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Die Seniorenmannschaft des FC Liestal. bild: zvg

Interview

Wie du dich als Trainer fühlst, wenn Alex Frei gegen dein Team 8 Tore geschossen hat



Am letzten Wochenende kassierten die Senioren des FC Liestal eine 1:10-Niederlage gegen die «Senioren-Auswahl» des FC Dornach, bei denen unter anderem Mathias Delgado, Marco Streller und Alex Frei spielen. Alleine der ehemalige Nati-Stürmer Frei erzielte beim Kantersieg 8 Tore.

Aber wie fühlt es sich für den Gegner an, wenn einem eine derart überlegende Mannschaft gegenübersteht? Wir haben mit Beat Bieri, dem Trainer der Liestaler Senioren, über den Schweizer Rekordtorschützen, taktische Zwickmühlen und den unveränderten Bierkonsum gesprochen.

Herr Bieri, als ich gelesen habe, dass Alex Frei im Spiel gegen Ihre Mannschaft 8 Tore erzielt hat, dachte ich, dass Sie als Trainer doch wissen müssten, dass der brandgefährlich ist. Man kennt ihn ja nicht erst seit gestern als Torschützen.
Beat Bieri: Natürlich weiss jeder von uns, wie gut er ist. Das Problem ist aber, dass nicht bloss Alex Frei, Mathias Delgado oder Marco Streller (verpasste die Partie aus beruflichen Gründen, Anm. d. Red.) sackstark sind. Auch der Rest der Mannschaft ist überdurchschnittlich gut. Die meisten Spieler von Dornach haben früher mindestens in der 1. Liga gespielt. Dornach dominiert die Liga ja bereits seit vielen Jahren.

Also wenn ihr Alex Frei doppelt ...
... dann sorgen seine Mitspieler für die Tore.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Alex Frei bereits nach 26 Minuten seine ersten drei Tore erzielt hatte?
Man hat schon gemerkt, dass er heute richtig Lust hat. Das war natürlich nicht der ideale Start für uns, wobei wir das in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht gemacht haben und mit dem 0:3 dann auch in die Pause sind.

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Beat Bieri trainiert die Senioren des FC Liestal.

Und es ist ja nicht so, dass sich ein Alex Frei nach drei Toren auswechseln würde.
Nein, er ist doch noch sehr angefressen. Aber genau das hat ihn ja schon früher ausgezeichnet.

Dornach-Präsident Stefan Schindelholz sagte gegenüber der «BZ», dass Marco Streller jeweils in der Innenverteidigung spielt, weil ihm Alex Frei zu eigensinnig ist.
Klar, Frei sucht wenn immer möglich den Abschluss. Man merkt halt einfach, dass er weiterhin Tore schiessen und gewinnen will. Er ist aber nicht alleine, Mathias Delgado, der im offensiven Mittelfeld spielt, hat positionsbedingt noch viel mehr Einfluss. Teilweise zaubern sie zusammen, da würde man sie am liebsten direkt selber abklatschen.

Aber Alex Frei ist mittlerweile bereits 39 Jahre alt.
Er macht den Unterschied nicht mit seiner Physis. Da gibt es fittere. Aber Frei hat noch immer einen unglaublichen Torriecher, er bewegt sich sehr gut und macht dann halt die Tore, wenn sich die Chancen bieten. Wobei er gegen uns sogar noch ein paar Tore mehr hätte schiessen können.

Stehen die Spieler einem so starken Gegner nicht etwas öfter auf die Füsse?
Nein, er ist ein Spieler wie jeder andere. Gefoult wird er wohl trotzdem häufiger, weil man ihn halt nur schwer vom Ball trennen kann.

Was haben sie der Mannschaft beim ersten Training nach dem 1:10 gesagt? Gab es da noch etwas zu analysieren?
Da gibt es nicht mehr viel zu sagen. Wenn du ein Spiel knapp verlierst kann du darüber sprechen, aber ein solches Spiel kannst du nur noch abhaken, weil der Gegner in allen Belangen überlegen ist.

Ist das nicht mühsam, gegen eine so überlegene Mannschaft aus Alt-Stars anzutreten, wenn man weiss, man hat eigentlich keine Chance?
Im Gegenteil. Ehrlich gesagt finde ich es super, dass sie dabei sind und es sich antun, auf diesem Niveau zu spielen.

Dann haben Sie jedes der 10 Gegentore geniessen können?
Natürlich ist es nicht toll, so deutlich zu verlieren. Das ändert allerdings nichts an der Freude, die wir haben. Wir sind mittlerweile alle lange genug dabei, um damit umzugehen. Der Spass steht im Vordergrund.

Also leidet die dritte Halbzeit nicht darunter?
Wenn der Match vorbei ist, ist das vergessen. Auch wenn man mal hoch verliert, deshalb trinken wir kein Bier weniger. Aber auch aus Frust nicht eines mehr.

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