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Goalie Lindner, Präsident Rietiker (verdeckt) und Teammanager Künzli unterhalten sich mit den Rädelsführern. bild: srf

GC spricht nach Spielabbruch von «menschlich fragwürdigem Verhalten»

Der Abstieg des ruhmreichen Grasshopper Clubs wird von erneuten Fan-Ausschreitungen überschattet. In Luzern provozierten Chaoten einen Spielabbruch – und verblüfften mit einer aussergewöhnlichen Forderung.



Rekordmeister GC muss nach 70 Jahren wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Als die Zürcher am Nachmittag in Luzern einmal mehr chancenlos sind und mit 0:4 zurück liegen, provozieren einige ihrer Anhänger einen Spielabbruch. Schon wieder: Bereits bei der sich anbahnenden Auswärtspleite in Sion im März sorgten Grasshopper-Fans dafür, dass nicht mehr weitergespielt werden konnte.

«Das ist beschämend und schlicht inakzeptabel», teilt der Grasshopper Club kurz nach dem Vorfall in Luzern mit. Zwar habe man Verständnis für die Frustration über die schwachen Leistungen des Teams. Aber: «Randalierer machen auf diese Weise den Fussballsport kaputt.» Der Klub verurteile die Gewalttaten und Unsportlichkeiten ein weiteres Mal aufs Schärfste. «Die neue Klubleitung hat wiederholt betont, dass sie den Dialog mit allen Fan-Gruppierungen sucht und pflegt. Chaoten und Randalierer aber sind keine Fans.»

Der Klügere gibt nach

Die Rädelsführer lassen sich auch von Goalie Heinz Lindner und Präsident Stephan Rietiker nicht überzeugen, sich wieder auf ihre Tribünenplätze zu begeben, damit die Partie zu Ende gespielt werden kann. Stattdessen deponieren sie die Forderung, dass die Spieler vor ihnen Trikot und Hose ausziehen sollen, weil sie dem Dress des Grasshopper Club unwürdig seien.

«Ich kann den Unmut der Fans irgendwie verstehen. Ich habe mit ihnen das Gespräch aufgenommen und versucht zu verhandeln. Aber es war relativ schnell klar, dass Weiterspielen keine Option mehr war.»

Heinz Lindner, GC-Torhüter srf

GC kommt dieser Aufforderung teilweise nach, indem die Spieler ihre Trikots den Anhängern überreichen.

Der Klub erklärt: «Weil die Situation zu eskalieren drohte, haben wir in Absprache mit den Sicherheitskräften entschieden, der Kurve die Trikots zu übergeben.» Es sei um die Sicherheit der Spieler und der friedlichen Zuschauer gegangen. «Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir damit das unsportliche und menschlich fragwürdige Verhalten gutheissen», heisst es in der Mitteilung weiter.

«Die Spieler liessen das über sich ergehen, ohne gross aufzumucken. Es war wichtig, dass es keine weiteren Ausschreitungen gab.»

Uli Forte, GC-Trainer srf

«Mit Bussen und Sanktionen ist es nicht getan»

Nach dem Spielabbruch in Sion wurde die Partie mit 0:3 gegen GC gewertet. Das wird zweifelsohne auch nun der Fall sein und hinzu muss der in Niederhasli beheimatete Klub mit einer Busse in fünfstelliger Höhe rechnen. Denkbar ist auch, dass eines oder mehrere Geisterspiele verhängt werden.

Grasshopper Julien Ngoy reagiert im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC St. Gallen im Letzigrund, am Samstag, 4. Mai 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

GC-Spieler Ngoy im leeren Letzigrund-Stadion: Bald von der Liga angeordnet? Bild: KEYSTONE

Für den 133 Jahre alten Grasshopper Club Zürich ist das alleine aber keine Lösung des Problems. Er fordert «die Justiz, Polizei, den SFV und auch die Liga auf, jetzt ebenfalls ernsthaft über die Bücher zu gehen. Mit Bussen und Sanktionen gegen die Klubs ist es nicht getan.» Es sei nicht nur GC von Problemen dieser Art betroffen. «Man kann die Fussballklubs in dieser Situation nicht alleine lassen.» (ram)

Noch 3 x Super League

Am Donnerstag tritt GC auswärts bei Meister YB an. Eine Woche später, am 22. Mai, kommt es im Letzigrund gegen Sion zum vorerst letzten Heimspiel in der Super League. Die Abstiegssaison endet am Samstag, 25. Mai in Lugano.

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