Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Belinda Bencic of Switzerland and her father Ivan Bencic during a training session at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London, on Friday, June 28, 2019. The Wimbledon Tennis Championships 2019 will be held in London from 1 July to 14 July. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) .

Vater Ivan Bencic gibt Tochter Bencic im Training den letzten Schliff. Bild: KEYSTONE

Interview

Bencic vor Wimbledon-Auftakt: «Ich fühle mich bereit für einen Grand-Slam-Sieg»

Belinda Bencic spricht vor dem dritten Grand-Slam-Turnier der Saison über ihr Leben als Nomadin, die Beziehung zu Roger Federer und ihren Wimbledon-Traum.

simon häring, Wimbledon / ch media



Sie haben in diesem Jahr 43 Spiele bestritten, so viele wie niemand sonst. Haben Sie sich übernommen?
Belinda Bencic: Eastbourne war schon ein Stress, das muss ich zugeben. Vielleicht wäre es klüger gewesen, dort nicht zu spielen. Nach dem Final in Mallorca bin ich mit der Trophäe und im verschwitzten Rock direkt zum Flughafen gerannt und wir haben fast den Flug verpasst. Erst dann haben wir realisiert, dass der Flug fast eine Stunde Verspätung hatte. Wir sind dann um drei Uhr in der Nacht in Eastbourne angekommen und am gleichen Abend hätte ich bereits wieder spielen sollen.

Sie reden immer davon, dass Sie in der Vergangenheit zu viel gespielt haben. Trotzdem gönnen Sie sich kaum Pausen, weshalb?
Ich kann auch nichts dafür, dass ich mehr gespielt habe als geplant, weil ich öfter gewonnen habe (lacht). Mir ist bewusst, dass ich aufpassen muss, aber auf Rasen möchte ich am liebsten alles spielen. Leider ist die Saison nur kurz. Im Moment fühlt sich mein Körper gut an, und ich habe keine Probleme. Vielleicht spiele ich im Herbst weniger.

epa07680001 Belinda Bencic (L) of Switzerland and her father Ivan Bencic during a training session at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London 28 June 2019.  EPA/PETER KLAUNZER EDITORIAL USE ONLY; NO SALES, NO ARCHIVES

Belinda Bencic nach absolviertem Training. Bild: EPA

Was gefällt Ihnen auf Rasen so gut?
Das ist schwierig zu beschreiben, aber ich fühle mich vom ersten Moment an auf Rasen wohl. Meine Bewegungen fühlen sich natürlich an. Seit meinem ersten Junioren-Turnier auf Rasen. Es war wie Liebe auf den ersten Blick.

Früher sagten Sie immer, Sie schauen von Runde zu Runde. Hand aufs Herz: Studierten Sie die Auslosung in Wimbledon etwas genauer?
Ich schaue jetzt nicht mehr nur auf die nächste Gegnerin an, das stimmt. Ich mache hier nicht auf Understatement. Ich bin sehr selbstbewusst und weiss, dass ich mit allen mithalten kann.

Trauen Sie sich auch den Sieg zu?
Ich möchte jedes Grand-Slam-Turnier, das ich spiele, gewinnen und ich fühle mich bereit dazu. Das wäre schon unglaublich, aber es ist eine lange Reise.

Bei der Auslosung hatten Sie indes wenig Glück. In Ihrem Viertel befinden sich sieben Grand-Slam-Siegerinnen. Wie gehen Sie damit um?
Ich versuche, es so zu sehen, dass ich für die anderen das harte Los bin. Das gibt ein sehr viel besseres Gefühl. Es ist doch so: Willst du ein Turnier gewinnen, musst du sowieso jede schlagen.

Sie waren sehr früh sehr erfolgreich, fielen danach zurück und arbeiten sich nun wieder nach vorne. Hilft Ihnen diese Erfahrung, oder ist es ein Nachteil, weil Sie an diesen Erfolgen gemessen werden?
Die Erwartungen waren bei mir schon immer hoch, weil ich als Juniorin so erfolgreich war. Für mich ging es viel zu früh viel zu schnell nach oben. Andererseits habe ich die Gewissheit, dass ich wieder nach ganz oben kommen kann, weil ich schon einmal dort war.

Seit dem letzten Herbst ist Ihr Vater Ivan auch wieder Ihr Trainer. Wie wichtig war die Zeit ohne ihn?
Sehr wichtig! Es ist nicht so, dass ich ihn gefeuert hätte, oder wir Streit gehabt hätten, wie behauptet wurde. Wir hatten immer Kontakt und er hat sich immer für mein Tennis interessiert. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich meine eigenen Fehler und Erfahrungen machen muss. Dass ich Zeit und etwas Abstand brauche und mit anderen Trainern arbeiten möchte. Als ich im letzten Jahr niemanden hatte, fragte ich Papi, ob er aushelfen würde und es hat sofort gepasst. Meine Situation mit dem Team ist wirklich ausgezeichnet.

Dazu gehört Fitnesstrainer Martin Hromkovic. Er ist auch Ihr Freund. Können Sie das gut trennen?
Das fiel mir noch nie schwer. Für mich ist die Situation optimal. Martin hat ein gutes Gespür für mich und schafft es, mich mit Abwechslung und Kreativität jeden Tag aufs Neue zu motivieren. Zudem ist er streng – bei ihm käme ich nie auf die Idee, zu sagen: keine Lust.

Wie wohnen Sie hier während des Wimbledon-Turniers?
Wir haben eine Haushälfte gemietet, eine Art Bed and Breakfast. Die Frau macht das beste Morgenessen der Welt, im Schweizer Stil – mit Käse, Schinken, Brot, Früchten und Birchermüesli. Zudem haben wir einen grossen Garten. Generell bin ich lieber in Appartements und Häusern als in Hotelzimmern.

Apropos: Wann haben Sie zum letzten Mal im eigenen Bett geschlafen?
Hm, ich weiss es nicht. Das ist eine gute Frage. Was ist eigentlich mein eigenes Bett? Jenes in Oberuzwil im Haus meiner Eltern? Jenes in der Slowakei, das ich mit meinem Freund teile? Oder jenes in Monaco? Ich würde sagen, ich habe drei eigene Betten. Ich führe ein wenig ein Zigeunerleben.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Sun is the best filter☀️

Ein Beitrag geteilt von Belinda Bencic (@belindabencic) am

Sind Sie noch nie aufgewacht und wussten nicht, wo Sie sind?
Doch, das ist mir schon mehrmals passiert. Vor allem dann, wenn ich die erste Nacht an einem neuen Ort bin.

Ist das nicht unangenehm?
Manchmal ist es schon traurig, wenn ich lange von zu Hause weg bin. Hier in Europa ist es besser, weil alles nur einen kurzen Flug von dem Ort entfernt bist, der dein Zuhause ist. Wenn ich in Amerika oder Asien bin, ist es anders. Aber ich will mich nicht beklagen.

Ein bisschen Shopping muss sein:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Thank you @imgtennis for all the Gifts🎁

Ein Beitrag geteilt von Belinda Bencic (@belindabencic) am

Das macht es schwierig, Freundschaften zu pflegen. Haben Sie noch Freundinnen aus Ihrer Kindheit?
Ganz ehrlich? Nein. Ich ging in Wollerau zur Schule, aber ich wüsste nicht, wen ich anrufen könnte, um etwas zu unternehmen. Das gleiche gilt für Oberuzwil, wo mein Elternhaus ist. Das ist zwar schade, aber mein Leben findet eben vor allem in Tennis-Kreisen statt.

Werden Sie in der Schweiz auf der Strasse erkannt und angesprochen?
Selten. Wenn mich die Leute mit der Tennistasche sehen schon, aber nicht, wenn ich in Alltagskleidung unterwegs bin. Das darf auch so bleiben (lacht).

Sie haben nun zwei Mal mit Roger Federer beim Hopman Cup in Perth gespielt und den Rummel um ihn erlebt. Sind Sie froh, bleibt Ihnen das erspart?
Er ist so locker und hat immer alles im Griff. Ich bin schon überfordert, wenn zwei Leute gleichzeitig etwas von mir wollen. Aber Roger hat auch lernen müssen, damit umzugehen. Mit 22 konnte er das wohl noch nicht so gut. Aber ich würde nicht so leben wollen, wie er es muss. Ich könnte das nicht.

Was können Sie bei ihm abschauen?
Er ist viel entspannter als ich. Er war ja in meinem Alter auch so emotional wie ich. Er sagte zu mir: Wenn du älter wirst, legt sich das. Zudem kommt er immer gut gelaunt zum Training. Und wenn es ernst gilt, kann er umschalten und völlig konzentriert sein. Das ist auch mein Ziel – diese Gelassenheit.

Tennis ist ja Ihr Beruf und nicht nur Hobby. Kommt es vor, dass Sie keine Lust haben, auf den Platz zu gehen?
Manchmal habe ich weniger Lust, gehe aber trotzdem zur Arbeit, das gehört dazu. Ich habe das Glück, dass mir mein Beruf Freude macht. Die wenigsten Menschen können das von sich behaupten. Dafür bin ich dankbar.

Alle Schweizer Siegerinnen von WTA-Turnieren

So viel verdient Roger Federer mit Werbeverträgen

Play Icon

Unvergessene Tennis-Geschichten

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link zum Artikel

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link zum Artikel

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link zum Artikel

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link zum Artikel

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link zum Artikel

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link zum Artikel

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link zum Artikel

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link zum Artikel

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link zum Artikel

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link zum Artikel

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link zum Artikel

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link zum Artikel

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link zum Artikel

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link zum Artikel

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link zum Artikel

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link zum Artikel

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link zum Artikel

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Freilos 02.07.2019 13:57
    Highlight Highlight Belinda wirkt im TV manchmal unsympatisch, obwohl sie sehr unkompliziert, locker und auch sehr sympatisch ist. Sie müsste einfach etwas weniger mit ihren Fehlern hadern.
  • Team Insomnia 02.07.2019 12:52
    Highlight Highlight Das erzählt Sie doch schon seit Jahren. Die Resultate sprechen aber eine andere Sprache. „Ansprüche“ und Realität scheinen bei Bentschitsch weit weit auseinander zu liegen.
  • Typu 02.07.2019 12:09
    Highlight Highlight Belinda ist talentiert und gut für einen Exploit. Ein Grand Slam Sieg ist wenig wahrscheinlich. Sie erscheint mir nicht hart genug zu sein und physisch, naja, da gibts noch Luft nach oben. Zudem ist ihr Aufschlag bescheiden.
  • Hatschi99 02.07.2019 10:58
    Highlight Highlight Ist man nicht erst bereit für einen Grand Slam, wenn man nicht dauern rum heult und den Vater auf den Court holt?!
  • länzu 02.07.2019 09:12
    Highlight Highlight Liebe Belinda, etwas mehr Konstanz, dann wird es vielleicht mal etwas mit einem grossen Sieg. Aber diese dauernde Achterbahnfahrt kann nicht erfolgreich sein.
  • Cervelat 02.07.2019 08:53
    Highlight Highlight - 1. Woche überstehen
    - gut servieren
    - sich auf die Gegnerin, nicht auf den Vater fokussieren
    Go for it Belinda
  • Potzblitz36 02.07.2019 08:50
    Highlight Highlight Belinda: "Zudem ist er streng – bei ihm käme ich nie auf die Idee, zu sagen: keine Lust."

    Gilt das nur fürs Training oder auch fürs gemeinsame Bett in der Slowakei? :)
    • NathanBiel 02.07.2019 09:48
      Highlight Highlight Echt jetzt? Was bist du den für ein Ar***? Genau solche Kommentare würde man gegenüber einem Mann nie machen. Und dann gibt‘s noch Deppen die das liken 🙄
    • Potzblitz36 02.07.2019 13:34
      Highlight Highlight Wahrlich ein Trugschluss deinerseits dass ich einen solchen Kommentar gegenüber einem Mann nicht machen würde.

      Aber sorry wenn ich dir auf den Schlips getreten bin.
  • Füdlifingerfritz 02.07.2019 08:32
    Highlight Highlight Na dann würde ich doch vorschlagen, dass Belinda und Roger das Ding nach Hause bringen.

Die Insta-Könige der Sport-Schweiz – zwei Überraschungen haben es in die Top 10 geschafft

Nachfolgend sind die 20 Schweizer Sportler mit den – gemäss «Likeometer» – meisten Instagram-Followern in absteigender Reihenfolge aufgelistet (Stand: 26. Juni 2019, 12.30 Uhr). Teams (Alfa Romeo Racing), zurückgetretene Sportler (Martina Hingis, Fabian Cancellara) und Schweizer, die für eine andere Nation antreten (Ivan Rakitic, Charyl Chappuis) wurden nicht berücksichtigt.

Der aufgestellte Nati-Stürmer war lange der Hoffnungsträger der Schweizer Fussball-Szene, doch seit seinem Wechsel in die …

Artikel lesen
Link zum Artikel