«Ich motze nicht, ich wehre mich einfach»: Xherdan Shaqiri
Xherdan Shaqiri, blutet Ihnen ein bisschen das Herz, wenn Sie an nächsten Sommer denken?
Xherdan Shaqiri: Wegen der Weltmeisterschaft?
Weil es die erste WM nach 2010 sein wird, die ohne Sie stattfinden wird.
Es wird speziell sein für mich, das Turnier als Aussenstehender zu verfolgen. Ich weiss heute noch nicht, ob ich als Experte fürs Fernsehen vor Ort sein werde. Ich habe immer wieder Anfragen, auch aus dem arabischen Raum und nicht nur als Experte für die Schweizer Spiele. Im Moment will ich aber lieber als Fan und Tourist gehen. Ich habe ja immer noch eine Wohnung in Chicago, und ausserdem einen guten Draht zur Fifa und zu Gianni.
Zu Gianni Infantino? Wie das?
Es war ein Zufall. Wir sind beide von London im gleichen Flug zurückgeflogen, sein Assistent sass neben mir und so sind wir ins Gespräch gekommen. Als ich vom Flughafen nach Hause fuhr, habe ich eine Whatsapp-Nachricht von Gianni bekommen und seither schreiben wir uns regelmässig. Er hat kürzlich einen Preis im Kosovo bekommen, da habe ich ihm gratuliert, er wiederum hat mir zu Neujahr oder zur Meisterschaft geschrieben. Wir hatten immer schon Sympathien füreinander. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich ihn am Hauptsitz in Zürich mal besuchen werde.
Dann können Sie ihm gleich ausrichten, dass die Weltmeisterschaft sehr aufgebläht ist?
(lacht laut) Das kann ich ihm schon sagen, ja, aber ich bezweifle, dass er auf mich hört! Es gibt ja viele Gründe, warum dieser Entscheid gefällt wurde.
Verwässert die Aufstockung der Teilnehmerzahl die Qualität des Turniers nicht?
Das ist eine gute Frage. Ich muss das erst einmal erleben, um ein Urteil fällen zu können. Es gibt Mannschaften, die das erste Mal dabei sind, und ich finde es für die kleinen Nationen schön, dass sie grössere Chancen haben, sich zu qualifizieren. Das sieht man auch an Albanien oder Kosovo, die es noch über die Playoffs schaffen können.
Für Kosovo wäre es eine ganz grosse Kiste, oder?
Ja, und eine sehr schöne Geschichte. Es wäre ihre erste Endrunde. Allein dass sie die Chance darauf noch haben, zeigt den Weg, den sie gegangen sind. Man merkt, dass immer wie mehr gute Spieler gerne für Kosovo spielen wollen, wie sie sich sportlich weiterentwickeln und auch unter Druck schon standhalten können. Es ist mittlerweile eine Mannschaft mit Spielern aus guten Ligen, das hilft ihnen sehr.
Die Schweizer Nati hat die Qualifikation direkt und diskussionslos geschafft. Sind Sie froh, dass dadurch vielleicht endgültig ein Haken dran ist, was eine Rückkehr Ihrer Person angeht?
Ich bin stolz auf die Mannschaft. Es waren keine einfachen Matches, auch wenn nicht alle Gegner immer gut performt haben. Es ist einfach schön, dass die Jungs wieder dabei sind. Jetzt bin ich gespannt, wen sie zugelost bekommen und wie sie sich behaupten können, wenn stärkere Gegner kommen. Die Schweiz hat eine interessante Mannschaft mit vielen neuen, jungen Spielern. Ich werde sie immer verfolgen und freue mich auch sehr auf die WM aus der Aussenperspektive. Aber ja, es ist gut, haben sie es auch ohne mich geschafft.
Wann waren Sie letztmals als Fan an einem Fussballspiel?
Puh, das weiss ich gar nicht mehr. Rapperswil zählt nicht, oder? Dann wahrscheinlich an einem GC-Match von meinem guten Freund Amir Abrashi, der mich eingeladen hat. Das war vor meiner Rückkehr. Als Basler im Letzigrund rumzulaufen ist ja nicht immer eine gute Idee. (lacht)
Apropos FC Rapperswil-Jona: seit Jahresbeginn sind Sie Miteigentümer des Klubs. Mit wie viel Prozent?
Darüber wurde Stillschweigen vereinbart.
Ist Ihr Ziel, eines Tages die Mehrheit zu übernehmen?
Das ist noch völlig offen. Rocco Delli Colli ist Mister Rapperswil. Ich habe ihn 2010 kennengelernt, als wir mit der Nationalmannschaft in Feusisberg gewohnt und in Rapperswil trainiert haben. Und wir werden sehen, was passiert, wenn er eines Tages abgeben will.
Wie eng verfolgen Sie das Tagesgeschäft?
Wir haben gerade entschieden, den Trainer zu wechseln und haben einen Jüngeren geholt. Meistens bin ich bei den Heimspielen vor Ort, und, wenn ich Zeit habe, auch mal anfangs der Woche. Dann halt, wenn es mich unbedingt braucht.
Kann man denn aus dem Investment ablesen, wohin es nach Ihrer Spielerkarriere geht? Als Trainer sehen Sie sich nicht?
Ich lasse mir das offen. Im Moment sehe und lerne ich viel und tausche mich mit Menschen aus, die auch Präsidenten oder Sportchef sind. So wie unlängst, als ich Michi Lang vom FC Wil getroffen habe. Ich finde das sehr interessant und wichtig für meine eigene Entwicklung. Wir wollen in Rapperswil Schritt für Schritt etwas aufbauen. Der Aufstieg in die Challenge League ist geschafft, jetzt geht es um den Klassenerhalt und wir sehen das Potenzial des Standortes und des Klubs, auch mit der Frauenmannschaft und dem Breitensportangebot.
Sehen Sie Rapperswil perspektivisch tatsächlich als Kandidat für die Super League?
Rocco hat eigentlich schon Pläne parat. Einiges ist schon auf den Weg gebracht, aber dafür muss man erst einmal sportlich vorankommen.
Kommen wir zum FC Basel. Trainer Ludovic Magnin sagte kürzlich, die Öffentlichkeit könne entscheiden, ob das Glas halb voll oder halb leer ist beim FCB. Wie sehen Sie den Füllstand, gerade auch nach dem enttäuschenden 1:1 gegen GC und dem 1:2 gegen Genk?
Wir sind noch nicht mal bei der Hälfte des Glases. Ein volles Glas wäre eine ganze Saison. Wir sind etwa hier (hebt sein Wasserglas in die Höhe, welches zu rund einem Drittel gefüllt ist). Wobei, warten Sie, ich nehme noch einen Schluck, dann passt es! Es ist ein Drittel der Meisterschaft gespielt bis jetzt, wir sind immer noch bestens im Rennen, um wieder Meister zu werden. Die Saison dauert noch lange. Wir müssen lauern, natürlich mehr Punkte holen, aber wissen auch, dass unser Motor normalerweise nach der Winterpause richtig losgeht. Ich bin zuversichtlich.
Wie sagen Sie zu Überraschungs-Leader Thun?
Ich habe grossen Respekt vor dem, was sie bis jetzt geleistet haben – und ich finde das auch wirklich schön. Aber das müssen sie jetzt erst einmal halten können. Dafür braucht es einiges bis Ende der Saison. Und ich muss schon auch sagen: Es wäre mir lieber, wenn der FC Thun Meister werden würde als ein paar andere Teams (lacht). Man darf aber nicht vergessen, was wir beim FC Basel können, und das lassen wir uns auch nicht schlecht reden. Wenn Thun ein, zwei Spiele nicht gewinnt, kann es schnell gehen, dann ist alles wieder offen. Und Thun muss auch noch ins Joggeli kommen.
Fünf Niederlagen in der Liga waren es auch genau vor einem Jahr, aber man ging davon aus, dass der FCB gefestigter sein müsste. Abgesehen von Leon Avdullahu ist kein Schlüsselspieler weg, das Kader ist gut ausgestattet. Warum tritt man dennoch auf der Stelle?
Es fehlt an Konstanz, das hatten wir schon letztes Jahr. Es war immer eine Kurve (zeigt mit den Händen auf und ab). Wir brauchen einfach wieder mal eine Serie. Das wäre wichtig für uns, gäbe uns Selbstvertrauen, wenn wir drei, vier Matches nacheinander gewinnen könnten. Das müssen wir uns erarbeiten.
Ist das vor allem ein mentaler Aspekt, oder einer, der auf dem Trainingsplatz mit mehr Einheiten erfüllt werden kann?
Wir müssen sicher intensiver trainieren, intensiver Fehler besprechen, jeder muss sich mehr konzentrieren. Wir haben dumme Einzelfehler gemacht, das darf uns nicht mehrmals passieren. Man muss sich als Spieler auch weiterentwickeln, kann nicht zwei Jahre lang denselben Fehler begehen – fünf oder sechs Mal. Irgendwann muss man das abstellen, daraus lernen. Das habe ich den Jungs auch gesagt. Denn wenn man immer denselben Fehler macht, dann schafft man es nicht in die Bundesliga. Bei Leon Avdullahu hat man das gesehen in der letzten Saison.
Inwiefern?
In der Hinrunde war er nicht perfekt. In der Rückrunde aber hat er viel weniger Fehler gemacht. Wenn du als Mittelfeldspieler 80 oder 90 Prozent Ballsicherheit hast, keine Fehler machst und konstant bist wie Avdullahu, dann bist du schneller weg, als du denkst. Fehler reduzieren – das müssen wir als Mannschaft, aber auch individuell, wieder hinbekommen. Und wir müssen besser verteidigen. Tore können wir immer schiessen, auch wenn das zuletzt ein grosses Problem war, weil wir zu wenig effizient waren.
Sie fassen es gut zusammen: Die Abwehr wackelt und vorne wird das Tor nicht getroffen. Alle Mannschaftsteile haben ihre Probleme. Spielt mentale Müdigkeit eine Rolle?
Nein, das glaube ich nicht. Auch wenn sich viele Spieler erst daran gewöhnen müssen, weil sie noch nie europäisch gespielt haben. Das kostet Kraft. Und dann passieren eben die einfachen Fehler.
Gibt es Tage, an denen Sie sich müde fühlen?
Ja, die gibt es. Da muss ich mich dann selbst motivieren. Das gilt aber für Spieler generell, da rede ich nicht nur von mir. Denn wir haben oft den Fall, dass auf einen geilen Auftritt gegen beispielsweise Stuttgart ein Match in Winterthur auf der Schützenwiese ansteht, auf einem schlechteren Platz, der nicht perfekt ist für unser Fussballspiel. Der Gegner tut dann alles, um Punkte zu holen. Das sind jene Momente, in denen man sich selbst motivieren muss. Das ist zentral: Die Konzentration aufrecht zu halten, auch wenn man müde ist. Aber es gibt noch einen Punkt.
Bitte.
Der Druck – medial, aber auch von den Fans – ist ein anderer, wenn du Europa League vor ausverkauftem Haus spielst, als beispielsweise in Philadelphia. Hier bist du angespannter. Das kostet mehr Kraft. Und die Intensität ist auch eine andere als in der MLS.
Haben Sie dafür Tricks entwickelt?
Nein, ich bin einer, der jedes Wochenende Leistung zeigen will, und gewinnen will ich auch. Mein Ansporn ist, diese Saison die Bestätigung des Titelgewinns zu schaffen. Und ich finde es cool, dass wir die Gejagten sind.
Und wenn es nicht wie gewünscht läuft, klopfen Sie auf den Tisch?
Wenn wir in der Halbzeit in der Kabine sitzen und etwas nicht gut war, dann sprechen wir es an. Dann klopfe auch ich mal auf den Tisch. Aber grundsätzlich haben wir dafür den Trainer. Der ist schon emotional genug.
Sie warten selten bis zur Halbzeit, um Ihren Unmut kundzutun. Das ist ja auch eines der grossen Themen rund um Ihre Person.
Das ist offenbar das einzige Thema. In der ganzen Schweiz. Nur noch das.
Warum eigentlich?
Das muss ich Sie fragen. Ich hatte dieses Problem nicht in England, nicht in Frankreich, nicht in Deutschland… In Amerika vielleicht ein bisschen, weil da auch das Spielverständnis der Teamkollegen teilweise ein anderes war.
Ein Erklärungsversuch: Bei den grossen Klubs, bei denen Sie gespielt haben, waren Sie einer von Vielen in Weltklassekadern. Sie waren nicht der Superstar des FC Liverpool. Hier aber sind Sie die Überfigur, der Star. In Chicago war es ähnlich, Sie waren Topverdiener, der grosse Name. Dass sich Erwartungshaltung, aber auch Kritik an diesen Orten dann auf Sie projiziert, ist doch nur logisch?
Wahrscheinlich schauen einfach viel zu viele auf mich. Und dann geht es bei mir plötzlich um einen Schiedsrichter-Bonus. Da muss ich schmunzeln. Also, sorry, das ist typisch Schweiz.
Fühlen Sie sich denn umgekehrt genügend geschützt auf dem Platz?
Nicht immer, nein. Es wird alles versucht, um mich aus dem Spiel zu nehmen. Und wenn man mir auf die Füsse steht oder mich foult, dann regt mich das auf, dann werde ich hässig. Ich habe auch Emotionen. Aber dass ich gefoult oder provoziert werde, das schreibt niemand. Immer nur, dass ich motze. Ich wehre mich einfach. Das ist ein Unterschied. Es ist schwieriger geworden für mich, weil viel auf den Mann gespielt wird, aber es ist auch schön, Lösungen zu suchen. Und meistens finde ich auch eine.
Die enorme Beachtung haben Sie sich mit ihren 42 Skorerpunkten vorige Saison ja auch redlich erarbeitet.
Und diese 42 Punkte kamen nicht von allein. Da war es auch mal nötig, direkt zu werden und zu sagen: Das und das ist nicht gut. Spieler brauchen manchmal etwas Druck und Stress, um zu verstehen, dass sie diesen und jenen Fehler nicht mehr machen dürfen. Das war doch in den acht Jahren seit dem letzten Meistertitel auch ein Problem beim FC Basel: Da gab es zu wenig Typen, die mal auf den Tisch geklopft und gesagt haben: Jungs, so geht es nicht!
Also haben Sie diese Rolle übernommen.
Es nervt mich, wenn jemand sein Potenzial nicht abruft. Es geht mir doch nicht darum, meine Mitspieler fertig zu machen oder negativ rüberzukommen. Sonst würden mich ja alle hassen und wir wären sicher nicht Meister und Cupsieger geworden. Ich muss aber auch nicht der beste Kollege von allen sein. Ich bin nach Basel zurückgekommen, um zu gewinnen, um die Winnermentalität wieder reinzubringen und den FCB-Fans wieder Erfolg zu bringen. Dafür mache ich alles. Das kostet mich auch sehr viel Kraft. Das sieht ab und zu vielleicht negativ aus, aber es ist überhaupt nicht so gemeint.
Dann drehen wir es um: Dominik Schmid hat mal gesagt, solange Xherdan einen noch anschreit, ist gut. Sobald er es nicht mehr tut, hat er dich aufgegeben, dann hast du verloren. Kann man es auch so verstehen?
(lacht) Mit Dome mache ich vor den Spielen manchmal Sprüche und sage ihm: Heute bin ich ein bisschen ruhiger. Er kontert dann nur: Warten wir mal zehn Minuten ab! Es geht einfach ums Gewinnen. Man muss nicht immer alles schönreden.
Also wollen Sie eigentlich eine positive Energie auf die Mannschaft ausstrahlen...
(unterbricht) …aber die Medien schreiben, als würde es negativ rüberkommen.
Auch bei den Fans kommt ihre Körpersprache nicht nur positiv an.
Du kannst es nicht jedem Fan recht machen. Es gibt sicher Leute im Stadion, die nicht Shaqiri-Fans sind.
Reflektieren Sie dennoch, wie Sie Ihr Gebaren steuern können?
Gegenfrage: Wer würde sonst auf dem Platz ein Zeichen setzen, wenn ich es nicht mache?
Gute Frage. Aber haben Sie denn das Gefühl, dass es bei Ihren Mitspielern auch wirklich den gewünschten Effekt hat?
Definitiv. Natürlich muss man aufpassen, wem man was wie sagt. Diesbezüglich habe ich letzte Saison einiges gelernt und mit Fabio Celestini oft darüber gesprochen, wer welchem Spieler was sagt. Im Spiel aber ist es schwierig, so weit zu denken. In dem Moment geht es um den Sieg, darum, die richtige Entscheidung zu treffen. Und vergessen wir nicht: Es gibt ja nicht nur die 90 Minuten auf dem Platz. Wir verbringen die ganze Woche miteinander, die Trainings, in der Kabine – das bekommt aber einfach niemand mit.
Wenn wir jetzt Ihren Fehler vor dem Gegentor im Lugano-Spiel nehmen: Gibt es in diesen Momenten auch Mitspieler, die zu Ihnen kommen und sagen: Shaq, was war das bitte?
Gut, in dieser Situation hat aber auch der Verteidiger nicht alles richtig gemacht, oder? Wir haben das offen analysiert und der Fehler darf nicht passieren. Mir nicht, aber auch den anderen nicht. Es läuft halt nicht immer alles perfekt, das ist ja auch das Schöne am Fussball.
Haben Sie diese, nennen wir es mal Attitüde, irgendwo gelernt? Mit 18 sind Sie ja anders aufgetreten hier. Oder ist das ein logischer Prozess, wenn man in München oder Liverpool selbst von Stars angezahnt wird?
Bei Liverpool war das oft so. Da hat James Milner in der Halbzeit auf den Tisch geklopft oder sich mit dem eigenen Trainer angelegt. Die waren manchmal Nase an Nase. Ich habe also einiges gesehen. Es gibt einfach Situationen, in denen die Jungen das ab und zu brauchen. Sie sind einfach viel zu bequem heutzutage. Wenn früher ein Älterer etwas gesagt hat, hat man den Latz gehalten, gekämpft und weiter gemacht. Heute bekommen junge Spieler mit 16 einen guten Vertrag, spielen plötzlich aus dem Nichts Europa oder Champions League, bekommen weitere Spiele, auch wenn sie nicht gut waren. Das gab es zu meiner Zeit nicht. Wenn man da seine Chancen nicht gepackt hat, war man schnell wieder bei der U21.
Sie empfinden also die Negativität gegenüber Ihrem Verhalten als ungerechtfertigt und werden es auch nicht lassen, auf dem Platz zu kritisieren?
Ich würde es eben nicht Kritik nennen, sondern als etwas Positives sehen. Ihr seht das immer nur so negativ. Wenn ich kein gutes Spiel gemacht habe, heisst es nachher immer, ich hätte nur die Hände verworfen. Es geht einfach zu viel um meine Person.
Da hilft es wahrscheinlich nicht, dass die Statistik besagt, dass der FCB nur Punkte holt, wenn Sie skoren.
Ich kenne diese Statistik. Aber die Medien finden immer etwas. Und dann bin ich in der Schlagzeile, um Klicks zu generieren. Egal, ob es um ein Haus oder den Fussball geht. Wo ich involviert bin, wird auf mich zugespitzt.
Das nervt Sie.
Nerven nicht. Ich bin daran gewöhnt. Aber klar: Es gibt Kritiker, die zu hart sind und dann muss man sich wehren. Oder ich schlucke es. So ist es halt.
Im Oktober sind Sie 34 geworden. Ein Profi in Ihrem Alter wacht eines Tages auf und weiss: Es ist vorbei. Wie sieht es bei Ihnen aus?
Ich bin wie ein guter Wein: Je älter, desto besser.
Das Karriereende ist kein Thema?
Nein, ich fühle mich wohl. Ich stehe am Morgen auf und freue mich jeden Tag, Fussball zu spielen und jeweils auf die Heimspiele im Joggeli. Das gibt mir Energie und Kraft. (aargauerzeitung.ch)
