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Streit ums Preisgeld – Boykott-Drohungen der Tennis-Stars werden lauter

Aryna Sabalenka, of Belarus, returns the ball to Barbora Krejcikova, of Czechia, during their match at the Italian Open tennis tournament in Rome, Thursday, May 7, 2026. (AP Photo/Alessandra Tarantino ...
Auch Weltnummer 1 Aryna Sabalenka sprach zuletzt über einen Boykott.Bild: keystone

Streit ums Preisgeld – Boykott-Drohungen der Tennis-Stars werden lauter

10 Tage vor dem Start des French Opens äussern sich immer mehr Tennis-Stars zu einem möglichen Boykott. Wie so oft geht es ums Geld.
08.05.2026, 15:0808.05.2026, 15:08

In weniger als zwei Wochen beginnt mit dem French Open das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres. Doch glaubt man den besten Tennisspielerinnen und Tennisspielern der Welt, sind sie vielleicht nicht dabei, wenn das Major am 18. Mai im Pariser Viertel Boulogne-Billancourt beginnt.

Denn die Stimmen nach einem Boykott von Roland Garros werden immer lauter. Und sie kommen nicht von Spielerinnen oder Spielern in den Niederungen der Weltrangliste, sondern von absoluten Topstars. «Ich glaube, irgendwann wird es einen Boykott geben», sagte Weltnummer 1 Aryna Sabalenka vor wenigen Tagen. «Wenn alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten, dann kann ich mir das zu 100 Prozent vorstellen», sagte auch French-Open-Titelverteidigerin Coco Gauff, als sie auf einen Boykott angesprochen wurde.

Ein weiterer Preisgeld-Streit

Konkret geht es um die Verteilung des Preisgelds, respektive der Einnahmen des French Opens. 15 Prozent des gesamten Umsatzes des Turniers in Frankreichs Hauptstadt werden an die Spielerinnen und Spieler ausgeschüttet in der Form von Preisgeld. Die Top 10 der ATP- und WTA-Weltrangliste schrieben darum bereits vor einem Jahr einen Brief an den französischen Tennisverband (Fédération Française de Tennis – FFT) und forderten darin die Organisatoren dazu auf, den Spielerinnen und Spielern künftig 22 Prozent des Umsatzes als Preisgeld auszuzahlen.

Zum Vergleich: In der Premier League im englischen Fussball können Teams bis zu 85 Prozent des erzielten Umsatzes für die Spieler ausgeben. In den nordamerikanischen Profiligen (NFL, NBA, NHL und MLB) erhalten die Spieler rund 50 Prozent des Gesamtumsatzes. Und auch die besten Boxer der Welt erhalten 50 bis 80 Prozent des vom Event generierten Umsatzes.

Das French Open steht bei den Spielern besonders in der Kritik, weil dort der prozentuale Anteil, den die Athleten erhalten, zuletzt eher gar noch geschrumpft ist – trotz steigenden Gewinns. Während die Preisgelder am US Open letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent und am Australian Open im vergangenen Januar um 16 Prozent gestiegen sind, soll es in Paris nur einen 9,5-prozentigen Anstieg geben.

Jannik Sinner, of Italy, listens to a reporters' question during a press conference during the Italian Open at the Foro Italico in Rome, Thursday, May 7, 2026. (AP Photo/Alessandra Tarantino)
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Weltnummer 1 Jannik Sinner ärgert sich darüber, wie die Spieler behandelt werden. Bild: keystone

Für Sabalenka ist klar: «Wir Spielerinnen sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, ohne uns gäbe es keine Unterhaltung.» Deshalb sei sie der Meinung, sie hätten einen grösseren Anteil des Umsatzes verdient. Der italienischen Weltnummer 1 Jannik Sinner geht es hingegen um Respekt: «Wir haben den Brief vor einem Jahr geschrieben und haben uns immer noch keiner zufriedenstellenden Lösung genähert.» Athleten in anderen Sportarten hätten hingegen jeweils innert weniger Stunden ein Meeting, um solche Dinge zu lösen.

Auch Novak Djokovic hat sich jüngst in die Debatte eingeschaltet: «Die Spieler wissen, dass sie in dieser Sache immer meine Unterstützung haben.» Der 24-fache Grand-Slam-Sieger aus Serbien setzt sich schon lange dafür ein, dass gerade die Spieler ausserhalb der Top 50 oder Top 100 der Weltrangliste ein grösseres Stück des Preisgeldkuchens erhalten.

FFT zu Gesprächen bereit

Doch wäre ein Boykott überhaupt realistisch? Vermutlich nicht. Gerade die Topspieler würden bei einem Nichtantritt grosse Punktverluste riskieren und so in der Weltrangliste zurückfallen. Es ist aber auch schon vorgekommen: 1973 boykottierten 81 Top-Spieler im Männertableau des Wimbledon-Turniers, um gegen die Sperre des jugoslawischen Verbands gegen Nikola Pilic zu protestieren.

Der französische Tennisverband betonte indes, dass die Preisgelder seit 2019 um ungefähr 45 Prozent angestiegen seien. Zudem signalisierte die FFT Bereitschaft zu Gesprächen mit den Spielerinnen und Spielern. Das Ende dieser Debatte ist sicher noch nicht ausgestanden – und dürfte insbesondere in den Tagen vor dem Start des French Opens nochmals aufflammen.

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