden). Er blieb als einziger der Teilnehmer unter zehn Sekunden.

Fred Kerley, of the United States, competes in the men's 100-meter final at the Enhanced Games in Las Vegas, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Jae C. Hong)
Fred Kerley
Fred Kerley siegte in seiner Disziplin.Bild: keystone

Noch deutlicher war die Differenz bei den Frauen in der Königsdisziplin der Leichtathletik. Siegerin Tristan Evelyn gewann mit einer Zeit von 11,25 Sekunden. Der Weltrekord von Florence Griffith-Joyner aus dem Jahr 1988 beträgt 10,49 Sekunden. Obwohl die US-Amerikanerin nie positiv getestet worden war, gibt es zahlreiche Indizien, dass sie bei ihrem Rekord ebenfalls unter Einfluss leistungssteigernder Mittel gelaufen war.

Genau das ist eines der Hauptargumente der Enhanced-Games-Veranstalter: Aron d'Souza, ein australischer Unternehmer, der das Konzept erfand, behauptet, dass 99 Prozent der Sportlerinnen und Sportlern bei Wettkämpfen ohnehin gedopt seien. Deshalb seien seine Spiele eine transparentere Alternative. Beweise für seine Behauptung lieferte d'Souza freilich nicht.

Auch bei verschiedenen Disziplinen im Gewichtheben wurden keine bestehenden Weltrekorde gebrochen. Thor Björnsson, bekannt als «Mountain» aus der Serie «Game of Thrones», versuchte sich im Kreuzheben, wo er seinen eigenen Weltrekord von 510 Kilogramm verbessern wollte. Es gelang ihm nicht, der Isländer schaffte «nur» 475 Kilogramm. Björnsson war einer der wenigen Teilnehmenden, die offenlegten, welche Substanzen er eingenommen hatte. Der 37-Jährige sagte gegenüber der BBC, er habe kein Problem, zu seinem Steroid-Konsum zu stehen, dieser sei in der professionellen Strongman-Szene ohnehin verbreitet und akzeptiert.

Mitchell Hooper, of Canada, competes in the men's deadlift competition at the Enhanced Games in Las Vegas, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Jae C. Hong)
Mitchell Hooper
Hafthor Björnsson bei seinem Deadlift-Rekordversuch.Bild: keystone

Während Weltrekorde ausblieben, schafften mehrere Teilnehmende in verschiedenen Disziplinen persönliche neue Bestleistungen. Welchen sportlichen Wert diese haben, ist ebenso umstritten, wie die Spiele an sich. Für viele der Teilnehmenden ging es bei der Veranstaltung auch weniger um die Leistung an sich, als um die extrem hohen Antrittsgagen, wie mehrere im Vorfeld offen zugegeben hatten. Der britische Schwimmer und Vize-Olympiasieger Ben Proud erklärte zum Beispiel:

«In meinem Sport lässt sich kein Geld verdienen. Ich bin 30 Jahre alt und habe eine Olympia-Silbermedaille gewonnen – welchen Weg sollte ich also einschlagen?»

Proud, der vom britischen Schwimmverband mit einer lebenslangen Sperre wegen seiner Teilnahme belegt worden war, erklärte, dass er 13 Jahre lang zur Weltspitze gehören müsste, um das Preisgeld von 250'000 US-Dollar für einen einzigen Sieg bei den Enhanced Games zu verdienen.

Ben Proud, of England, wins the men's 50-meter butterfly final at the Enhanced Games in Las Vegas, Sunday, May 24, 2026. (AP Photo/Jae C. Hong)
Ben Proud
Ben Proud siegte in 22,32 Sekunden über 50 Meter Schmetterling. Der Weltrekord steht bei 22,27 Sekunden.Bild: keystone

Nebst den offensichtlichen ethischen Fragezeichen hinter dem Wettbewerb sorgte auch die Finanzierung der Spiele für Kritik. Milliardenschwere Investoren wie der rechtslibertäre Palantir-Gründer und erklärte Demokratiefeind Peter Thiel unterstützten die Enhanced Games, ebenso wie weitere wohlhabende Unternehmer. Auch Donald Trump Jr., Sohn des US-Präsidenten, beteiligte sich finanziell an den Spielen. (con)

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