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Marius Müller schockierte am Wochenende mit einer homophoben Aussage im Live-TV.
Marius Müller schockierte am Wochenende mit einer homophoben Aussage im Live-TV.Bild: keystone
Kommentar

Darum reicht Marius Müllers Entschuldigung für seine homophobe Entgleisung nicht

Marius Müller, der Goalie des FC Luzern, tätigt im Live-TV eine homophobe Aussage. Die Entschuldigungen von Klub und Spieler lassen allerdings zu wünschen übrig.
15.08.2022, 13:0116.08.2022, 11:24

Nach der 1:4-Pleite beim FC St.Gallen und dem durchzogenen Saisonstart mit nur einem Sieg aus vier Partien liegen die Nerven beim FC Luzern bereits wieder blank. Dies entschuldigt allerdings nicht die Entgleisung von Marius Müller.

Der 29-jährige FCL-Keeper nahm nach dem Spiel seine Vorderleute ins Visier. Im Interview beim TV-Sender Blue sagte Müller: «Ich erwarte einfach, dass wir uns sechs Meter vor dem Tor mal reinwerfen wie die italienischen Nationalverteidiger. Da kriegst du halt mal einen Ball in die Eier oder in die Fresse. Immer dieses schwule Weggedrehe geht mir tierisch auf den Sack.»

Eine Aussage, die das Wort «schwul» als negativ und abwertend verwendet. Eine Aussage, die klar homophob ist und in der Gesellschaft längst keinen Platz mehr hat.

Die Ausrede, dass eine solche Aussage in den Emotionen eines Fussballspiels mal herausrutschen kann, gilt nicht. So etwas «rutscht» nur raus, wenn man «schwul» auch im Alltag als abwertend oder beleidigend wertet.

SFL eröffnet Verfahren gegen Müller
Die Swiss Football League hat ein Verfahren gegen Marius Müller eröffnet, nach dessen homophoben Entgleisung im TV. Die Liga gibt zudem bekannt, bis zu einem allfälligen Urteil die Sache nicht weiter zu kommentieren. (abu)

Wenn solche Aussagen einfach akzeptiert werden, muss sich niemand wundern, dass sich aktive Fussballer kaum getrauen, ihre Homosexualität öffentlich zu machen. Spieler wie Marius Müller sind Teil dieses Problems.

Der FCL hat mittlerweile eine Stellungnahme veröffentlicht und sich für die Aussagen des eigenen Spielers entschuldigt. Darin sind nicht nur die gängigen PR-Floskeln für solche Situationen zu finden, sondern in der ersten Version auch ein Schreibfehler beim Wort «homophob». Das zeigt, wie viel diese Entschuldigung wert ist und wie viel Zeit der Klub darin investiert hat.

Dass sich der Klub entschuldigt, ist dennoch grundsätzlich ein guter erster Schritt. Noch viel wichtiger ist aber eine Stellungnahme und Entschuldigung von Müller selbst. Die 3 Sätze, die Müller vor kurzem auf Instagram geschrieben hat, werden den Ansprüchen kaum gerecht.

Die Entschuldigung von Marius Müller.
Die Entschuldigung von Marius Müller.Bild: screenshot instagram

Der Keeper hätte sich nicht nur entschuldigen, sondern auch zeigen müssen, dass er verstanden hat, warum solche Aussagen problematisch sind. Er hätte glaubhaft machen müssen, dass er solche Worte nicht mehr verwenden wird. Erst dann bewegt sich auch der Fussball in die richtige Richtung. Doch das kommt aus Müllers Entschuldigung nicht heraus.

Info: Der Text wurde nach dem Erscheinen von Müllers Entschuldigung leicht angepasst.

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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JtotheP
15.08.2022 12:57registriert Februar 2018
Doch die reicht so.

Was wollt ihr erzwingen? Entweder tut es ihm ehrlich leid oder halt nicht.
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ehyou
15.08.2022 11:49registriert August 2018
Es gibt nichts schwierigeres als die Tatsache, es allen recht zu machen.
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Forrest Gump
15.08.2022 15:39registriert Februar 2014
Ertappe mich manchmal selbst dabei, wie ich Sachen noch als "schwul" bezeichne. Obwohl ich keinerlei Probleme mit Homosexuellen habe, die ganze LGBTQ Bewegung voll und ganz unterstütze und selbst Bekannte habe, die homosexuell sind. War leider in der Schulzeit so, dass das Wort so benutzt wurde und ab und zu rutscht es immernoch raus. Kann mir vorstellen, dass es hier in der Hitze des Gefechts ähnlich war. Trotzdem wären so ein bisschen mehr als 3 Sätze auf Insta angebracht gewesen.
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