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Schweizer Cup

Cupfinal der Frauen: YB-Fans mit Extrazug – Servette scheint unbesiegbar

KEYPIX - Torschuetzin Anna Maria Therese Simonsson (Servette), links, jubelt mit Teamkollegin Ghoutia Habiba Karchouni nach dem Tor zum 0-1 im Fussballspiel der Women's Super League zwischen den  ...
Servette ist in dieser Saison noch ungeschlagen – macht den Genferinnen Meister YB einen Strich durch die Rechnung? Bild: keystone

Cupfest in Winterthur: YB-Fans kommen im Extrazug, doch der Gegner scheint unbesiegbar

Im Cupfinal der Frauen trifft am Sonntag auf der Winterthurer Schützenwiese das in dieser Spielzeit ungeschlagene Servette-Chênois auf die Schweizer Meisterinnen der Young Boys. Die Genferinnen träumen von der «perfekten Saison».
28.03.2026, 20:1728.03.2026, 20:17
simon scheidegger / keystone-sda

Die Zahlen sind beeindruckend. 17 Partien hat Servette-Chênois in der Meisterschaft bestritten, kein einziges Mal mussten die Genferinnen das Terrain als Verliererinnen verlassen. Zweimal mussten sich die Grenats mit einem Unentschieden begnügen, ansonsten sicherten sie sich stets den Sieg und damit überlegen den 1. Platz in der Tabelle nach der Qualifikation, was gleichbedeutend ist mit einem Startplatz im Europa Cup, dem zweithöchsten Wettbewerb nach der Champions League.

Es ist augenscheinlich: Geht es in dieser Saison um Titel, wird Servette-Chênois die Rolle des Topfavoriten zuteil. Das wird in den Playoffs der Super League so sein, die am 25. April mit den Viertelfinal-Hinspielen starten. Und das ist am Sonntag (15 Uhr) so, wenn die Genferinnen im Final des Schweizer Cups auf die Young Boys treffen. Zwar sind die Bernerinnen nach wie vor amtierende Schweizer Meisterinnen. Angesichts der Qualität im Kader Servettes käme es aber einer Überraschung gleich, sollte es der Equipe der charismatischen Trainerin Imke Wübbenhorst gelingen, den nächsten Titel in die Hauptstadt zu holen.

Und doch: Eine abgedroschene Fussballfloskel fasst auch diesmal wieder die Ausgangslage zusammen, auf die die Genferinnen dieser Tage immer wieder verwiesen haben. Aller Siege zum Trotz – egal, wie souverän Servette-Chênois die Tabelle in der Liga anführt – am Sonntag gegen die Young Boys beginnt alles bei 0:0. Das weiss auch Cristian Toro. Der Servette-Trainer sagt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Mich interessieren die Statistiken nicht. Diese helfen uns am Sonntag überhaupt nicht. Das Einzige, was zählt, ist dieses Spiel.»

Cristian Damian Toro, coach of the Servette FC, observes his players, during the Women’s Super League soccer match of Swiss Championship between Servette FC Chenois Feminin and GC Frauenfussball, at t ...
Servette-Trainer Cristian Toro brachte eine spanische Spielphilosophie mit.Bild: keystone

Spanischer Einfluss am Lac Léman

Der Argentinier steht seit dieser Saison am Lac Léman in der Verantwortung, nachdem er zuvor lange in Spanien gearbeitet hatte. Entsprechend überrascht es nicht, hat der 45-Jährige aus Buenos Aires eine Spielphilosophie implementiert, die diese Einflüsse spiegelt. Servette mag es, eine Partie mit viel Ballbesitz zu prägen. Angesichts dessen, dass es im Team im Sommer nicht nur auf der Trainerposition, sondern auch bei den Spielerinnen einige Veränderungen gegeben hat, ist beachtlich, wie dominant die Genferinnen in dieser Saison auftreten. Trainer Toro hebt in dieser Hinsicht nicht zuletzt Sportchefin Marta Peiró Gimenez heraus. Die Spanierin habe eine super Gruppe zusammengestellt, die nicht nur menschlich gut harmoniere, sondern vor allem auch grossen Hunger danach habe, Titel zu gewinnen.

Teil dieser Gruppe ist auch Daïna Bourma. Die Captain ist seit knapp fünf Jahren in Genf. Sie weiss also, dass bei Servette nur Trophäen gut genug sind. Die Französin sagt, es überrasche sie nicht, dass das Team in dieser Saison ungeschlagen ist, vielmehr sei dies ein Beleg für den starken Zusammenhalt. Aber der Linksverteidigerin ist auch bewusst, dass mit jedem Spiel die Lust der gegnerischen Teams wachse, Servette endlich ins Straucheln zu bringen. «Aber wir konzentrieren uns auf uns. Wir haben grosse Lust, die perfekte Saison zu spielen.»

Will heissen: Eine ganze Saison lang ungeschlagen bleiben und damit schaffen, was einst bei den Männern unter anderem Leverkusen (2024) oder Arsenal (2004) gelungen ist. Die Londoner unter der Ägide von Trainerlegende Arsène Wenger gingen als «Invincibles» in die Geschichtsbücher ein. Auf Französisch wäre es dasselbe Wort, das die «Unbesiegbaren» bezeichnet. Doch weder Toro noch Bourma wollen zu weit in die Zukunft blicken und richten den Fokus stattdessen auf den anstehenden Cupfinal.

Servette's players and staff huddle, before the Women’s Super League soccer match of Swiss Championship between Servette FC Chenois Feminin and GC Frauenfussball, at the Stade de Geneve, in Genev ...
Trotz vieler Veränderungen wurde Servette Chênois schnell zu einer Einheit.Bild: keystone

Denn obwohl die Servettiennes die beiden Direktbegegnungen in der Liga für sich entschieden haben (3:0, 1:0) zollen sie dem Gegner Respekt. «YB ist ein gutes Team, das sich in dieser Saison gut weiterentwickelt hat», sagt Bourma. Und Toro meint, die Bernerinnen verfügten über ausgeprägten Kampfgeist und gäben keinen Ball verloren. «Und mit Kontern und über die Flügel sind sie sehr gefährlich.»

Zwei Philosophien kollidieren

Es ist ein weiterer stilistischer Kontrast in diesem Duell der Gegensätze, in dem zwei Klubphilosophien miteinander kollidieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier Servette-Chênois, das auf allen Ebenen stark auf ausländisches Schaffen setzt, da YB, das immer wieder junge Spielerinnen aus dem Nachwuchs ins Fanionteam integriert und bestrebt ist, nachhaltige und langfristige Strukturen zu schaffen.

Wobei den Bernerinnen nach gewichtigen Abgängen und Verletzungen kaum jemand zugetraut hätte, doch schon wieder um Titel zu spielen. Nun werden sie von den Fans gar erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Extrazug nach Winterthur begleitet.

Während Servette-Chênois auf der Schützenwiese den dritten Cup-Pokal nach 2023 und 2024 anstrebt, könnten die Young Boys bereits zum 16. Mal jubeln, jedoch erstmals seit 2001. (nih/sda)

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quelle: keystone / salvatore di nolfi
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