Aaltonen schiesst SCB in Zürich zum Overtime-Sieg – Zug kassiert 9. Pleite in Serie
Zürich – Bern 3:4 n. V.
In Lugano zuletzt verschmäht, hätte der bis zum Saisonende an den SC Bern ausgeliehene Mike Sgarbossa bei seinem Debüt für seinen neuen Klub zum grossen Matchwinner werden können. Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit lief der Kanadier alleine auf ZSC-Goalie Robin Zumbühl zu, verpasste jedoch seinen zweiten Treffer an diesem Abend.
In der anschliessenden Verlängerung entschied Miro Aaltonen mit dem 4:3 das hochstehende Duell zugunsten des SCB. Zuvor hatte der Schweizer Meister ZSC Lions zweimal eine Berner Führung ausgeglichen und war in der 47. Minute durch das 3:2 von Vinzenz Rohrer erstmals in Führung gegangen. Den 3:3-Ausgleich erzielte Aaltonen knapp zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit. So erfolgreich der mitten im Strichkampf befindliche SCB derzeit auswärts ist, so wenig erfolgreich agiert er vor eigenem Publikum: Die letzten drei Heimspiele gingen verloren.
ZSC Lions - Bern 3:4 (0:1, 1:1, 2:1, 0:1) n.V.
12'000 Zuschauer (ausverkauft). SR Stricker/Tscherrig, Duc/Bichsel.
Tore: 8. Häman Aktell (Lehmann, Ejdsell) 0:1. 21. (20:37) Frödén (Grant, Andrighetto/Powerplaytor) 1:1. 28. Sgarbossa (Kreis) 1:2. 44. Riedi (Balcers, Kukan/Powerplaytor) 2:2. 47. Rohrer (Grant, Andrighetto) 3:2. 59. Aaltonen (Sgarbossa, Untersander) 3:3 (ohne Torhüter). 63. Aaltonen (Loeffel, Merelä) 3:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Malgin; Ejdsell.
ZSC Lions: Zumbühl; Kukan, Geering; Lehtonen, Marti; Yannick Weber, Schwendeler; Trutmann; Rohrer, Malgin, Balcers; Frödén, Grant, Andrighetto; Aberg, Sundström, Riedi; Baltisberger, Sigrist, Baechler; Gruber.
Bern: Reideborn; Loeffel, Häman Aktell; Untersander, Kreis; Kindschi, Füllemann; Rhyn; Merelä, Aaltonen, Marchon; Lehmann, Sgarbossa, Ejdsell; Vermin, Müller, Scherwey; Ritzmann, Graf, Alge; Levin Moser.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Bader, Hollenstein (beide verletzt) und Hrubec (überzähliger Ausländer), Bern ohne Baumgartner, Bemström, Lindholm, Simon Moser (alle verletzt), Zurkirchen (krank) und Jakowenko (überzähliger Ausländer). Bern von 57:48 bis 58:10 ohne Torhüter.
Genf – Zug 4:1
Der EV Zug fand auch gegen den Lieblingsgegner Servette (9 Siege aus den letzten 11 Direktbegegnungen) nicht in die Erfolgsspur zurück. 24 Stunden nach dem 2:4 zuhause gegen Schlusslicht Ajoie verlor der EVZ mit 1:4 auch in Genf. Im Duell zwischen dem formstärksten und -schwächsten Team der Liga resultierte für den Champions-League-Halbfinalist wettbewerbsübergreifend die neunte Niederlage in Serie und schlittert damit immer tiefer in die Krise.
Eine derart unrühmliche Serie hat der Schweizer Meister von 1998, 2021 und 2022 in der Playoff-Ära (seit 1985/86) erst einmal erlebt – und das ist noch nicht lange her. Vor zwei Saisons kassierte der EV Zug gegen Ende der Qualifikation ebenfalls acht Niederlagen am Stück, erreichte als Vierter jedoch problemlos die Playoffs, in denen er im Halbfinal mit 0:4 Siegen gegen den späteren Meister ZSC Lions ausschied.
Bei Servettes achtem Sieg in neun Spielen war der Genfer Topskorer Markus Granlund mit einem Tor und drei Assists an sämtlichen Treffern des Heimteams beteiligt. Nun reist der EVZ für das Halbfinal-Rückspiel der Champions Hockey League am Dienstag in Lulea nach Schweden.
Servette - Zug 4:1 (1:0, 3:1, 0:0)
7135 Zuschauer (ausverkauft). SR Borga/Lemelin, Abbet/Altmann.
Tore: 5. Saarijärvi (Granlund) 1:0. 24. (23:11) Granlund (Praplan, Saarijärvi/Powerplaytor) 2:0. 25. (24:42) Kubalik (Tatar/Powerplaytor) 2:1. 31. Jooris (Granlund, Puljujärvi/Powerplaytor) 3:1. 37. Karrer (Akeson, Granlund) 4:1.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Granlund; Kubalik.
Genève-Servette: Mayer; Saarijärvi, Chanton; Rutta, Berni; Karrer, Le Coultre; Sutter, Schneller; Puljujärvi, Granlund, Vesey; Bozon, Pouliot, Ignatavicius; Praplan, Jooris, Akeson; Miranda, Verboon, Rod.
Zug: Genoni; Sklenicka, Riva; Schlumpf, Tobias Geisser; Stadler, Mischa Geisser; Moret; Künzle, Kovar, Wingerli; Kubalik, Tatar, Hofmann; Vozenilek, Senteler, Herzog; Lindemann, Leuenberger, Antenen; Wey.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Brassard, Hischier, Richard (alle verletzt) und Manninen (krank), Zug ohne Balestra, Bengtsson, Diaz, Guerra und Martschini (alle verletzt).
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Ajoie – Davos 2:5
Ajoie ist es seit dem Aufstieg in die National League im Frühjahr 2021 erst zweimal gelungen, drei Partien in Folge zu gewinnen. Dabei bleibt es vorerst. Im Heimspiel gegen Leader Davos verpasste es der Tabellenletzte, nach den Siegen gegen die SCL Tigers (2:1 n.P.) und Zug (4:2) eine perfekte Woche zu krönen. Allerdings war der 5:2-Erfolg für den HCD im Jura ein hartes Stück Arbeit. Die Bündner Tore vom 2:2 zum Endstand fielen zwischen der 48. und 58. Minute. Das Siegtor für die zuvor auf fremdem Eis viermal sieglosen Gäste erzielte der Schwede Simon Ryfors im Powerplay.
Ajoie - Davos 2:5 (0:0, 1:2, 1:3)
4391 Zuschauer. SR Wiegand/Weber, Steenstra/Stalder.
Tore: 31. Asplund (Stransky) 0:1. 33. Wick (Sopa, Berthoud/Powerplaytor) 1:1. 38. Tambellini (Barandun) 1:2. 42. Devos (Hazen, Nättinen/Powerplaytor) 2:2. 48. (47:17) Ryfors (Tambellini, Frick/Powerplaytor) 2:3. 49. (48:24) Frehner (Andersson) 2:4. 58. Gredig (Barandun) 2:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ajoie, 4mal 2 Minuten gegen Davos.
PostFinance-Topskorer: Honka; Stransky.
Ajoie: Ciaccio; Christe, Honka; Pilet, Friman; Fischer, Berthoud; Thiry; Hazen, Devos, Nättinen; Sopa, Wick, Mottet; Pedretti, Romanenghi, Veckaktins; Schmutz, Cavalleri, Cormier; Pouilly.
Davos: Hollenstein; Guebey, Frick; Andersson, Jung; Fora, Barandun; Gross; Gredig, Corvi, Tambellini; Stransky, Asplund, Kessler; Lemieux, Ryfors, Knak; Frehner, Valentin Nussbaumer, Egli; Parrée.
Bemerkungen: Ajoie ohne Bellemare, Bozon, Conz, Fey, Garessus, Gauthier, Keller, Patenaude, Robin und Turkulainen (alle verletzt), Davos ohne Dahlbeck und Zadina (beide krank).
Ambri-Piotta – Kloten 2:5
Am Tag, an dem der künftige Sportchef Lars Weibel seine Vision für die Zukunft des HC Ambri-Piotta vorgestellt hat, mussten die Leventiner im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Kloten eine bittere 2:5-Niederlage einstecken. Weibel betonte, dass der Klub die Förderung junger Spieler – aus dem eigenen Nachwuchs wie auch von extern – künftig noch konsequenter vorantreiben will. Zwar eröffnete mit dem 20-jährigen Lukas Landry, dem Sohn von Ambri-Trainer Eric Landry, in der 3. Minute einer dieser Jungen das Skore. Durch ein Powerplay von Topskorer Chris DiDomenico führte Ambri nach elf Minuten 2:0, doch dann drehte Kloten, angeführt vom zweifachen Torschützen Tyler Morley, die Partie und feierte den ersten Sieg nach zuvor vier Niederlagen.
Ambri-Piotta - Kloten 2:5 (2:2, 0:2, 0:1)
6495 Zuschauer. SR Gerber/Stolc, Cattaneo/Schlegel.
Tore: 3. Lukas Landry (Grassi, Dario Wüthrich) 1:0. 12. DiDomenico (Heed, Virtanen/bei 5 gegen 3) 2:0. 17. (16:01) Morley (Weibel, Smirnovs) 2:1. 18. (17:53) Puhakka (Lindroth, Sidler/Powerplaytor) 2:2. 26. Morley (Smirnovs) 2:3. 40. (39:34) Ramel (Profico) 2:4. 58. Rafael Meier (Simic) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 2mal 2 plus 5 Minuten (Simic) gegen Kloten.
PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Puhakka.
Ambri-Piotta: Senn; Virtanen, Zaccheo Dotti; Heed, Zgraggen; Dario Wüthrich, Bachmann; Isacco Dotti; Bürgler, Heim, Formenton; Joly, Tierney, Zwerger; DiDomenico, Manix Landry, Müller; Grassi, De Luca, Lukas Landry; Pestoni.
Kloten: Waeber; Profico, Lindroth; Wolf, Klok; Sidler, Steiner; Delémont, Kellenberger; Meyer, Ramel, Puhakka; Derungs, Morley, Smirnovs; Simic, Schäppi, Rafael Meier; Schreiber, Diem, Weibel.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Cajkovsky (überzähliger Ausländer), Kloten ohne Hausheer, Simon Meier (beide verletzt), Gignac und Leino (beide krank). Ambri-Piotta ab 57:10 ohne Torhüter.
Fribourg – Biel 6:1
Reto Berra ist bei Fribourg-Gottéron einer der absoluten Sieggaranten. Dies bewies der frühere NHL-Goalie, der mit nur 1,69 Gegentoren im Schnitt in dieser Statistik an der Liga-Spitze steht, beim 6:1-Heimsieg gegen Biel einmal mehr eindrücklich. Von den 28 Schüssen der Seeländer Gäste fand nur einer den Weg ins Freiburger Tor. Den deutlichen Sieg stellte ein hoch effizientes Gottéron mit vier Goals im Schlussdrittel sicher. Captain Julien Sprunger war einer von sechs verschiedenen Freiburger Torschützen.
Fribourg-Gottéron - Biel 6:1 (2:0, 0:1, 4:0)
9372 Zuschauer. SR Piechaczek/Fonselius, Urfer/Humair.
Tore: 9. Marchon (Sprunger, Glauser) 1:0. 18. Dorthe (Glauser, Wallmark) 2:0. 22. Dionicio (Burren, Haas) 2:1. 41. (40:18) Rathgeb (De la Rose, Schmid) 3:1. 49. (48:19) Nicolet (Borgström, Rau) 4:1. 49. (48:55) Sprunger (Biasca, Schmid/Powerplaytor) 5:1. 55. Biasca (Borgström, Bertschy) 6:1.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 3mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Schmid; Andersson.
Fribourg-Gottéron: Berra; Rathgeb, Kapla; Glauser, Johnson; Nemeth, Streule; Jecker; Nicolet, De la Rose, Rau; Bertschy, Borgström, Biasca; Dorthe, Wallmark, Schmid; Sprunger, Walser, Marchon; Reber.
Biel: Säteri; Hultström, Blessing; Burren, Zryd; Dionicio, Stampfli; Bichsel; Sylvegard, Cajka, Andersson; Sallinen, Haas, Hofer; Kneubuehler, Neuenschwander, Rajala; Sablatnig, Christen, Cattin; Bärtschi.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Sörensen (verletzt), Biel ohne Müller, Sever (beide verletzt) und Huuhtanen (überzähliger Ausländer). (nih/sda)
