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Austria goalie Sebastian Wraneschitz gives up a goal to Sweden during the second period of an IIHF World Junior Hockey Championship game in Edmonton, Alberta, Monday, Dec. 28, 2020. (Jason Franson/The Canadian Press via AP)

Sebastian Wraneschitz wehrte sich gegen die schwedische Übermacht so gut es ging. Bild: keystone

Österreichs U20-Goalie spielt sich mit 61 Paraden in die Herzen der Hockey-Fans



Kennst du Sebastian Wraneschitz? Nein? Haben wir bis zur aktuell laufenden U20-WM in Edmonton ehrlich gesagt auch nicht. Doch seit dieser Nacht ist der 18-jährige, österreichische Torhüter in der Eishockey-Welt bestens bekannt. Gegen Schweden versuchte der Keeper der Vienna Capitals alles, um eine erneute Kanterniederlage seines Teams zu verhindern.

Doch von Beginn weg: Österreich ist dieses Jahr zum ersten Mal seit 2010 wieder auf der höchsten U20-Stufe an einer WM dabei. HCD-Stürmer Benjamin Baumgartner hat die Mannschaft letztes Jahr mit fünf Toren und sechs Assists in fünf Spielen zum Aufstieg geführt. Dieses Jahr sind Baumgartner und andere Stützen des letztjährigen Erfolgs aber nicht mehr dabei – und Österreich zahlt Lehrgeld.

Zum Turnierauftakt gegen die USA setzte es eine 0:11-Klatsche ab. Wraneschitz hatte so viel zu tun (die USA hatten am Ende 73 Schüsse zu Buche stehen), dass er nach 49 Minuten mit Krämpfen ausgewechselt werden musste.

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Die Highlights von Österreich – Schweden mit vielen Paraden von Sebastian Wraneschitz. Video: YouTube/Puck Daily

Gegen Schweden wurde nun ähnliches befürchtet – doch ebendieser Wraneschitz hatte etwas dagegen. Schweden schoss 65 Mal auf sein Tor, der Goalie hielt 61 dieser Versuche. Die Fangquote: 93,8 Prozent. Ein 0:4 ist zwar immer noch deutlich, doch angesichts der Arbeitslast von Wraneschitz ist es ein sehr gutes Ergebnis. Schon nach dem ersten Drittel stand das Schussverhältnis bei 22:1. Österreich kam seinerseits nur auf sechs mickrige Schüsse auf das schwedische Tor – das ist ein geteilter Negativrekord mit Weissrussland (2001 gegen Russland) und der Slowakei (2017 gegen Kanada).

Das bittere: Wraneschitz wurde für seine herausragende Leistung nicht einmal geehrt. Die Auszeichnung zum besten Spieler der Partie erhielt Verteidiger Luis Lindner. Immerhin: Am Ende des Abends wählten ihn die Fans dann noch zum besten Spieler des gesamten Tages.

Und auch sonst erhielt der 18-Jährige von überall her viel Lob.

Draft- und Prospect-Reporter Scott Wheeler (The Athletic): «Österreichs Goalie Sebastian Wraneschitz ist bis lang der beste Aspekt dieses Turniers.»

«Wraneschitz wird bald in einem Atemzug mi Benjamin Conz und Denis Godla genannt – alles Goalies, die du nie mehr vergisst, wegen einer U20-WM.»

Wraneschitz selbst gibt sich nach dem Spiel bescheiden: «Ich sehe jedes Spiel als Chance, meinem Team zu helfen.»

Steven Ellis (The Hockey News): «Man kann nicht oft genug betonen, wie gut Wraneschitz in diesem Spiel war. Das ist eine Leistung, die wir lange nicht vergessen werden.»

The Hockey Guy (kanadischer Youtuber): «Wraneschitz spielt wirklich beeindruckend bis jetzt.»

Steven Ellis untermalt seine Spieleindrücke jeweils mit wunderbaren Zeichnungen.

ESPN-Journalist Chris Peters zeigt, wie absurd Wraneschitz' Statistiken sind: Trotz 14 Gegentoren in zwei Spielen liegt seine Fangquote bei 89,4 Prozent.

«Gebt Sebastian Wraneschitz jeden Torhüter-Award in diesem Universum.»

«Die Bewohner Österreichs schulden Wraneschitz All-Inclusive-Ferien nach diesem Turnier. Was für eine Maschine.»

(abu)

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