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Yoric Ravet auf dem Weg, um sein Trikot den GC-Fans zu übergeben.
Yoric Ravet auf dem Weg, um sein Trikot den GC-Fans zu übergeben.Bild: KEYSTONE
Kommentar

Denn sie wissen nicht, was sie tun

13.05.2019, 09:4313.05.2019, 16:39

Nach 70 Jahren steigt Rekordmeister GC aus der Super League ab – und zwar mit Schimpf und Schande. Seit Wochen war klar, dass es kein Entrinnen gab, dennoch kletterten einige Fans des einstigen Nobelklubs in Luzern über die Abschrankungen und provozierten so einen Spielabbruch. Den zweiten in dieser Saison.

Bereits vor zwei Monaten in Sion sorgten einige GC-Hooligans mit Fackelwürfen dafür, dass eine Super-League-Partie nicht zu Ende gespielt werden konnte. Der fehlende Dialog mit der Klubführung sei Grund für den provozierten Spielabbruch gewesen, hiess es damals aus der Kurve. Eine fadenscheinige Ausrede, wie der Vorfall in Luzern nun gezeigt hat.

Dem GC-Mob ging es einzig darum, die eigenen Spieler zu demütigen. Bis auf die Unterwäsche sollten diese sich ausziehen und ihre Trikots, Hosen und Stulpen der Kurve übergeben – gemäss ihrem immer wieder skandierten Motto: «Wir sind GC. Was seid ihr?» Dass die Spieler angeführt von Präsident Stephan Rietiker der Forderung nachkamen, veranschaulicht die Ohnmacht und die Hilflosigkeit, wie mit dem Gewaltproblem im Stadion umgegangen wird.

GC-Fans sorgen in Luzern für einen Spielabbruch.Video: YouTube/SRF Sport

Am Ende sind die Chaoten die grossen Sieger. Sie haben gekriegt, was sie wollten, und fühlen sich darin bestätigt, die Hüter der letzten GC-Ehre zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Mit ihrem Verhalten schaden sie ihrem Klub – und zwar mehr, als sie sich denken können. Denn sie lenken von den wahren Problemen ab. Am Tag nach dem Abstieg spricht alles nur vom Spielabbruch, statt die sportlichen und wirtschaftlichen Versäumnisse aufzuarbeiten.

Ausserdem sorgen die Chaoten dafür, dass sich immer mehr GC-Anhänger vom Klub abwenden, weil sie es schlicht satt haben, dass ein paar Fans mit ihren Skandalen und Randalen um Aufmerksamkeit betteln und so einen ganzen Sport terrorisieren.

Der taumelnde Grasshopper Club, der heute um 10 Uhr eine Pressekonferenz gibt, hat vor den Hooligans längst kapituliert und fordert die Justiz, Polizei, den SFV und auch die Liga auf, bei der Lösung des Problems mitzuhelfen. Sanktionen gegen die Klubs – es wird saftige Bussen und wohl Geisterspiele geben – reichen alleine nicht aus.

Doch wie weiter? Bislang hat keine der ergriffenen Massnahmen gefruchtet. Dabei gibt es Lösungsansätze: Die Gästesektoren in den Stadien könnten wie teilweise im Eishockey nur mit Identitätskontrollen betreten werden dürfen. Hochrisikospiele könnten ohne Gästefans durchgeführt werden. Gewalttätige Hooligans müssten identifiziert und der Justiz übergeben werden können.

Unpopuläre Massnahmen, klar. Aber vielleicht die einzigen, die noch fruchten. Denn bislang lässt sich über alle Beteiligten nur eines sagen: Denn sie wissen nicht, was sie tun. (red)

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GC-Fans sorgen für Spielabbruch in Luzern

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GC-Fans sorgen für Spielabbruch in Luzern
quelle: keystone / str
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