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Island oder Frankreich? Für mich eine sehr schwere Entscheidung.

«HUH» oder «Allez, les Bleus»? Mein Dilemma zwischen Underdog und Gastgeber

In den bisherigen Viertelfinals waren meine Sympathien klar auf einer Seite. Doch im Spiel Frankreich gegen Island kann ich mich irgendwie nicht für ein Team entscheiden – mache es aber am Ende doch. 



Heute Abend um 21 Uhr in Saint Denis, nur einen Katzensprung nördlich von der französischen Hauptstadt Paris, kommt es im Stade de France zum letzten Duell um einen Platz unter den besten vier Mannschaften in Europa. Frankreich gegen Island, Gastgeber gegen EM-Neuling, Stars gegen Nobodys. Und ich? Mit welchem Team soll ich heute Abend mitfiebern?

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Dieses Duell spaltet heute Abende mein Fussballherz: Frankreich gegen Island. twitter

Eine Frage, die sich mir in den bisherigen Viertelfinal-Duellen nicht stellte:

Jetzt aber zurück zu meinem Dilemma: Frankreich oder Island? Bereits bevor das Turnier begonnen hatte, waren meine Sympathien bei den Franzosen – so habe ich den Gastgeber dann auch als Europameister getippt: 

Wer wird Europameister?

«Frankreich schafft den Coup an der Heim-EM. Nach der lockeren Gruppenphase werden Les Bleus vom Publikum zum Titel getragen – dies auch, weil die beiden Hauptkonkurrenten Deutschland und Spanien patzen.»

Mein Statement vor Beginn der EM

Es kam zum Eröffnungsspiel und das Siegestor von Dimitri Payet versetzte mich ein erstes Mal an dieser EM in Ekstase. Ich hatte danach das Gefühl, dieses Tor war für Frankreich noch der letzte Kick auf dem Weg zum Titel. Im weiteren Turnierverlauf imponierte mir die Art und Weise, wie «Les Bleus» dem Druck einer stolzen Nation immer wieder entgegen hielten. Nicht mit viel Glanz, aber mit einer Menge Leidenschaft. Eine neue, junge Generation hat den Traum, ein ganzes Land zu verzücken.

Merci, Dimitri!

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Payet schiesst Frankreich in Extremis zum Sieg im Eröffnungsspiel gegen Rumänien.
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Und die Isländer? Ich gebe zu, so wirklich auf dem Schirm hatte ich diese Truppe nicht. Doch dann waren sie plötzlich da und lieferten gegen Österreich ein Beispiel für Wille und Mannschaftsgeist ab. Während unsere hochgehandelten Nachbarn fast schon lustlos und gehemmt auftraten, warfen die Isländer alles in die Waagschale. Es machte einfach Freude, diesen tapferen Wikingern zuzuschauen. Die Partie endete mit einem der schönsten Momente an dieser EM: Der Mann mit dem klingenden Namen Arnór Ingvi Traustason schloss in der Nachspielzeit einen isländischen Konter zum 2:1-Sieg ab. Die Videos dazu kennst du wohl schon. Was, nicht? Also gut:

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Die Fans in Reykjavik.
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Der legendäre Livekommentar nach dem zweiten Tor gegen Österreich.

Aus den Fesseln gelöst

Frankreich bekam es im Achtelfinal mit Irland zu tun. Die «grüne Insel» war euphorisiert und nach einem frühen Vorsprung gegen die «Les Bleus» wohl im siebten Himmel. Der Favorit liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen, überzeugte in der zweiten Halbzeit und zog den Iren den Zahn. Antoine Griezmann war mit seinen zwei Toren der Mann des Spiels und peilt die Torjägerkrone an.

epa05392387 Antoine Griezmann of France reacts after the UEFA EURO 2016 round of 16 match between France and Ireland at Stade de Lyon in Lyon, France, 26 June 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/SERGEY DOLZHENKO   EDITORIAL USE ONLY

Antoine Griezmann schoss Frankreich mit zwei Toren im Viertelfinal eine Runde weiter.
Bild: SERGEY DOLZHENKO/EPA/KEYSTONE

Ich war beeindruckt, wie sich die Mannschaft unter diesem Druck aus den Fesseln des Underdogs löste und den nächsten Schritt zum heimischen Titelgewinn machte – «Allez, les Bleus!».

Der Vulkan explodiert 

Das gleiche passierte einen Tag später, aber aus der Sicht des Aussenseiters. Island steckte den frühen Rückschlag im Achtelfinal gegen England weg, als hätte ein gewisser Wayne Rooney nur noch etwas Schwarzpulver in den brodelnden Vulkan geworfen. Es folgte die Explosion und der ganz grosse Schock für das Mutterland des Fussballs. Weiter Einwurf, per Kopf weitergeleitet und den Ball über die Linie gedrückt – 1:1. Die englische Abwehr mit schnell Pässen ausgespielt, aus 16 Meter einfach mal draufgehalten und die Bahnschranke Joe Hart war ein zweites Mal bezwungen. Island steht im Viertelfinalson – «HUH!».

epa05395426 Aron Gunnarsson (front) of Iceland and his teammates celebrate after the UEFA EURO 2016 round of 16 match between England and Iceland at Stade de Nice in Nice, France, 27 June 2016. Iceland won 2-1.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/SEBASTIEN NOGIER   EDITORIAL USE ONLY

Island feiert den Sieg gegen England im EM-Viertelfinal. Bild: SEBASTIEN NOGIER/EPA/KEYSTONE

Die erste richtig grosse Sensation an dieser EM war Tatsache. Ein ganzes Land auf den Beinen und in einer Dauereuphorie – und ich fühlte mich mittendrin. Ich machte aus meinem Namen einen isländischen, wollte mehr wissen über diese No-Names und las jede mir zugeflogene Geschichte über dieses Wunder.

Tschauson, Island!

Ach, ich wünschte es könnten beide Mannschaften im Turnier bleiben, aber eine EM ist kein Wunschkonzert. Darum habe ich mich entschieden: Ich drücke den Franzosen die Daumen.

Football Soccer - EURO 2016 - Lyon, France - 26/6/16 - France fans celebrate their team's win against the Republic of Ireland in Lyon, France.    REUTERS/Wolfgang Rattay

Heute werde ich für Frankreich trommeln.
Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Die Isländer haben ihr Märchen auch ohne einen Sieg im Viertelfinal geschrieben und einen Platz irgendwo in meinem Fussballherz eingenommen. Zudem will ich nicht, dass die Wikinger im Halbfinal von Deutschland zerzaust werden, sondern dass Frankreich den Weltmeister im Halbfinal aus dem Turnier wirft und am 10. Juli zum finalen Schlag ausholen kann. 

In diesem Sinne: «Allez, les Bleus!» und «Tschauson Island».

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Dafür feiern wir in dieser Bildstrecke die isländischen EM-Helden ;)

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    Alle Leser-Kommentare
  • #10 03.07.2016 20:21
    Highlight Highlight Island-Fans haben tatsächlich Hochkonjunktur, und die Empathie verstehe ich auch. Nur, um Fussball geht es dabei nicht. Eher um emotionale Schwärmerei für die Kleinen. Kaum einer der plötzlichen Island-Fans könnten ausser bei Bjarnason den Verein nennen, bei dem einer der Isländer spielt. - Und das "Huh", na ja. Und der ausgeflippte Kommentator nervt dann auch bald einmal. - Drum: #FiersdetreBleus
    • Bowell 03.07.2016 22:00
      Highlight Highlight Bleus im Sinne von Islandblau;)?
  • azoui 03.07.2016 20:06
    Highlight Highlight Für mich kein Dilema – go Island - go!
  • FatPixie 03.07.2016 19:50
    Highlight Highlight Du sprichst mir aus der Seele!
    Warum nur mögen plötzlich alle die Deutschen? Ein EM-Sieg würde zwangsläufig eine weitere musikalische Schweinerei wie "Ein Hoch auf Uns" hervorbringen. Das halt ich nicht aus. Allez les bleus!
    • kurdt71 03.07.2016 21:08
      Highlight Highlight Weil sie den besten Fussball spielen?
      Warum kommt der Begriff Überheblichkeit immer wieder ins Spiel? Neid?
      Was wurde in der CH Presse über die Schweiz geschrieben: EM Titel, wir sind ja soo gut etc.
      Ist das überheblich? Nein, ich nenne das Selbstvertrauen. Das gehört zum Erfolg.
    • FatPixie 03.07.2016 21:52
      Highlight Highlight Vlt. ist es Neid, ich hab' keine Ahnung. Habe ja auch nie behauptet, dass die Abneigung rational begründet ist. Klar, die Deutschen spielen guten Fussball - aber EM-Präferenzen basieren in den meisten Fällen ja nicht nur auf solch sachlichen Gründen; wär ja langweilig, wenn die ganze Welt anerkennend nickend die Deutschen unterstützen würde ;)
  • Matthiah Süppi 03.07.2016 19:34
    Highlight Highlight 👏🏼HUH! 👏🏼HUH! 👏🏼HUH! 👏🏼HUH! 👏🏼HUH! 👏🏼HUH!👏🏼HUH!
    🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸🇮🇸
  • Ratchet 03.07.2016 19:23
    Highlight Highlight Bei mir herrscht das Motto: "Alles ausser Frankreich".
    Warum?
    1. Französische Überheblichkeit: die im Artikel erwähnte Deutsche ist im Vergleich ein Witz
    2. Diese "Wegwerf-Star" Mentalität: Pogba, Payet und jetzt wieder Griezmann! Sie wechseln ihre Stars schneller als Unterhosen. Was mich daran stört, ist dass die weggeworfenen Stars von einem Tag aufs anderen zum grössten Buhmann werden und von allen im Stich gelassen werden. (siehe Benzema oder Pogba)
    3. Dieses regelmässige Losglück: Von allen Halbfinalisten hätte Frankeich mit Abstand den einfachsten Weg hinter sich.
    • Indiigo 03.07.2016 19:49
      Highlight Highlight Ich teile die gleiche Meinung mit Deutschlad
    • rohypnoel 03.07.2016 20:11
      Highlight Highlight zu 1: Ich meinerseits bin Fan der Franzosen und musste mir schon einiges anhören ala "Schneckenfresser" und "seit der wm 2006 ist Frankreich nur noch ein witz". Was ich aber noch nie gehört hab, ist das wir ünerheblich sind. Weshalb denn das?
      zu 2: Du weist schon weshalb Benzema (berechtigt) zum Buhmann wurde. (wenn nicht google mal "Benzema Valbuena Sextape). Und wann war Pogba der Buhmann von Frankreich?
      zu 3: Ja ich gebe zu Island und Irland sind auf dem Papier "Losglück", aber man sieht ja diese WM was einem das bringt.
      Nichts gegen Kritik an der Equipe Tricolore, aber wenn dann sachlich.
    • #10 03.07.2016 20:35
      Highlight Highlight Oooh, pflegen wir wieder ein paar gängige Vorurteile, in der Deutschschweiz widerspricht jemand, oder?
      - "Überheblichkeit": okay, schreibst du einfach mal so hin, einen "Beleg" hast du auch noch parat?
      - ja, sie haben tatsächlich viele Klassespieler. Davon spielen die 11, welche einsatzfähig sind und der Trainer gerade für die Besten hält. Absurd, von "Wegwerfmentalität" und "im Stich lassen" zu schreiben. Benzema ist ist eine Sexvideo-Erpressungsgeschichte verstrickt, Pogba spielt unter den Erwartungen.
      "Losglück": Es ist nicht Frankreichs Problem, dass sich Irland vor BEL/SWE klassierte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • äti 03.07.2016 18:45
    Highlight Highlight Der Final steht längst glasklar fest: Wales : Island. Was denn sonst!
  • Luca Brasi 03.07.2016 18:33
    Highlight Highlight Hat eigentlich "wettinho" auch beim besten Torschützen auf Frankreich gesetzt? ;)
    • Janick Wetterwald 03.07.2016 18:41
      Highlight Highlight Nein, den Topscorer-Tipp kann ich jetzt abhacken. Schade für mich, sehr schade für Mario Gomez. :(
    • Luca Brasi 03.07.2016 18:57
      Highlight Highlight Oh, aber vieleicht springt ja noch einer in die Bresche bis zum und mit dem Final. Draxler oder Müller vielleicht? Mit 3 Toren ist man ja schon wieder vorne dabei.

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