Vonn feiert den 84. Weltcupsieg – Janine Schmitt in Zauchensee nur knapp neben dem Podest
Nur ein Sondereffort ermöglichte in Zauchensee angesichts des Wintereinbruchs ein Rennen – vom dritten Reservestart. Und eine Schweizerin packte die Chance beim Schopf. Die 25-jährige St.Gallerin Janine Schmitt raste mit Startnummer 24 auf den 5. Platz, das erste Mal, dass sie in ihrer Karriere im Weltcup in die Top 15 fährt.
Schmitt, deren Bestresultat bisher ein 17. Platz im letzten Jahr in einem Super-G in Garmisch war, war damit in der kurzen Abfahrt mit einer Fahrzeit von nur gut 66 Sekunden mit Abstand die beste Schweizerin. Zu ihrem starken Auftritt sagt Schmitt: «Es ist eine Erleichterung. Im letzten Jahr ging es nicht so auf, wie ich es mir wünschte. Das Wichtigste war, die Fahrt zu geniessen und die richtigen Schwünge zu zeigen.» Auch Malorie Blanc zeigte mit dem 13. Rang eine solide Leistung.
Vonn: «Alles passt zusammen»
An der Spitze thronte ungefährdet Lindsey Vonn, die mit stattlichen 37 Hundertsteln Vorsprung auf die Norwegerin Kajsa Lie ihren 84. Weltcupsieg, den 45. in der Abfahrt, feierte. Die 41-jährige Amerikanerin fuhr in der vierten Abfahrt der Saison zum vierten Mal auf das Podest. Dieses komplettierte Vonns Landsfrau Jacqueline Wiles. Zwischen der Zweitplatzierten Lie und der Dreizehnten Blanc lag weniger als eine halbe Sekunde.
«Es schaut vielleicht leicht aus, ist es aber nicht. Im letzten Jahr fragten sich alle, warum ich das mache. Aber ich habe an meinem Plan festgehalten. Endlich passt nun alles zusammen», erzählt Vonn nach dem Rennen. Bereits in St. Moritz konnte sich die beste Abfahrerin der Geschichte den Sieg sichern. Trotz allem bleiben die Olympischen Spiele in Cortina das grosse Ziel der 41-Jährigen: «Ich fahre mit viel Intensität und auch aggressiv. Aber es ist noch nicht am Limit. Ich werde dann im Februar alles geben. Aktuell ist es von der Intensität her eher noch bei 90 Prozent.»
Kurz nach ihrem Auftritt telefonierte Vonn noch mit ihrem Vater. Dieser habe ihr dann gesagt: «Das war nicht schlecht für eine alte Frau.» Die nun 84-fache Weltcupsiegerin stellte auch klar, dass ihr Vater sehr wichtig für sie ist: «Er unterstützt mich immer und weiss was ich kann.»
Suter ist wieder da
Ein geglücktes Comeback gab auch Corinne Suter. Die Weltmeisterin von 2021 und Olympiasiegerin belegte mit 1,1 Sekunden Rückstand den 22. Platz. Nach einem Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, den sie sich im Training zugezogen hatte, kam sie zu ihrem ersten Einsatz in diesem Winter – mit Startnummer 1 bei perfekter Piste, aber nicht unbedingt den schnellsten Bedingungen. Die weiteren Schweizerinnen verpassten die Punkteränge.
«Ich bin froh, dass ich heute gefahren bin, auch wenn es nicht einfach war, das Rennen direkt zu eröffnen. Es braucht noch ein wenig Arbeit. Auf dem Ski bin ich bisher nicht ganz wohl und traue mir auch noch nicht alles zu», gestand Suter nach ihrem Comeback.
Saisonende für ÖSV-Ass Egger
Einen schwarzen Tag erlebten beim Heimrennen die Österreicherinnen. Cornelia Hütter, die Siegerin der letzten Abfahrt in Val d'Isère, war als 20. die Beste. Es ist das schlechteste Resultate des ÖSV seit 2010, als als Anna Fenninger in Haus im Ennstal 21. war. Die Siegerin bereits damals: Lindsey Vonn.
Noch schlimmer erwischte es Magdalena Egger. Die Zweite von St. Moritz Mitte Dezember stürzte und zog sich unter anderem einen Kreuzbandriss zu. Ihre Saison ist damit beendet. (riz/sda)
