Vor Infantinos Augen – iranisches Team zeigt Bilder von getöteten Kindern
Bei der Nationalhymne vor der Partie im türkischen Antalya gegen Costa Rica hielten die Fussballer und Funktionäre die Bilder in den Händen. Die darauf zu sehenden Kinder sollen bei einem Angriff der USA und Israels auf den Iran ihr Leben verloren haben. Bereits am Freitag hatten die Spieler ihr Testspiel gegen Nigeria (1:2) für eine ähnliche Aktion genutzt.
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— Tehran Times (@TehranTimes79) March 31, 2026
The Iran national football team held images of martyrs of the Dena ship, destroyed sports venues and historical buildings, Red Crescent forces and firefighters during the US-Israeli aggression on war ahead of the match against Costa Rica. pic.twitter.com/6c16AMLPkQ
Gegen Costa Rica siegte der Iran mit 5:0. Das Spiel war eigentlich als Test für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada eingeplant. Ob der Iran an dem Turnier im Sommer aber tatsächlich teilnimmt, ist wegen des Krieges noch unklar. Infantino, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte, hatte zuletzt drauf gedrängt.
UNICEF forderte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Alle Konfliktparteien sollten grösstmögliche Zurückhaltung üben. Die Zivilbevölkerung – insbesondere Kinder – sowie zivile Einrichtungen müssten jederzeit geschützt werden. «Alle Konfliktparteien müssen dringend handeln, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und die Rechte von Kindern zu wahren», sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell.
Die meisten Kinder kamen Unicef zufolge am ersten Tag des Krieges bei einem Angriff auf Schule im Iran ums Leben – laut Berichten wurden dabei allein 168 Kinder getötet. Auch im Gazastreifen und dem Westjordanland kamen laut Unicef in diesem Zeitraum Kinder ums Leben. Dort seien 16 getötete Kinder registriert worden.
Angesichts des Krieges möchte der Iran seine drei Vorrundenpartien nicht – wie bislang geplant – in den USA austragen, sondern in Mexiko. Infantino meinte allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Die Spiele werden dort stattfinden, wo sie vorgesehen sind.» Die WM-Teilnahme des Irans bekräftigte der Schweizer in Antalya.
Infantino acompanhando Irã x Costa Rica. Movimentação de bastidores para garantir a presença iraniana no Mundial.
— Leonardo Bertozzi (@lbertozzi) March 31, 2026
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Irans Verbandschef Mehdi Tadsch hatte vor rund anderthalb Wochen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen Boykott der USA, nicht aber der WM angekündigt, ohne dies näher zu erläutern. Für die Endrunde (11. Juni bis 19. Juli) wurde der Iran in eine Vorrundengruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten gelost. (abu/sda/dpa)
