DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Eskalation nach Doping-Vorwürfen: Russlands Leichtathletik-Verband ist vorläufig suspendiert

Russland ist ab sofort provisorisch aus dem Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) ausgeschlossen worden. Diesen Beschluss fasste das Council der IAAF angesichts der gravierenden Dopingvorwürfe.



Diesen einschneidenden Beschluss fasste das Council der IAAF am Freitagabend nach einer mehrstündigen Telefonkonferenz seiner 24 anwesenden Mitglieder. Die Athletinnen und Athleten Russlands dürfen bis auf weiteres nicht mehr bei internationalen Veranstaltungen starten. Den Russen droht damit auch ein Olympia-Ausschluss für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro, weil die Sperre vorerst unbefristet ist. 22 Council-Mitglieder stimmten einer IAAF-Mitteilung zufolge für den provisorischen Ausschluss, einer votierte dagegen.

epa05019661 IAAF President Lord Sebastian Coe attends the 'Future Decoded' conference in London, Britain, 10 November 2015. A World Anti-Doping Agency (WADA) commission on 09 November 2015 recommended athletics governing body IAAF to suspend Russian athletes from competition as it reported on its investigation into systematic doping in Russia.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

IAAF-Präsident Sebastian Coe zieht andere Saiten gegen Russland auf.
Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

«Das war ein beschämender Weckruf, und wir sind uns einig, dass Betrug auf keiner Ebene toleriert wird», sagte der IAAF-Präsident Sebastian Coe. Der Weltverband habe die derzeit härtestmögliche Strafe gegen den russischen Verband verhängt, hiess es im IAAF-Communiqué weiter. Aber man sei sich einig, dass «das gesamte System nicht nur in Russland, sondern weltweit versagt» habe.

Stundenlanger Telefon-Marathon

Die Debatte um den Ausschluss Russlands hatte um 19 Uhr begonnen. Coe leitete das Meeting von London aus, die Mitglieder des IAAF-Councils wurden in einer Telefonkonferenz zugeschaltet. Zunächst erhielt Russlands Council-Mitglied Michail Butow Gelegenheit, die Position seines Verbands zu erklären. Danach durfte Butow nicht mehr an der Konferenz teilnehmen. Nach der Diskussion wurde zu später Stunde über eine Suspendierung des russischen Verbands abgestimmt.

Acting president of the Russian Athletics Federation (ARAF) Vadim Zelichenok meets with journalists at his office in Moscow, Russia, November 10, 2015. REUTERS/Maxim Shemetov

Vadim Zelichenok, dem Präsidenten des russischen Leichtathletik-Verbands stehen schwierige Zeiten bevor.
Bild: MAXIM SHEMETOV/REUTERS

Eine Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte am Montag in einem mehr als 300-seitigen Report ein gigantisches Doping- und Korruptionssystem in der russischen Leichtathletik angeprangert. Sie schlug unter anderem den Ausschluss des nationalen Verbandes aus der IAAF vor.

Angesichts des drohenden Olympia-Ausschlusses russischer Leichtathleten hatte der russische Sportminister Witali Mutko bereits im Vorfeld wirksamere Schritte im Anti-Doping-Kampf angekündigt. «Wir sind bereit, öffentlich und freiwillig zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Falls nötig, ändern wir das System», hatte er aus Moskau vor Beginn der IAAF-Sitzung in London gesagt. Mutko fügte auch hinzu, dass er auf ein «nachvollziehbares» Urteil hoffe. Einige Vorwürfe seien «absurd». Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin warnte vor einer «Kollektivstrafe» gegen russische Sportler. «Unschuldige Athleten müssen geschützt werden», forderte er. Nun ist es fürs Erste anders gekommen.

Glamour-Girl fühlt sich ungerecht behandelt

Betroffen von einem Olympia-Ausschluss, sofern er Tatsache wird, wäre auch die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa. Das Glamour-Girl hatte sich strikt gegen eine «Kollektivstrafe» für die russischen Leichtathleten ausgesprochen. «Unschuldigen und unbeteiligten Sportlern die Teilnahme an internationalen Wettbewerben der IAAF oder den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zu verwehren, ist ungerecht», betonte die zweifache Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin in einem offenen Brief, aus dem die Nachrichtenagentur Tass am Freitag zitierte.

Russian Yelena Isinbayeva poses in front of the score board after jumping a new world record in the women's polevault, at the Athletissima athletics meeting in Lausanne, Switzerland, Tuesday, July 5, 2005. (KEYSTONE/Fabrice Coffrini)

Jelena Isinbajewa appelliert an die IAAF-Führung.
Bild: KEYSTONE

«Während meiner ganzen sportlichen Karriere war ich ehrlich. Ich trainierte, gewann Weltmeisterschaften und Olympische Spiele und stellte Weltrekorde auf. Alle meine Siege waren sauber und verdient», betonte Isinbajewa. «Ich beachtete – und beachte weiterhin – alle Anti-Doping-Regeln.» Sie hoffe «auf die Vernunft der IAAF-Führung». Die 33-Jährige plant nach einer Babypause 2014/15 im kommenden Jahr ihr Comeback bei den Olympischen Spielen in Rio.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Der Biss war entscheidend» – der SCB schlägt Davos und trifft im Viertelfinal auf Zug

Auch die zweite Achtelfinalserie in den Playoffs endet mit einer Überraschung. Der SC Bern gewinnt das entscheidende dritte Spiel beim HC Davos mit 3:0. Vincent Praplan erzielt die ersten beiden Tore.

Damit treffen die Berner in den Viertelfinals ab Dienstag auf Qualifikationssieger Zug. Es ist die Neuauflage des Playoff-Finals von 2019. Vor fünf Jahren gewann der SC Bern vom 8. Startplatz aus unter Notnagel-Trainer Lars Leuenberger den Titel. Ist das auch unter dem 33-jährigen Juniorentrainer Mario Kogler wieder möglich? Zug tut auf jeden Fall gut daran, die Berner nicht zu unterschätzen - obwohl der EVZ in der Qualifikation mehr als doppelt so viele Punkte gewann (119:56).

Denn Bern kann …

Artikel lesen
Link zum Artikel