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Der Zuger Dale McTavish feiert seinen Treffer zum 2:1 beim vierten Eishockey Playoff Halbfinalspiel zwischen dem EV Zug und dem Geneve-Servette Hockey Club am Donnerstag, 1. April 2010, im Hertistadion in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Dale McTavish spielte fünf Jahre für die SCRJ Lakers und drei Jahre für Zug. Bild: KEYSTONE

Interview

McTavish spielte für Zug und Rappi: «In den Playoffs geschehen manchmal verrückte Dinge»

Dale McTavish spielte einst für Rappi und Zug. Für wen im Playoff-Halbfinal sein Herz schlägt? Eine schwierige Frage ... Im Interview spricht der 49-jährige Kanadier ausserdem über seinen Sohn Mason McTavish, der im NHL-Draft 2021 in der ersten Runde gezogen werden dürfte.

Tim Frei / ch media



Dale McTavish spielte für beide Vereine, die nun im Halbfinal aufeinandertreffen. Mit Rapperswil-Jona, seinem ersten Team in der Schweiz, bestritt er fünf Saisons (2000 bis 2005). Und dies mit Erfolg: Zweimal war er Topskorer der Ostschweizer, zweimal zweitbester – jeweils hinter einem Landsmann: einmal hinter Mike Richard, einmal hinter Stacy Roest. Vor allem aber schoss er die St.Galler in den Playoffs 2003 fast in den Halbfinal gegen die klar favorisierten ZSC Lions, für die er später zwei Saisons spielte.

Nach dem Gastspiel in Zürich spielte McTavish von 2007 bis 2010 drei Saisons für den EV Zug, wo er Assistenz-Captain war und seine beste Saison hatte. In der Saison 2007/08 holte er in 49 Spielen 53 Punkte (32 Tore/21 Assists).

Haben Sie mitbekommen, dass Ihr ehemaliges Team Rapperswil-Jona sich erstmals seit 15 Jahren für den Playoff-Halbfinal qualifiziert hat?
Dale McTavish: Ja, davon habe ich gehört. Das ist ein grosser Erfolg für Rappi, die Fans und die Organisation. Hat doch niemand damit gerechnet. Das Schweizer Eishockey verfolge ich von Zeit zu Zeit noch immer – in diesem Jahr noch etwas stärker, da mein Sohn Mason für Olten gespielt hat.

Dale McTavish. (KEYSTONE/EQ IMAGES/EQ Images)

McTavish gehörte in Rappi zu den absoluten Lieblingen der Fans. Bild: EQ IMAGES

Sie liefen für Rapperswil und Zug auf. Wem drücken Sie die Daumen?
That's a tough one (Eine schwierige Frage). Ich mag beide Vereine, deshalb fällt es mir auch schwer, mich für ein Team zu entscheiden. Momentan kenne ich mehr Leute in Zug, zum Beispiel Josh Holden (Anm. d. Red: aktueller Assistenztrainer), mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Bei Rapperswil kenne ich Sportchef Janick Steinman sehr gut, mit dem ich wie mit Holden bei Zug zusammenspielte. Ich wünsche beiden nur das Beste und hoffe auf eine gute Serie. Ich bin gespannt, welches Team sich am Ende durchsetzt.

Wie beurteilen Sie Steinmanns Leistungen als Sportchef von Rapperswil-Jona?
Ich kann das natürlich nur von aussen sagen. Aber ich finde, er macht einen sehr guten Job und erreicht wie früher als Spieler vieles mit harter Arbeit. Wir sind über die Jahre immer mal wieder in Kontakt gestanden – umso mehr freue ich mich für ihn, dass er diesen Erfolg mit Rapperswil hat. Vor allem auch, weil die Arbeit als Sportchef nicht einfach ist: Manchmal funktionieren die Dinge nicht so, wie man sich das wünscht.

Zur Person

Dale McTavish blieb dem Eishockey auch nach seiner Karriere als Spieler erhalten. Zuletzt war der 49-jährige Kanadier von 2013 bis 2019 Gründer, Trainer und General Manager des kanadischen Juniorenteams Pembroke Lumber Kings.

Seine grössten Erfolge als Spieler waren: Teil des All-Star-Teams in der NLA-Saison 2007/08, Gewinn des Spengler-Cups mit dem Team Canada (2007), bester Torschütze der finnischen Liga (1997/98). McTavish lebt mit seiner Familie in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Seine Söhne Mason (18/Stürmer) und Darian (21/Goalie) spielen auch Eishockey.

Rappi zeigt bisher typisches Playoff-Hockey: Die Mannschaft tritt als Team auf, blockt viele Schüsse und spielt mit Härte. Ist im Halbfinal gar eine weitere Sensation möglich?
Ich habe natürlich nicht viele Spiele gesehen. Aber in den Playoffs ist alles möglich. Zumal wenn Mannschaften mit diesen Attitüden auftreten. Manchmal kommen Teams einfach ins Rollen. Doch Zug ist mit seinem Rekord (Anm. d. Red: Mit 119 Punkten haben die Zentralschweizer einen neuen Punkterekord in der Qualifikation aufgestellt) und der stark besetzten und gut gecoachten Mannschaft wohl der Favorit. Deshalb spielen wir doch genau Hockey: Weil wir nie wissen, was passieren kann – in den Playoffs geschehen manchmal verrückte Dinge.

Kommen wir noch zu Ihrem Sohn Mason McTavish: Inwiefern hat er vom Engagement in Olten profitiert?
Ob der Trainer, der Präsident, die Mitspieler oder wer auch sonst – einfach alle Personen des EHC Olten haben ihn sehr gut behandelt. Für Mason waren die zwei Monate im Erwachsenenhockey mit Olten eine tolle und lehrreiche Zeit. Er konnte als Persönlichkeit wachsen und sein Spiel stark verbessern. Für mich war es einfach schön, ihn nach so langer Zeit ohne einen Match wieder auf dem Eis zu sehen – mit Ausnahme der ersten Partie konnte ich alle Spiele via Streaming verfolgen.

Nächste Woche startet die U18-WM in Texas, wobei Mason auch dabei sein wird.
Wir freuen uns als Familie alle sehr, ihn spielen zu sehen. Ich denke, dass er eine grosse Zukunft vor sich hat. Für uns wird es ein grosses Vergnügen, ihn auf seinem Weg zum Profi zu begleiten und zu unterstützen.

Wie blicken Sie dem NHL-Draft 2021 entgegen, bei dem Mason McTavish mit grosser Wahrscheinlichkeit in der ersten Runde gezogen werden dürfte?
Das ist für uns alle sehr aufregend. Spannend beim Draft ist ja, von welchem Team und an welcher Stelle man gezogen wird. Wo Mason schliesslich auch landen wird, er wird sicher glücklich sein – wir sind schon jetzt sehr stolz auf ihn. Sein nächstes Ziel ist es dann, es ins NHL-Team zu schaffen.

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